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Der Fall Jeffrey Epstein – Die Epstein Saga

Erstveröffentlichung auf mintpressnews.com

Übersetzt von FritztheCat und Jokerin
https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/die-epstein-saga-teil-1/

https://www.mintpressnews.com/shocking-origins-jeffrey-epstein-blackmail-roy-cohn/260621/

Der Fall Jeffrey Epstein: Too Big to Fail – Teil 1

Versteckt vor aller Augen: Die schockierenden Ursprünge des Jeffrey Epstein-Falls

Von Whitney Webb, 18.07.2019 (zahlreiche Links im Original!)

Trotz seines „Amigo“-Deals, als er scheinbar der Justiz entkommen konnte, wurde der Milliardär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Anfang dieses Monats aufgrund eines bundesstaatlichen Haftbefehls wegen Sexhandels mit Minderjährigen verhaftet. Epsteins Verhaftung hat wieder einmal die erhöhte Aufmerksamkeit der Medien auf viele seiner berühmten Freunde gelenkt. Unter ihnen ist der amtierende Präsident.


Seither ist oft gefragt worden, wieviel Epsteins berühmte Freunde von seinen Aktivitäten wussten und was genau Epstein im Schilde führte. Letzteres hat wohl die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen, nachdem berichtet worden war, dass Alex Acosta – der 2008 Epsteins „Amigo“-Deal eingefädelt hatte und der vor kurzem nach Epsteins Verhaftung als Donald Trumps Arbeitsminister zurückgetreten ist – behauptet hatte, der mysteriöse Milliardär habe „für Geheimdienste“ gearbeitet.
https://www.thedailybeast.com/jeffrey-epsteins-sick-story-played-out-for-years-in-plain-sight?ref=scroll

Andere Ermittlungen haben zunehmend deutlich gemacht, dass Epstein ein Erpressungsprogramm am Laufen hielt, denn er hatte seine Aufenthaltsorte – ob seine New Yorker Wohnung oder sein karibisches Inseldomizil – mit Mikrofonen und Kameras verwanzt, um die schlüpfrigen Interaktionen seiner Gäste mit den minderjährigen Mädchen, die er benutzte, aufzuzeichnen. Anscheinend hat Epstein einen Großteil dieses Erpressungsmaterials in einem Safe auf seiner Privatinsel aufbewahrt.

Behauptungen über Epsteins Verbindungen und seine Verwicklung in ein ausgeklügeltes, gut finanziertes sexuelles Erpressungssystem haben überraschenderweise wenige Medien dazu veranlasst, über die Geschichte der Geheimdienste sowohl in den USA als auch im Ausland zu recherchieren, die ähnliche sexuelle Erpressungsprogramme ablaufen ließen, darunter auch viele mit minderjährigen Prostituierten.

Allein in den USA betrieb die CIA im ganzen Land zahlreiche sexuelle Erpressungsoperationen und stellte Prostituierte an, um ausländische Diplomaten in dem einzufangen, was die Washington Post einmal die „Liebesfallen“ der CIA nannte. Geht man in der Geschichte der USA weiter zurück, so wird offensichtlich, dass diese Taktiken und ihr Einsatz gegen mächtige politische und einflussreiche Personen bis weit vor die Zeit der CIA und deren Vorläufer OSS (Office of Strategic Services) zurückreichen. Ja, die Pioniere dafür waren niemand anderes als die amerikanische Mafia.

Im Laufe dieser Untersuchungen hat MintPress entdeckt, dass eine Handvoll Figuren, die im organisierten Verbrechen Amerikas während und nach der Prohibition Einfluss hatten, direkt in sexuelle Erpressungsoperationen verwickelt waren, die sie für ihre eigenen, oft finsteren Zwecke benutzten.

In Teil 1 dieser exklusiven Untersuchung wird MintPress beleuchten, wie ein mit dem „Mob“ [d.h. der US-Mafia, Anm. d. Übers.] vernetzter Geschäftsmann mit tiefen Bindungen zu dem berüchtigten Gangster Meyer Lansky ebenfalls enge Verbindungen zum Federal Bureau of Investigation (FBI) aufbaute und nebenbei jahrzehntelang ein sexuelles Erpressungssystem unterhielt, das später in den 1950er Jahren ein verdeckter Teil des antikommunistischen Kreuzzuges von Joseph McCarthy (R-WI) wurde, von dem in ganz Washington bekannt war, dass er in betrunkenem Zustand minderjährige Teenagerinnen begrapschte.

Doch war es einer von McCarthys engsten Mitarbeitern, der später diesen Ring übernahm, mit Minderjährigen handelte und dieses sexuelle Erpressungssystem gleichzeitig mit seinem eigenen politischen Einfluss ausweitete, was ihn in engen Kontakt zu prominenten Persönlichkeiten brachte, darunter der ehemalige Präsident Ronald Reagan und ein Mann, der später Präsident wurde, Donald Trump.

In Teil 2 werden wir enthüllen, wie nach dem Tod dieser Person das Erpressungsprogramm unter verschiedenen Nachfolgern in verschiedenen Städten weiterlief. Starke Indizien sprechen dafür, dass Jeffrey Epstein einer dieser Nachfolger ist.

Samuel Bronfman und der Mob

Die Zeit der Prohibition in den Vereinigten Staaten wird oft als Beispiel dafür verwendet, wie das Verbot von Freizeitdrogen nicht nur deren Beliebtheit steigert, sondern auch einen Anstieg krimineller Aktivitäten auslöst. Und in der Tat war es die Prohibition, die die amerikanische Mafia außerordentlich gestärkt hat, da die Verbrecherkönige jener Zeit durch den heimlichen Handel und Verkauf von Alkohol, in Verbindung mit dem Glücksspiel und anderen Aktivitäten, reich geworden sind.

Tatsächlich war es die Zeit des Alkoholschmuggels in den 1920ern und frühen 1930ern, in der diese Geschichte beginnt, denn sie brachte jene Schlüsselfiguren zusammen, deren Nachfolger und Geschäftspartner schließlich eine Reihe von Erpressungs- und Sexhandels-Ringen schufen, die Erscheinungen wie Jeffrey Epstein, den „Lolita-Express“ und „Orgy Island“ [Insel der Orgien] ermöglicht haben.

Samuel Bronfman hatte nie im Sinn, ein großer Schnapsproduzent zu werden, aber getreu seinem Familiennamen, der im Jiddischen „Brandweinmann“ bedeutet, begann er schließlich doch, zusätzlich zum Hotelgeschäft seiner Familie Alkohol zu vertreiben. Während Kanadas Prohibitionszeit, die kürzer war und früher begann als beim südlichen Nachbarn, benutzte das Familiengeschäft der Bronfmans Schlupflöcher im Gesetz und fand technisch legale Wege, Alkohol in jenen Hotels und Läden zu verkaufen, die der Familie gehörten. Die Familie verließ sich auf ihre Verbindungen zu Mitgliedern der amerikanischen Mafia, um illegal Alkohol aus den Vereinigten Staaten zu schmuggeln.

Kurz nachdem in Kanada die Prohibition endete, begann sie in den USA, und als sich der Fluss des illegalen Alkohols in die andere Richtung drehte, waren die Bronfmans – deren Geschäfte von Sam Bronfman und seinen Brüdern geleitet wurden – relativ spät in den blühenden Alkoholschmuggel eingestiegen.

„Auf den beiden lukrativsten Märkten – auf hoher See und auf dem Detroit River – waren wir Spätstarter. Was aus dem Grenzhandel in Saskatchewan hereinkam, war vergleichsweise unbedeutend“, sagte Bronfman einmal zu dem kanadischen Journalisten Terence Robertson, der damals eine Biografie über ihn schrieb. Nichtsdestoweniger „war dies die Zeit, in der wir anfingen, wirklich Geld zu machen“, erinnerte sich Bronfman. Robertsons Biografie über Bronfman wurde nie veröffentlicht, da der Autor unter mysteriösen Umständen starb, kurz nachdem er seine Kollegen gewarnt hatte, dass er unappetitliches Material über die Bronfman-Familie entdeckt hatte.

Der Schlüssel zu Bronfmans Erfolg während der amerikanischen Prohibition waren die Verbindungen, die seine Familie zum organisierten Verbrechen während der kanadischen Prohibition geknüpft hatte. Verbindungen, die viele prominente Mitglieder des Mobs in den Vereinigten Staaten bewogen, Bronfman zu ihrem bevorzugten Geschäftspartner zu machen. Bronfmans Schnaps wurde in riesigen Mengen von vielen Verbrecherkönigen gekauft, die immer noch als amerikanische Legenden weiterleben, darunter Charles „Lucky“ Luciano, Moe Dalitz, Abner „Longy“ Zwillman und Meyer Lansky.

Die meisten von Bronfmans Mafia-Partnern während der Prohibition waren Mitglieder dessen, was später als das Nationale Verbrechersyndikat bekannt wurde, das in den 1950ern von einem Untersuchungsausschuß des Senats, der sogenannten Kefauver Kommission, als Bund beschrieben wurde, der von italo-amerikanischen und jüdisch-amerikanischen Mobs beherrscht wurde. Während jener Untersuchung bezeichneten einige der größten Namen in der amerikanischen Mafia Bronfman als zentrale Figur bei ihren Alkoholschmuggeloperationen. Die Witwe des berüchtigten amerikanischen Mob-Bosses Meyer Lansky erinnerte sich sogar daran, wie Bronfman für ihren Ehemann aufwendige Dinnerpartys veranstaltet hatte.

Jahre später schlossen sich Samuel Bronfmans Kinder und Enkelkinder – die familiären Verbindungen zur kriminellen Unterwelt waren intakt geblieben – eng an Leslie Wexner an, angeblich die Quelle des Großteils von Epsteins mysteriösem Reichtum, und andere „Philantropen“ mit Mob-Verbindungen. Und einige von ihnen unterhielten sogar ihre eigenen sexuellen Erpressungssysteme, darunter der kürzlich aufgeflogene, erpresserische Sex-Kult NXIVM. https://www.rollingstone.com/culture/culture-news/seagram-heiress-clare-bronfman-pleads-guilty-in-nxivm-sex-slave-case-825103/

Die spätere Generation der Bronfman-Familie, insbesondere Samuel Bronfmans Söhne Edgar und Charles, werden im zweiten Teil dieses Berichts ausführlicher besprochen.

Lewis Rosenstiels dunkles Geheimnis

Von größter Bedeutung für Bronfmans Alkoholschmuggel während der Prohibition waren zwei Mittelsmänner, von denen einer Lewis „Lew“ Rosenstiel war. Rosenstiel fing vor der Prohibition mit der Arbeit in der Brennerei seines Onkels in Kentucky an. Als das Alkoholverbort in Kraft trat, gründete Rosenstiel die Schenley Products Company, die später eine der größten Spirituosen-Firmen in Nordamerika wurde.

Obwohl er ein Highschool-Aussteiger war und zu jener Zeit über keine besonders guten sozialen Beziehungen verfügte, hatte Rosenstiel zufällig die Gelegenheit, Winston Churchill 1922 während eines Urlaubs an der Französischen Riviera kennenzulernen. Gemäß der New York Times gab Churchill ihm den Rat, „er [Rosenstiel] solle sich auf die Rückkehr des Spirituosen-Verkaufs in den USA vorbereiten“. Rosenstiel schaffte es irgendwie, eine Finanzierung durch die elitäre und renommierte Wall Street-Firma Lehman Brothers zu sichern, um seinen Kauf stillgelegter Brennereien zu finanzieren.

Offiziell heißt es, Rosenstiel habe seine Firma und seinen Reichtum nach der Prohibition aufgebaut, indem er Churchills Rat gefolgt sei, sich auf die Aufhebung des Prohibitionsgesetzes vorzubereiten. Er war jedoch eindeutig in Alkoholschmuggel-Operationen verwickelt und wurde 1929 sogar wegen Alkoholschmuggels angeklagt, entkam aber einer Verurteilung. Wie Bronfman stand Rosenstiel dem organisierten Verbrechen nahe, vor allem Mitgliedern der zumeist jüdisch-amerikanischen und italo-amerikanischen Mobverbindung, die als National Crime Syndicate bekannt ist.

Nachfolgende Ermittlungen der Legislative des Staates New York führten zu der Behauptung, Rosenstiel sei „Teil eines ‚Konsortiums‘ aus Unterweltfiguren, die in Kanada Spirituosen [von Samuel Bronfman] kauften“; dessen andere Mitglieder seien „Meyer Lansky, der bekannte Anführer des organisierten Verbrechens; Joseph Fusco, ein Partner des verstorbenen Chicago-Gangsters Al Capone und Joseph Linseys, eines Manns aus Boston, den Mr. Kelly [der Ermittler des Kongresses] als einen verurteilten Alkoholschmuggler identifiziert hat.“ Rosenstiels Beziehungen zu diesen Männern, insbesondere zu Lansky, dauerten bis lange nach der Prohibition, und Samuel Bronfman hielt seinerseits seine Verbindungen zum Mob aufrecht.

Zusätzlich zu seinen Freunden innerhalb des Mobs pflegte Rosenstiel auch enge Verbindungen mit dem FBI, entwickelte eine enge Beziehung zum langjährigen Direktor des FBI, J. Edgar Hoover, und machte Hoovers rechte Hand und langjährigen Assistenten beim FBI, Louis Nichols, 1957 zum Vize-Präsidenten seines Schenley-Imperiums.

Trotz ihres ähnlichen Hintergrunds als Alkoholschmuggel-Barone, die zu „geachteten“ Geschäftsleuten wurden, waren Bronfman und Rosenstiel wesensmäßig völlig verschieden, und ihre Beziehung war – gelinde gesagt – kompliziert. Ein Beispiel für die Unterschiede zwischen den beiden nordamerikanischen Schnaps-Mogulen war die Art und Weise, wie sie ihre Mitarbeiter behandelten. Bronfman galt nicht unbedingt als grausamer Boss; im Gegensatz dazu war Rosenstiel für sein erratisches und „monströses“ Verhalten gegenüber seinen Angestellten sowie für seine ungewöhnliche Praxis bekannt, sein Büro zu verwanzen, um zu hören, was seine Angestellten in seiner Abwesenheit über ihn sagten.

Solche Unterschiede kamen auch in ihrem persönlichen Leben zum Ausdruck. Während Bronfman nur einmal heiratete und seiner Frau treu war, war Rosenstiel fünf Mal verheiratet und für seine relativ versteckten bisexuellen Eskapaden bekannt. Ein Teil seines Lebens, das unter seinen engen Mitarbeitern und Angestellten gut bekannt war.

Obwohl es jahrelang nur Hinweise auf diese andere Seite des kontroversen Geschäftsmannes gab, kamen Jahre später Details durch die Scheidungsverhandlung mit Rosenstiels vierter Ehefrau Susan Kaufman zum Vorschein, die diese Behauptungen bestätigte. Kaufman unterstellte, dass Rosenstiel extravagante Partys veranstaltete, bei denen es „prostituierte Jungs“ gab, die ihr Ehemann „zum Vergnügen“ bestimmter Gäste anheuerte, darunter wichtige Staatsbeamte und prominente Personen aus Amerikas krimineller Unterwelt. Kaufman wiederholte die gleichen Behauptungen unter Eid während einer Anhörung vor einem Ausschuss des Bundesstaates New York Anfang der 1970er.

Rosenstiel organisierte nicht nur diese Partys, er stellte auch sicher, dass die Orte mit Mikrofonen verwanzt wurden, um die Eskapaden seiner hochrangigen Gäste aufzuzeichnen. Diese Audioaufnahmen wurden, so behauptete Kaufman, zu Erpressungszwecken aufbewahrt. Obwohl Kaufmans Behauptungen schockierend sind, wurde ihre Zeugenaussage als glaubwürdig eingestuft und vom früheren Chef-Anwalt des Verbrechens-Komitees, dem New Yorker Richter Edward McLaughlin, sowie dem Ermittler des Komitees, William Gallinaro, sehr geschätzt, und Teile ihrer Aussage wurden später von zwei verschiedenen Zeugen, die Kaufman nicht kannte, bestätigt.

Diese „Erpressungs-Partys“ bieten den Ausblick auf ein System, das später in den 1950ern unter Rosenstiels „Feldkommandant“ (ein Spitzname, den Rosenstiel einer Person verlieh, deren Name bald in diesem Bericht auftauchen wird) viel ausgeklügelter wurde und dramatisch anwuchs. Viele jener Personen, die während der 1970er und 80er mit Rosenstiels „Feldkommandant“ in Verbindung standen, fanden ihre Namen nach der jüngsten Verhaftung Jeffrey Epsteins in der Presse wieder.

Der „unberührbare“ Mobster

Bronfman und Rosenstiel wurden im nordamerikanischen Schnaps-Business zu Legenden, zum Teil wegen ihres Kampfes um die Oberhoheit in dieser Industrie, der laut New York Times „oft in erbitterte persönliche und konzernbedingte Schlachten ausbrach“. Trotz ihrer Kämpfe in der Firmenwelt verband eines die beiden Geschäftsmänner mehr als alles andere: ihre enge Verbindung zum organisierten Verbrechen Amerikas, vor allem zum bekannten Mobster Meyer Lansky.

Lanksy ist einer der berüchtigtsten Gangster in der Geschichte des organisierten Verbrechens in Amerika und bekannt dafür, dass er der einzige berühmte Mobster war, der in den 1920ern aufstieg und es schaffte, als alter Mann zu sterben, ohne jemals im Gefängnis gesessen zu haben.

Lanskys langes Leben und sein Geschick, einer Gefängnishaft zu entgehen, waren zum großen Teil das Ergebnis seiner engen Beziehung zu mächtigen Geschäftsmännern wie u. a. Bronfman und Rosenstiel, zum Federal Bureau of Investigation (FBI) und zur US-Geheimdienstgemeinde, sowie seiner Rolle bei der Errichtung mehrerer Erpressungsringe, die ihm halfen, das Gesetz auf Armlängen-Abstand zu halten. In der Tat, als Lansky in den 1970ern endlich wegen eines Verbrechens angeklagt wurde, da war es die Steuerbehörde, die die Anklagen vorbrachte, nicht das FBI, und er wurde wegen Steuerhinterziehung angeklagt und freigesprochen.

Lansky stand Bronfman und Rosenstiel bemerkenswert nah. Bronfman gab regelmäßig „üppige Dinner-Partys“ zu Lanskys Ehren, sowohl während als auch nach der Prohibition. Lanskys Frau erinnerte sich mit Wohlgefallen an diese Partys, und Lansky revanchierte sich mit Gefälligkeiten bei Bronfman. Das reichte vom eklusiven Schutz für dessen Lieferungen während der Prohibition bis zum Besorgen begehrter Tickets für „Jahrhundert“-Boxkämpfe.

Auch Rosenstiel gab regelmäßig Dinner-Partys zu Lanskys Ehren. Susan Kaufman, Rosenstiels Ex-Frau, behauptete, sie habe zahlreiche Fotos von ihrem Ex-Ehemann und Lansky aufgenommen, wie sie zusammen feierten. Fotos, die auch Mary Nichols von The Philadelphia Inquirer gesehen hat. Und Lansky war – so Kaufmans Erinnerung – eine der Personen, die er, Rosenstiel, als einen Teil seines Kinderprostitutions- und Erpressungsrings, der auf hochrangige Beamte abzielte, vor legaler Verfolgung zu schützen suchte, und man hatte ihn, Rosenstiel, sagen hören: Sollte die Regierung „jemals Druck auf Lansky oder einen von uns ausüben, dann werden wir das [eine bestimmte Aufnahme von einer der Partys] als Druckmittel verwenden.“

Es war bekannt, dass Lansky Rosenstiel als „Oberbefehlshaber“ bezeichnete, ein Titel, der für ihn später von einer anderen Person benutzt wurde, die tief mit der Mafia und der sexuellen Erpressung verknüpft war und die zuvor in diesem Bericht als Rosenstiels „Feldkommandant“ bezeichnet wurde.

Lansky hatte auch enge Beziehungen zur CIA und dem US-Militärgeheimdienst. Lansky arbeitete – zusammen mit seinem Partner Benjamin „Bugsy“ Siegel – während des Zweiten Weltkriegs mit dem Geheimdienst der Navy bei einer Operation namens „Operation Underworld“ zusammen. Eine Operation, deren Existenz die Regierung mehr als 40 Jahre lang abgestritten hat.

Douglas Valentine, ein Journalist und bekannter Chronist verdeckter CIA-Aktivitäten, bemerkte in seinem Buch Die CIA als organisiertes Verbrechen: Wie illegale Operationen Amerika und die Welt korrumpiert haben, dass die Zusammenarbeit der Regierung mit der Mafia während des 2. Weltkriegs zu deren Ausweitung nach dem Krieg geführt und die Bühne für ihre zukünftige Kollaboration mit dem US-Geheimdienst bereitet hat.

So schreibt Valentine:

Hochrangige Regierungsbeamte waren sich ebenfalls bewusst, dass der faustische Pakt, den die Regierung mit der Mafia während des 2. Weltkriegs eingegangen war, es den Gangstern erlaubte, sich ins Mainstream-Amerika einzuschleichen. Als Gegenleistung für die während des Krieges geleisteten Dienste wurden die Mafiabosse für Dutzende von ungelösten Mordfällen vor einer Strafverfolgung bewahrt. [… ]

Die Mafia war 1951 [als das Kefauver-Komitee einberufen wurde] ein großes Problem, das dem heutigen Terrorismus entspricht. Aber sie war auch ein geschützter Zweig der CIA, die selbst kriminelle Organisationen auf der ganzen Welt anheuerte und sie in ihrem geheimen Krieg gegen die Sowjets und die Rotchinesen einsetzte. Die Mafia hatte mit Onkel Sam zusammengearbeitet und war aus dem Zweiten Weltkrieg gestärkt hervorgegangen. Sie kontrollierte Städte im ganzen Land.“

In der Tat, nicht lange nach ihrer Gründung knüpfte die CIA im Auftrag von CIA- Spionageabwehrchef James J. Angleton Beziehungen zu Lansky. Als Teil ihrer durchwegs fruchtlosen Bemühungen, den kubanischen Führer Fidel Castro zu ermorden, wandte sich die CIA später in den frühen 1960er Jahren an die mit Lansky verbundene Mafia und zeigte damit, dass die CIA ihre Kontakte zu den von Lansky kontrollierten Elementen der Mafia lange nach der ersten Begegnung mit Lansky beibehielt.

Die CIA hatte auch enge Verbindungen zu Mitarbeitern Lanskys wie Edward Moss, der für Lansky Öffentlichkeitsarbeit leistete und von dem damaligen Generalinspektor der Agentur, J. S. Earman, als „von Interesse“ für die CIA angesehen wurde. Harry „Happy“ Meltzer war ein weiterer Lansky-Mitarbeiter, der ein CIA-Aktivposten war. Die CIA forderte Meltzer im Dezember 1960 auf, sich einem Ermordungs-Team anzuschließen.

Neben der CIA war Lansky über Tibor Rosenbaum auch mit einem ausländischen Geheimdienst verbunden. Rosenbaum, ein Waffenhändler und hochrangiger Beamter im israelischen Mossad, wusch über seine Bank, die International Credit Bank of Geneva, einen großen Teil von Lanskys kriminellen Gewinnen und führte sie dem Recycling in legitimen amerikanischen Geschäften zu.

Der Journalist Ed Reid, Autor der Virginia Hill Biografie The Mistress and the Mafia, schrieb, dass Lansky bereits 1939 mächtige Personen mittels sexueller Erpressung hereinlegen wollte. Reid behauptet, Lansky habe Ms. Hill nach Mexiko geschickt, wo seine West Coast Connections einen Drogenring aufgebaut hatten, in den später das OSS, der Vorläufer der CIA, verwickelt war, um zahlreiche „Top-Politiker, Armeeoffiziere, Diplomaten und Polizeibeamte“ zu verführen.

Schließlich wurde Lansky zugeschrieben, er habe irgendwann in den 1940ern kompromittierende Fotos von FBI-Direktor J. Edgar Hoover erhalten, die „Hoover in einer Art schwuler Situation“ zeigten, so ein ehemaliger Mitarbeiter Lanskys, der auch sagte, Lansky habe oft behauptet: „Ich habe diesen Hurensohn dingfest gemacht“. Die Fotos zeigten Hoover bei sexueller Aktivität mit seinem langjährigen Freund, dem Stellvertretendem FBI-Direktor Clyde Tolson.

Irgendwann gelangten diese Fotos in die Hände von CIA-Spionageabwehrchef James J. Angleton, der die Fotos später mehreren anderen CIA-Beamten zeigte, darunter John Weitz und Gordon Novel. Angleton war bis zu seinem Abschied aus der Agentur 1972 verantwortlich für die Beziehungen der CIA zum FBI und zum israelischen Mossad und er stand, wie bereits erwähnt, auch in Kontakt mit Lansky.

Anthony Summers, ein ehemaliger BBC-Journalist und Autor von Official and Confidential: The Secret Life of J. Edgar Hoover, hat dagegengehalten, es sei nicht Lansky, sondern OSS-Direktor William Donovan gewesen, der die Original-Hoover-Fotos erhalten und sie später mit Lansky geteilt habe.

Summers behauptete ferner, dass „für [die Gangster Frank] Costello und Lansky die Fähigkeit, Politiker, Polizisten und Richter zu korrumpieren, für Mafia-Operationen von fundamentaler Bedeutung war. Ihr Weg, mit Hoover umzugehen, bezog seine Homosexualität ein, so sagen verschiedene Quellen der Mafia.“ Diese Anekdote zeigt, dass Lansky und die CIA eine heimliche Beziehung unterhielten, die u. a. das Teilen von Erpressungsmaterial (d.h. „Spionage“) beinhaltete.

Ebenso ist es möglich, dass Hoover von der Mafia während einer von Rosenstiels „Blackmail-Partys“ eingefangen wurde, wo sich Hoover manchmal in Gesellschaft prominenter Figuren der Mafia befand. Von Hoover wird behauptet, er habe bei einigen Gelegenheiten Frauenkleider getragen, und Meyer Lanskys Ehefrau sagte später, ihr Ehemann besitze Fotos des ehemaligen FBI-Direktors in Frauenkleidern. Darüber hinaus ist bekannt, dass Hoover bereits 1939 ungewöhnliche Bedenken zum Umgang des FBI mit Rosenstiels kriminellen Verbindungen äußerte, in jenem Jahr also, in dem sein enger Bekannter Lansky aktiv die sexuelle Erpressung mächtiger politischer Personen inszenierte.

Die Erpressung Hoovers und der Besitz der Mafia solcher Beweise ist als Hauptgrund angeführt worden, warum Hoover jahrzehntelang leugnete, dass landesweite Netzwerke des organisierten Verbrechens ein ernsthaftes Problem seien. Hoover versicherte, das sei ein dezentrales, örtliches Problem und liege somit außerhalb des Zuständigkeitsbereichs des FBI. Als Hoover 1963 endlich die Existenz national organisierter Verbrechernetzwerke eingestand, waren sie so sehr im US-Establishment eingebettet, dass sie unberührbar wurden.

Der Kriminal-Berater im Kongress, Ralph Salerno, sagte Summers 1993, Hoovers willentliche Ignoranz des organisierten Verbrechens während der meisten Zeit seiner Karriere als FBI-Direktor habe „es zugelassen, dass das organisierte Verbrechen im wirtschaftlichen und politischen Bereich sehr mächtig geworden ist, so dass es für das Wohl dieses Landes inzwischen eine viel größere Gefahr darstellt, als wenn das Problem früher angegangen worden wäre.“

J. Edgar Hoover: Opfer von Erpressung?

Die meisten Aufzeichnungen legen den Beginn von Hoovers Beziehung zu Rosenstiel in die 1950er Jahre, jenes Jahrzehnt, in dem Susan Kaufman berichtete, dass Hoover Rosenstiels Erpressungspartys besuchte. Rosenstiels FBI-Akte, die Summers einsehen konnte, besagt, dass das erste Rosenstiel-Treffen 1956 stattfand, obwohl Summers anmerkt, es gebe Belege dafür, dass sie sich schon viel früher kennengelernt hatten. Nach dem Ersuchen um ein Treffen wurde Rosenstiel innerhalb von Stunden ein persönliches Gespräch mit dem Direktor bewilligt. Die FBI-Akte über Rosenstiel verrät auch, dass der Spirituosen-Baron Hoover schwer beeinflusste, um seine eigenen Geschäftsinteressen zu fördern.

Während dieser Zeit waren der US-Geheimdienstgemeinde und der Mafia die peinlichen Details über Hoovers Sexleben bereits bekannt, und Hoover war bewusst, dass sie über seine versteckte Sexualität und seine Vorliebe für Frauenkleider Bescheid wussten. Doch Hoover selbst schien genau diese Art sexueller Erpressung zu wählen, die sein Privatleben gefährdet hatte, da er in den 1950er und 1960er Jahren auf vielen von Rosenstiels „Erpressungs-Partys“ gesehen wurde, unter anderem in Rosenstiels Privatwohnung und später im Plaza Hotel in Manhattan. Hoovers Vorliebe für das Anziehen von Frauenkleidern wurde auch von zwei Zeugen beschrieben, die nicht mit Susan Kaufman in Verbindung standen.

Bald nach ihrem ersten „offiziellen“ Treffen blühte die öffentliche Beziehung zwischen ihnen auf, Hoover schickte Rosenstiel sogar Blumen, wenn dieser krank war. Summers berichtete, 1957 habe man Rosenstiel während eines Treffens mit Hoover sagen hören: „Ihr Wunsch ist mir Befehl.“ Ihre Beziehung blieb während der 1960er und darüber hinaus eng und intim.

So wie Rosenstiel war auch Hoover gut bekannt für das Anhäufen von Erpressungsmaterial über Freund wie Feind. Hoovers Büro enthielt „Geheimakten“ über zahlreiche mächtige Personen in Washington und darüber hinaus. Akten, die er benutzte, um Gefälligkeiten zu erlangen und seinen Status als FBI-Direktor zu schützen, solange er wollte.

Hoovers eigene Neigung zu Erpressung deutet darauf hin, dass er möglicherweise direkter in Rosenstiels sexuelles Erpressungssystem verwickelt war, da er bereits wusste, dass er kompromittiert war. Seine Beteiligung am System hätte ihm dann als Mittel zur Beschaffung des Erpressungsmaterials gedient, das er für seine eigenen Zwecke haben wollte. Wenn Hoover tatsächlich nur von dem mit Lansky-Rosenstiel verbundenen Mob erpresst worden wäre, ist es unwahrscheinlich, dass er bei diesen Treffen so freundlich zu Rosenstiel, Lansky und den anderen Gangstern gewesen wäre und so regelmäßig daran teilgenommen hätte.

Laut dem Journalisten und Autor Burton Hersh war Hoover auch mit Sherman Kaminsky verbunden, der ein sexuelles Erpressungsprogramm mit jungen männlichen Prostituierten in New York durchführte. Diese Operation flog auf und wurde 1966 in einer Erpressungsermittlung unter der Leitung von Manhattans Staatsanwalt Frank Hogan untersucht, obwohl das FBI eilig die Untersuchung übernahm und Fotos, die Hoover und Kaminsky zusammen zeigten, bald aus der Gerichtsakte verschwanden.

Hoovers und Rosenstiels enge Verbindungen sollten sich über die Jahre weiterentwickeln. Ein Beispiel dafür kann man in Rosenstiels Verpflichtung des langjährigen Hoover-Mitarbeiters Louis Nichols als Vizepräsident seines Schenley Spirituosen-Imperiums erkennen sowie in Rosenstiels Spende von mehr als einer Million Dollar an die J. Edgar Hoover Stiftung, die damals ebenfalls von Nichols geleitet wurde.

Es gibt auch mehr als eine dokumentierte Gelegenheit, bei der Hoover versucht hat, Erpressung zum Schutz von Rosenstiel und dessen „Feldkommandanten“ einzusetzen. Dieser letztere war kein anderer als der berüchtigte Roy Cohn, die zweite Schlüsselfigur in Rosenstiels sexuellem Erpressungssystem mit Minderjährigen.

Die Herstellung eines Monsters

Jahrzehnte nach seinem Tod bleibt Roy Cohn eine umstrittene Figur, großenteils wegen seiner engen persönlichen Beziehung zum derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump. Doch neuere wie ältere Berichte über Cohn übersehen oft etwas bei ihrer Charakterisierung des Mannes, der eng mit dem Weißen Haus von Reagan, mit der CIA, dem FBI, der organisierten Kriminalität und übrigens auch vielen jener Persönlichkeiten verbunden war, die später Jeffrey Epstein umgeben sollten.

Um die wahre Natur dieses Mannes zu verstehen, ist es unerlässlich, seinen Aufstieg zur Macht in den frühen 1950ern zu untersuchen, als er mit nur 23 Jahren zu einer Schlüsselfigur wurde – zuerst im hochkarätigen Prozess gegen die sowjetischen Spione Ethel und Julius Rosenberg und später als rechte Hand des Senators Joseph McCarthy (R-WI).

Cohns Engagement für antikommunistische Aktivitäten in den 1950er Jahren soll ihn zuerst bei J. Edgar Hoover beliebt gemacht haben, den er 1952 kennenlernte. Während dieses Treffens, das von Hersh in Bobby and J. Edgar: The Historic Face-Off Between the Kennedys und J. Edgar Hoover That Transformed America beschrieben wurde, äußerte Hoover Bewunderung für Cohns aggressive und manipulative Taktiken und sagte Cohn, er solle „mich direkt anrufen“, wann immer er mitteilenswerte Informationen habe. Von da an tauschten Cohn und Hoover „Gefälligkeiten, überschwängliche Komplimente, Geschenke und aufwändige private Dinners. Es kam schnell zu ‚Roy‘ und ‚Edgar‘.“ Hersh beschreibt Hoover auch als Cohns baldigen „Consigliere“.

Das Datum und die Umstände von Cohns Bekannschaft mit Rosenstiel sind schwieriger zu ermitteln. Möglicherweise wurde die Verbindung durch Roy Cohns Vater Albert Cohn hergestellt, einen prominenten Richter und einflussreichen Mann im Apparat der Demokratischen Partei von New York City, die damals von Edward Flynn geleitet wurde. Später kam heraus, dass die von Flynn dominierte und in der Bronx ansässige Organisation der Demokraten über langjährige Verbindungen zur organisierten Kriminalität verfügte, einschließlich zu Mitarbeitern Meyer Lanskys.

Unabhängig davon, wie oder wann sie begann, war die Beziehung zwischen Cohn und Rosenstiel eng und wurde oft mit der zwischen Vater und Sohn verglichen. Sie sollen sich in der Öffentlichkeit häufig begrüßt haben und blieben einander nahe, bis Rosenstiel kurz vor dem Tod stand, woraufhin Cohn versuchte, seinen senilen „Freund“ und Kunden, der zu dem Zeitpunkt schon kaum mehr bei Verstand war, zu beschwatzen, ihn zum Testamentsvollstrecker und Treuhänder des Nachlasses des Schnapsmagnaten im Wert von geschätzt 75 Millionen Dollar (mehr als 334 Millionen in heutigen Dollar) zu ernennen.

Das LIFE-Magazin berichtete 1969, dass Cohn und Rosenstiel sich seit Jahren gegenseitig als „Field Commander“ (Feldkommandant) bzw. „Supreme Commander“ (Oberbefehlshaber) bezeichneten. Medienverweise auf diese Spitznamen erscheinen auch in anderen Artikeln aus jener Zeit.

Obwohl LIFE und andere Medien dies lediglich als Anekdote über die Spitznamen interpretiert hatten, die im Scherz zwischen engen Freunden gebraucht wurden, legt die Tatsache, dass der berüchtigte Verbrecherkönig Meyer Lansky Rosenstiel ebenfalls als „Oberbefehlshaber“ bezeichnete, und dass Cohn und Rosenstiel später eng in den gleichen pädophilen Sexring eingebunden werden sollten, die Vermutung nahe, dass mehr an diesen „Spitznamen“ dran sein könnte. Schließlich benutzte der mit Rosenstiel verbundene Mob oft militärische Titel wie „Soldat“ und „Leutnant“, um den Rang und die Bedeutung seiner Mitglieder zu unterscheiden.

Nachdem er seine Verbindung zu Hoover aufgebaut hatte, begann Cohns Stern in Washington noch höher zu steigen. Hoovers Empfehlung von Cohn wurde zum entscheidenden Faktor für dessen Ernennung zum Chefberater des Senators McCarthy über Robert Kennedy, Cohns Rivalen und erbitterten Feind.

Obwohl Cohn als McCarthys Berater gnadenlos und scheinbar unantastbar war und dem Senator half, viele Karrieren zur Zeit der Kommunisten- und Schwulenhatz zu zerstören, sollten seine Mätzchen bei seiner Arbeit im Komitee schließlich zu seinem Untergang führen, nachdem er versucht hatte, die Armee im Gegenzug für eine Vorzugsbehandlung des Komitee-Beraters, seines angeblichen Geliebten David Schine zu erpressen.

Nachdem er aufgrund des Skandals gezwungen war, McCarthys Seite zu verlassen, kehrte Cohn nach New York zurück, um bei seiner Mutter zu leben und als Anwalt zu arbeiten. Einige Jahre später organisierte der New Yorker Richter David Peck, ein langjähriger Mitarbeiter des ehemaligen CIA-Direktors Alan Dulles, Cohns Anstellung bei der New Yorker Anwaltskanzlei Saxe, Bacon und O’Shea – die später Saxe, Bacon und Bolan werden sollte, nachdem Tom Bolan, ein Freund Cohns, Partner der Kanzlei geworden war. Nach seiner Anstellung führte Cohn der Firma eine Reihe von Kunden mit Mafia-Verbindungen zu, darunter hochrangige Mitglieder der Gambino-Verbrecher-Familie, der Genovese-Verbrecher-Familie und natürlich Lewis Rosenstiel.

Was geschah in Suite 233?

Die von Roy Cohn in den 1950er Jahren geknüpften Verbindungen machten ihn zu einer bekannten öffentlichen Persönlichkeit und führten zu großem politischen Einfluss, der während der Präsidentschaft Ronald Reagans seinen Höhepunkt erreichte. Doch während Cohn sein öffentliches Image aufbaute, entwickelte er auch ein dunkles Privatleben, das von der gleichen erpresserischen pädophilen Betrügerei dominiert werden sollte, die anscheinend mit Lewis Rosenstiel begonnen hatte.

Eine der „Erpressungspartys“, an der Susan Kaufman mit ihrem damaligen Ehemann Lewis Rosenstiel teilnahm, wurde 1958 von Cohn in Manhattans Plaza Hotel, Suite 233, gegeben. Kaufman beschrieb Cohns Suite als „schöne Suite…. alles in hellblau.“ Sie beschrieb, wie sie Hoover, der Frauenkleider trug, von Cohn vorgestellt wurde, der ihr in einem Anfall von kaum unterdrücktem Gelächter sagte, Hoovers Name sei „Mary“. Kaufman bezeugte, dass kleine Jungen anwesend waren, und Kaufman behauptete, dass Cohn, Hoover und ihr Ex-Mann mit diesen Minderjährigen sexuell aktiv wurden.

Der New Yorker Anwalt John Klotz, der mit der Untersuchung Cohns in einem Fall weit nach Kaufmans Aussage beauftragt war, fand ebenfalls Hinweise auf die „blaue Suite“ im Plaza Hotel und deren Rolle in einem Sex-Erpressungsring, nachdem er örtliche Regierungsdokumente und Informationen von Privatdetektiven durchsucht hatte. Klotz erzählte später dem Journalisten und Autor Burton Hersh, was er erfahren hatte:

Roy Cohn lieferte Schutz. Es waren haufenweise Pädophile beteiligt. Damit hat Cohn seine Macht erlangt – mit Erpressung.“

Die vielleicht vernichtendste Bestätigung von Cohns Aktivitäten in Suite 233 sind seine eigenen Aussagen gegenüber dem ehemaligen NYPD-Detektiv und Ex-Leiter der Abteilung für Menschenhandel und Verbrechensbekämpfung, James Rothstein. Rothstein erzählte später John DeCamp – einem ehemaligen Nebraska State-Senator, der einen mit der Regierung verbundenen Kindersexring in Omaha untersuchte – neben anderen Untersuchern in einem Interview, Cohn habe zugegeben, Teil eines sexuellen Erpressungssystems zu sein, das mit Kinderprostituierten auf Politiker abzielte.

Rothstein erzählte DeCamp folgendes über Cohn:

Cohns Job war es, die kleinen Jungs zu besorgen. Angenommen, man hatte einen Admiral, einen General, einen Kongressabgeordneten, der bei einem Programm nicht mitmachen wollte. Cohns Job war es, sie reinzulegen, dann machten sie mit. Cohn hat mir das persönlich erzählt.“

Rothstein erzählte später Paul David Collins, einem ehemaligen Journalisten, der Forscher geworden war, dass Cohn diese sexuelle Erpressung auch als einen Teil des antikommunistischen Kreuzzugs jener Zeit identifiziert hatte.

Die Tatsache, dass Cohn, so Rothsteins Erinnerung, angab, dass der Kindersex-Erpressungsring Teil des von der Regierung gesponserten antikommunistischen Kreuzzugs war, deutet darauf hin, dass Elemente der Regierung, einschließlich Hoovers FBI, auf einer viel breiteren Ebene eingebunden gewesen sein könnten als Hoovers eigene persönliche Beteiligung, da das FBI sich für einen Großteil der „Roten Angst“ eng mit McCarthy und Cohn absprach.

Es ist auch erwähnenswert, dass sich unter Hoovers vielen „geheimen“ Erpressungsakten ein umfangreiches Dossier über Senator McCarthy befand, dessen Inhalt stark darauf hindeutet, dass der Senator selbst an minderjährigen Mädchen interessiert war. Laut dem Journalisten und Autor David Talbot war Hoovers Akte über McCarthy „gefüllt mit beunruhigenden Geschichten über McCarthys Gewohnheit, im betrunkenen Zustand die Brüste und das Gesäß junger Mädchen zu begrapschen. Die Geschichten waren so weit verbreitet, dass sie in der Hauptstadt zu ‚Allgemeinwissen‘ wurden, so ein FBI-Chronist.“

Talbot zitiert in seinem Buch The Devil’s Chessboard [Das Schachbrett des Teufels] auch Walter Trohan, den Washingtoner Bürochef der Chicago Tribune, als Zeuge von McCarthys Gewohnheit, junge Frauen zu belästigen. „Er konnte einfach nicht die Hände von jungen Mädchen lassen“, sagte Trohan später. „Warum die kommunistische Opposition ihm nicht eine Minderjährige untergejubelt und einen Aufschrei wegen Vergewaltigung erhoben hat, weiß ich nicht.“ Vielleicht liegt die Antwort darin, dass diejenigen, die ihren politischen Feinden Minderjährige „unterjubelten“, McCarthys Verbündete und enge Mitarbeiter waren, nicht seine Feinde.

Die Frage, die sich zwangsläufig aus den Enthüllungen über Cohns Aktivitäten in Suite 233 ergibt, ist: Wen hat Cohn sonst noch „geschützt“ und mit minderjährigen Prostituierten versorgt? Unter ihnen könnte sehr wohl einer von Cohns engen Freunden und Kunden gewesen sein: Kardinal Francis Spellman von der Erzdiözese New York, der bei einigen dieser Partys, die Cohn im Plaza Hotel veranstaltete, anwesend gewesen sein soll.

Spellman – eine der mächtigsten Persönlichkeiten der Katholischen Kirche in Nordamerika, manchmal als „Amerikas Papst“ bezeichnet – wurde beschuldigt, nicht nur die Pädophilie in der katholischen Kirche zu dulden und bekannte Pädophile wie Kardinal Theodore „Onkel Teddy“ McCarrick zu ordinieren, sondern sich auch selbst in einem Maß damit zu befassen, dass viele Priester aus dem New Yorker Raum ihn weithin als „Mary“ bezeichneten. Außerdem soll J. Edgar Hoover eine Akte über das Sexualleben des Kardinals gehabt haben, die auf die Beteiligung Spellmans am Ring und an pädophiler Schutzgelderpressung hinweist, an denen Cohn und Hoover persönlich beteiligt waren.

Menschen in Cohns Umfeld bemerkten oft, dass er häufig von Gruppen kleiner Jungen umgeben war, aber schienen sich nichts dabei zu denken. Ähnliche abweisende Kommentare über Epsteins Vorliebe für Minderjährige kamen vor seiner Verhaftung aus dessen Umfeld.

Der kontroverse republikanische Politakteur und „schmutzige Gauner“ Roger Stone – der wie Donald Tump ein Protegé Cohns war – sagte in einem Interview mit dem New Yorker im Jahr 2008 folgendes über Cohns Sexualleben:

Roy war nicht schwul. Er war jemand, der gerne Sex mit Männern hatte. Schwule waren schwach, verweiblicht. Um ihn herum waren anscheinend immer diese jungen blonden Buben. Darüber wurde nie geredet. Er war an Macht und Zugang interessiert.“

Man vergleiche dieses Stone-Zitat mit dem, was Donald Trump, der gleichfalls Cohn nahestand, später über Jeffrey Epstein sagte, mit dem er ebenfalls eng verbunden war:

Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Klasse Typ. Es ist lustig mit ihm. Man sagt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind etwas jünger. Keine Frage – Jeffrey liebt die Geselligkeit.“

Obwohl nicht bekannt ist, wie lange der Sex-Ring im Plaza Hotel weiterging und ob er nach Cohns Tod durch AIDS 1986 weiterging, so ist doch bemerkenswert, dass Donald Trump 1988 das Plaza Hotel kaufte. Später wurde berichtet und von damals Anwesenden bestätigt, dass Trump „oft Partys in den Suiten des Plaza Hotels gab, als es ihm gehörte. Und dort wurden junge Frauen und Mädchen alten und reichen Männern vorgestellt und illegale Drogen und junge Frauen wurden herumgereicht und benutzt.“
https://www.thedailybeast.com/inside-donald-trumps-one-stop-parties-attendees-recall-cocaine-and-very-young-models

Andy Lucchesi, ein männliches Model, das mithalf, einige der Partys im Plaza Hotel für Trump zu organisieren, sagte folgendes, als er über das Alter der anwesenden Frauen gefragt wurde: „Viele 14-jährige Mädchen sehen aus wie 24. Pikanteres will ich dazu nicht sagen. Ich habe nie gefragt, wie alt sie waren; ich habe nur teilgenommen. Ich habe auch an Aktivitäten teilgenommen, die wohl umstritten wären.“

Die Roy Cohn-Maschine

Roy Cohn stand erst am Anfang seiner Karriere, als er seinen Weg in den sexuellen Erpressungsring einschlug, der anscheinend von Lewis Rosenstiel geführt wurde. Tatsächlich war Cohn erst 23 Jahre alt, als er Hoover kennenlernte. Im Laufe von etwa drei Jahrzehnten, bevor er 1986 im Alter von 56 Jahren an Komplikationen von AIDS starb, baute Cohn eine gut geölte Maschine auf, hauptsächlich durch seine engen Freundschaften mit einigen der einflussreichsten Personen des Landes.

Zu Cohns Freunden gehörten Top-Medien-Persönlichkeiten wie Barbara Walters, ehemalige CIA-Direktoren, Ronald Reagan und seine Frau Nancy, die Medien-Mogule Rupert Murdoch und Mort Zuckerman, zahlreiche Berühmtheiten, prominente Juristen wie Alan Dershowitz, Top-Figuren in der Katholischen Kirche und in führenden jüdischen Organisationen wie B’nai B’rith und dem World Jewish Congress. Viele Namen, die Cohn bis zu seinem Tod Ende der 1980er umgaben, sollten später im Umfeld Jeffrey Epsteins auftauchen und erschienen später in Epsteins jetzt berüchtigtem „kleinen schwarzen Buch“.

Während Präsident Trump eindeutig mit Epstein und Cohn verbunden ist, erstreckt sich Cohns Netzwerk auch auf den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, dessen Freund und langjähriger politischer Berater Richard „Dirty Dick“ Morris war – ein Cousin und enger Partner Cohns. Morris war auch eng mit Clintons ehemaligem Kommunikationsdirektor George Stephanopoulos verbunden, der ebenfalls mit Jeffrey Epstein verknüpft ist.

Doch das waren nur Cohns Verbindungen zu geachteten Mitgliedern des Establishments. Er war auch für seine tiefen Verbindungen zum Mob bekannt und wurde vor allem durch seine Fähigkeit prominent, Schlüsselpersonen in der kriminellen Unterwelt mit geachteten, für die Öffentlichkeit akzeptablen Persönlichkeiten bekannt zu machen. Letztendlich, wie der New Yorker Anwalt John Klotz sagte, war Cohns mächtigstes Werkzeug die Erpressung, die er gegen Freund und Feind, Gangster oder Beamten gleichermaßen benutzte. Wie groß der Anteil seines sexuellen Erpressungssystems an der Gesamtheit seiner Erpressungsoperationen war, wird wahrscheinlich nie bekannt werden.

Wie Teil 2 dieser exklusiven Untersuchung zeigen wird, haben Cohn und Epstein und ihre sexuellen Erpressungsoperationen vieles gemeinsam, darunter nicht nur viele derselben berühmten Freunde und Gönner, sondern auch Verbindungen zu Geheimdiensten und Vereinigungen von Geschäftsleuten mit Verbindungen zur Mafia, die modernen Äquivalente von Samuel Bronfman und Lewis Rosenstiel, die inzwischen als „Philanthropen“ firmieren.

Teil 2 wird auch offenlegen, dass Cohn mit seinem Erpressungssystem bekanntermaßen Nachfolger gefunden hat, wie sich an einer Reihe von Skandalen in den frühen 1990ern zeigen lässt, die inzwischen unter den Teppich gekehrt worden sind. Die erheblichen Überschneidungen zwischen Epsteins und Cohns verdeckten Aktivitäten bei sexueller Erpressung und ihre Verbindungen zu vielen derselben mächtigen Individuen und Einflusskreise deuten stark darauf hin, dass Epstein einer von Cohns Nachfolgern war.

Wie im letzten Teil dieser Serie gezeigt wird, ist Epstein nur die jüngste Inkarnation eines viel älteren, umfangreicheren und anspruchsvolleren Systems, das einen beängstigenden Einblick in die tiefe Verbindung der US-Regierung mit den modernen Äquivalenten der organisierten Kriminalität bietet. Das macht es zu einer riesigen Betrügerei, wahrlich zu groß um zu scheitern.

*

Whitney Webb ist eine MintPress News-Journalistin, die in Chile lebt. Sie hat für mehrere unabhängige Medien gearbeitet, unter anderem für Global Research, EcoWatch, das Ron Paul Institute und 21st Century Wire. Sie hatte verschiedene Auftritte in Radio und Fernsehen und ist Preisträgerin des Serena Shim Awards for Uncompromised Integrity in Journalism von 2019.


Der Fall Jeffrey Epstein – Die Epstein Saga

Erstveröffentlichung auf mintpressnews.com

Übersetzt von FritztheCat und Jokerin
https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/die-epstein-saga-teil-2/

https://www.mintpressnews.com/blackmail-jeffrey-epstein-trump-mentor-reagan-era/260760/

Der Fall Jeffrey Epstein: Too Big to Fail – Teil 2

Regieren mittels Erpressung: Jeffrey Epstein, Trumps Mentor und die finsteren Geheimnisse der Reagan-Ära

Von Whitney Webb, 25.07.2019 (zahlreiche Links im Original!)


Jeffrey Epstein, der Milliardär, der jetzt im Gefängnis sitzt und wegen Sexhandels mit Minderjährigen angeklagt ist, hat in den Wochen nach seiner Verhaftung am 6. Juli die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen. Mit ein Grund für das andauernde Medieninteresse sind Epsteins angebliche Verbindungen zu Geheimdiensten und die neuen Informationen über das wahre Ausmaß der sexuellen Erpressungsoperationen, die Epstein vermutlich seit Jahrzehnten am Laufen hielt.

Wie MintPress letzte Woche berichtete, konnte Epstein seine schmutzige Operation eben deswegen so lange durchführen, weil seine Aktivitäten nur die letzte Verkörperung einer viel älteren, viel umfangreicheren Operation sind, die in den 1950ern und vielleicht schon früher begann.

Es begann mit dem Spirituosen-König Lewis Rosenstiel, der Verbindungen zur Mafia hatte, und mit Roy Cohn, Rosenstiels Protegé und zukünftigem Mentor Donald Trumps. Und Epstein Netz ist nur eines von vielen sexuellen Erpressungsprogrammen mit Kindern, die alle demselben Netzwerk angehören, in welchem sich Elemente der organisierten Kriminalität finden, mächtige Politiker in Washington, Lobbyisten und „Mittelsmänner“ sowie eindeutigen Verbindungen zu Geheimdiensten und dem FBI.

Dieser Bericht, Teil 2 der Serie mit dem Titel „Der Fall Jeffrey Epstein: Too Big To Fail“, wird sich mit Cohns engen Verbindungen zur Reagan-Regierung beschäftigen, die ebenfalls mit demselben Netzwerk des organisierten Verbrechens verbunden war, das von der berüchtigten Mafia-Figur Meyer Lansky geleitet wurde. Das wurde in Teil 1 besprochen. Von besonderer Bedeutung ist das „Iran Contra“-Netzwerk, eine Gruppe von Reagan-Beamten und Beratern, die im Iran Contra-Skandal eine Schlüsselrolle spielten. Obwohl es jahrelang relativ unbekannt war, haben viele Schlüsselfiguren dieses Netzwerks sowie einige Mitarbeiter der CIA, die in das Verschieben von Geldern an die Contra-Paramilitärs in Mittelamerika verwickelt waren, auch mit Minderjährigen gehandelt und für sie sexuelle Erpressungsringe benutzt.

Einige dieser Ringe machten über die Jahre hier und da Schlagzeilen – etwa der „Callboy-Ring“ des Washingtoner Lobbyisten Craig Spence, oder der Franklin Kindersex- und Mörder-Ring von Larry King, einem Mitarbeiter der Republikaner, bis hin zu jenem Skandal, der sich Ende der 1980er in der katholischen Wohlfahrtsorganisation Covenant House ereignete.

Wie dieser Bericht zeigen wird, waren alle diese Ringe – und weitere – mit demselben Netzwerk verbunden, in das Schlüsselfiguren mit Verbindungen zum Weißen Haus unter Reagan und zu Roy Cohn verwickelt waren. Er enthüllt damit das wahre Ausmaß der schmutzigen Sex-Erpressungsoperationen und Sex-Ringe, die innerhalb der USA und sogar in Zentralamerika mit Kindern handelten, um sie durch gefährliche und mächtige Pädophile in den Vereinigten Staaten ausbeuten zu lassen.

Entsetzlich sowohl aufgrund des üblen Missbrauchs von Kindern selbst, als auch wegen der erschreckenden Auswirkungen der Erpressung auf die Regierung, wirft dieses Gewirr widerwärtiger Allianzen ein fahles Licht auf die politische Geschichte der Vereinigten Staaten von der Prohibitionszeit bis zur Gegenwart und dem Zeitalter Trumps, was immer deutlicher wird, da immer mehr Informationen im Zusammenhang mit dem Fall Jeffrey Epstein ans Licht kommen.

„Roy konnte jeden in der Stadt herumkriegen“

Seitdem Donald Trump 2015 auf die politische Bühne geplatzt ist, haben das Vermächtnis seines Mentors Roy Cohn und dessen Einfluss auf seinen berühmtesten Protegé wieder die Aufmerksamkeit der Medien erregt. Viele der Kurzbiographien über Cohn nach Trumps Aufstieg haben sich ausschließlich auf bestimmte Schattenseiten von Cohns Geschichte konzentriert, insbesondere auf seine Verbindung zu bedeutenden Persönlichkeiten der organisierten Kriminalität in New York, seine korrupten Geschäfte und schließlich der Entzug seiner Anwaltslizenz. Einige dieser Darstellungen gingen sogar so weit, Cohn als politisch machtlos zu bezeichnen. Während Cohn bekanntermaßen in seiner Karriere mit einer beträchtlichen Menge Schmutz zu tun hatte, übersehen solche Darstellungen des Mannes, dass er eine Einflussmaschine von beispielloser Macht geschaffen hatte, die einige der prominentesten Persönlichkeiten in Medien und Politik sowie einen Kader von Berühmtheiten umfasste.

Cohn war eng mit zahlreichen Berühmtheiten, bekannten Politikern und politischen Funktionären verbunden. Viele seiner Geburtstagspartys haben über die Jahre so berühmte Personen angezogen wie etwa den Künstler Andy Warhol, den Modedesigner Calvin Klein und den Komödianten Joey Adams, und auch bekannte politische Figuren wie den ehemaligen New Yorker Bürgermeister Abraham Beame und den damaligen Abgeordneten aus Brooklyn und späteren Senator Chuck Schumer. 1979 war Margaret Trudeau, die Mutter des derzeitigen kanadischen Premierministers Justin Trudeau, auf Cohns Geburtstagsparty, wo sie bekanntermaßen dessen Geburtstagskuchen ruiniert hat. Und natürlich war Donald Trump, der Mitte der 1970er Cohns Protegé wurde, ein häufiger Gast bei den Einladungen, die zu Cohns Ehren gegeben wurden.

Jene Politiker, Journalisten und Berühmtheiten, die zu Cohns exklusiven Partys eingeladen wurden, hatten Gerüchten zufolge „offene Rechnungen bei Cohns ‚Bank der Gefälligkeiten’“. „Favor Bank“ war der Spitzname für seine inoffizielle Bilanz aus politischen Gefälligkeiten und Schulden, die mit Sicherheit durch seine intensive Verwicklung in sexuelle Erpressungsprogramme von den 1950ern bis in die 1980er informiert und beeinflusst wurde.

Cohn kultivierte viele seiner Freundschaften mit Berühmtheiten durch seine Beziehungen mit und häufigen Besuche im berühmten und berühmt ausschweifenden New Yorker Nachtclub Studio 54. Der Club wurde von Vanity Fair als „das schwindelerregende Epizentrum des Hedonismus der 70er“ beschrieben, „eine heiße Disko mit hübschen Menschen, endlosem Kokain und jeder Art Sex“. Cohn war lange Zeit der Anwalt der Klubbesitzer Steve Rubell und Ian Schrager.

Zu Cohns engsten Freunden gehörte Barbara Walters, die er in der Öffentlichkeit oft als seine „Verlobte“ bezeichnete und die er später dem Leiter der U.S. Information Agency, Chad Wick, und anderen wichtigen Leuten im Weißen Haus unter Reagan vorstellte. Walters war jedoch nur eine von Cohns mächtigen Freunden in den Medien. Zu ihnen gehörten auch Abe Rosenthal, Chefredakteur der New York Times, William Safire, langjähriger Kolumnist der New York Times und Mitarbeiter des New York Magazine, sowie George Sokolsky von The New York Herald TribuneNBC und ABC. Sokolsky war ein besonders enger Freund von Cohn und dem ehemaligen FBI-Direktor J. Edgar Hoover, dessen Beteiligung an Cohns sexuellem Erpressungssystem in Teil 1 dieser Untersuchungsreihe beschrieben wird. Sokolsky leitete mehrere Jahre lang mit Cohn die American Jewish League Against Communism und die Organisation benannte später ihre Ehrenmedaille nach Sokolsky.

Cohn war auch der Anwalt und Freund des Medienmoguls Rupert Murdoch und, laut New York Magazine, „Wann immer Roy wollte, dass eine Geschichte gestoppt, eine Meldung hinzugefügt oder eine Geschichte ausgebeutet wird, dann rief Roy Murdoch an“; und, nachdem Murdoch die New York Post gekauft hatte, machte Cohn „das Blatt zu seiner persönlichen Klinge“. Laut dem verstorbenen Journalisten Robert Parry begann die Freundschaft zwischen Murdoch und Cohn dank ihrer gegenseitigen Unterstützung für Israel.

Cohn stützte sich auch auf seinen lebenslangen Freund aus High School-Zeiten, Si Newhouse Jr., um die Medien zu beeinflussen. Newhouse beaufsichtigte das Medienimperium, zu dem nun Vanity Fair, Vogue, GQ, The New Yorker und zahlreiche lokale Zeitungen in den USA gehören, sowie große Anteile an Kabelsendern. Das New York Magazine bemerkte auch, „Cohn habe seinen Einfluss Anfang der 80er Jahre dazu benutzt, für sich und seine Mob-Kunden in Newhouse-Publikationen Begünstigungen sicherzustellen“. Neben Newhouse wurden Cohns andere High Schoolfreunde, Generoso Pope Jr. und Richard Berlin, später Besitzer des National Enquirer bzw. der Hearst Corporation. Cohn war auch ein enger Freund eines anderen Medienmoguls, Mort Zuckerman, der sich – zusammen mit Rupert Murdoch – mit Jeffrey Epstein anfreundete.

Cohns Medienvertraute, wie der Journalist William Buckley von The National Review und Firing Line, griffen häufig Cohns politische Feinde – insbesondere den langjährigen Staatsanwalt von Manhattan Robert Morgenthau – in ihren Kolumnen an und benutzten Cohn als anonyme Quelle. Buckley, den der Historiker George Nash einst als „die überragende Stimme des amerikanischen Konservatismus und seine erste große ökumenische Figur“ bezeichnete, erhielt 1966 die George-Sokolsky-Medaille, neben Cohns Mandant mit Mafia-Verbindungen und „Supreme Commander“ Lewis Rosenstiel von Cohns American Jewish League Against Communism. Buckley erhielt später einen stark diskontierten 65.000 $ Kredit, um ein Luxusboot von einer Bank zu kaufen, in der Cohn Einfluss hatte und deren Präsident von Cohn selbst ausgewählt worden war, so ein Artikel aus dem Jahr 1969 im LIFE-Magazin.

Buckley diente 1986 als Zeuge beim Gerichtsverfahren gegen Cohn für den Entzug der Anwaltslizenz – neben Barbara Walters, Alan Dershowitz und Donald Trump. Alle außer Buckley erregten später wegen ihrer Beziehungen zu Jeffrey Epstein Aufsehen.

Bei solchen Beziehungen ist es kein Wunder, dass Stanley Friedman – ein Anwalts-Partner von Cohn, der später wegen eines Bestechungs- und Schmiergeld-Skandals in seiner Zeit als Stellvertretender Bürgermeister von New York ins Gefängnis wanderte – 1980 der Journalistin Marie Brenner erzählte: „Roy konnte jeden in der Stadt herumkriegen“.

Politisch allgegenwärtig und polygam

Roy Cohns „Bank der Gefälligkeiten“ und seine einzigartige Position als Bindeglied zwischen der kriminellen Unterwelt und den Reichen und Berühmten und Top-Medienbeeinflussern machten ihn zu einer Kraft, mit der man rechnen musste. Doch es waren seine politischen Verbindungen zu Führungspersönlichkeiten sowohl in der Republikanischen als auch in der Demokratischen Partei sowie seine enge Beziehung zum langjährigen FBI-Direktor J. Edgar Hoover, unter anderen, die ihn und sein dunkles Geheimnis für einen Großteil seines Lebens „unantastbar“ machten. Obwohl er den größten Teil seines politischen Einflusses in den 1950er Jahren geschmiedet hatte, wurde Cohn mit dem Aufstieg von Ronald Reagan noch mächtiger.

Obwohl er seine Zugehörigkeit zur Demokratischen Partei sein Leben lang nominell aufrechterhielt, war Cohn ein bekannter „Fixer“ für republikanische Kandidaten; das zeigt sich deutlich in seiner übergroßen Rolle während der Präsidentschaftskampagnen Ronald Reagans von 1976 und 1980. Während der letzteren traf Cohn auf einen anderen seiner Schützlinge, Roger Stone, den er beim Wahlkampf 1980 schändlicherweise anwies, ein dickes Bestechungsgeld in einem Koffer vor der Haustür des Hauptquartiers der Liberalen Partei zu hinterlassen. Während dieser Kampagne lernte Cohn auch Paul Manafort kennen – ein Mitarbeiter Stones und später Trumps Wahlkampfmanager 2016 – und stellte beide Donald Trump vor.

Cohns Anwaltspartner Tom Bolan war ebenfalls eine einflussreiche Kraft bei Reagans Wahlkampf und leitete später dessen Übergangsteam 1980. Reagan ernannte dann Bolan, den er als Freund betrachtete, zum Direktor der Overseas Private Investment Corporation, der Entwicklungsfinanzierungsinstitution der Regierung, und Bolan war auch der New Yorker Finanz-Mitvorsitzende in Reagans Wahlkämpfen 1980 und 1984. Bolan stand auch anderen in Cohns Umfeld nahe, etwa William F. Buckley Jr., Donald Trump und Rupert Murdoch.

Darüberhinaus war Bolan maßgeblich an der Verschaffung von Bundesrichterämtern für mehrere Personen beteiligt, die später einflussreich werden sollten, darunter der zukünftige FBI-Direktor Louis Freeh. Cohn erreichte auch, dass Freunde von Kunden zu Bundesrichtern ernannt wurden, darunter Donald Trumps Schwester Maryanne Trump Barry. Nachdem Barry zur Bundesrichterin ernannt worden war, rief Trump Cohn an, um ihm dafür zu danken, dass er für seine Schwester die Fäden gezogen hatte.

Obwohl Cohn keinen öffentlichen Posten in der Reagan-Administration erhielt, war er nicht nur ein „schmutziger Trickser“, der während der Reagan-Wahlkämpfe im Schatten arbeitete. Tatsächlich arbeitete er eng mit einigen der sichtbareren Gesichter der Kampagne zusammen, darunter der damalige Kommunikationsdirektor für Reagans Wahlkampf 1980 und spätere CIA-Direktor William Casey. Laut Christine Seymour – Cohns langjährige Telefonistin seit den späten 1960er Jahren bis zu seinem Tod 1986, die seine Telefongespräche mithörte – waren Casey und Cohn enge Freunde, und während des Wahlkampfs1980 rief Casey „Roy fast täglich an“.

Seymour bemerkte auch, dass eine von Cohns häufigsten Telefon- und anderen engsten Freunden Nancy Reagan war, und dass sie auch eine seiner Kundinnen war. Nancy Reagan, deren Einfluss auf ihren Mann wohlbekannt war, stand Cohn so nahe, dass es vor allem sein Tod an AIDS war, der sie dazu brachte, „ihren Mann zu ermutigen, mehr Geld für die AIDS-Forschung aufzutreiben“.

Vor Cohns Tod sicherten ihm Nancy und ihr Mann Ronald einen Platz in einem exklusiven experimentellen AIDS-Behandlungsprogramm, trotz der gut dokumentierten „Nicht-Reaktion“ der Reagan-Administration auf die AIDS-Krise jener Zeit. Ronald Reagan war ebenfalls ein Freund Cohns und, so der verstorbene Journalist Robert Parry, „überhäufte Cohn im Laufe seiner Präsidentschaft mit Gefälligkeiten, darunter Einladungen zu Veranstaltungen im Weißen Haus, persönliche Dankesbriefe und freundliche Geburtstagswünsche“.

Angesichts dessen, dass Reagan heftig die evangelische Rechte umwarb und als Präsident die „Familienwerte“ förderte, mag die enge Verbindung nicht nur von ihm selbst, sondern auch seinem inneren Kreis, mit Cohn seltsam erscheinen. Reagan hatte jedoch, wie Cohn, enge Beziehungen zu den gleichen Fraktionen der organisierten Kriminalität, die zu Cohns Kunden und Partnern derselben Mafia-Figuren gehörten, die Cohns eigenem Mentor Lewis Rosenstiel nahestanden (siehe Teil 1).

Nicht anders als Cohn hatte Reagans eigener Mentor Lew Wasserman enge Verbindungen zur Mafia. Wasserman, der langjährige Präsident von MCA und bekannte Hollywood-Mogul, ist dafür bekannt, dass er nicht nur Reagans Film- und Fernsehkarriere gemacht, sondern auch seinen erfolgreichen Weg zum Präsidenten der Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild geebnet hat, die später Reagans politische Karriere lancierte. Außerdem war MCA ein Hauptfinanzier von Reagans erfolgreicher Gouverneurskandidatur 1966, und nicht lange nach Reagans Amtsantritt als Präsident unterdrückte seine Regierung umstrittenerweise eine gründliche Untersuchung des Justizministeriums (DOJ) von MCA-Verbindungen zum organisierten Verbrechen.

So bemerkt Shawn Swords, ein Dokumentarfilmer, der Reagans Verbindung zu MCA in seinem Film Wages of Spin II: Bring Down That Wall untersucht hat:

Ronald Reagan war ein Opportunist. Seine gesamte Karriere wurde von MCA geleitet – von Wasserman und [MCA-Gründer] Jules Stein, der damit prahlte, dass Reagan formbar sei, dass sie mit ihm machen könnten, was sie wollten… Diese Sache, dass Reagan hart gegenüber dem [organisierten] Verbrechen gewesen sei – das ist ein Irrtum“.

Swords‘ Charakterisierung dieser Beziehung wird durch eine ungenannte Hollywood-Quelle gestützt, die in einem deklassifizierten DOJ-Dokument zitiert wird und die Reagan „einen kompletten Sklaven von MCA“ nannte, „der nach ihrer Pfeife tanzt“.

Welche Elemente der organisierten Kriminalität waren mit Wasserman verbunden? Als junger Mann schloss sich Lew Wasserman der Mayfield Road Gang an, die von Moe Dalitz geleitet wurde, einem engen Freund Meyer Lanskys. Er war laut FBI eine mächtige Figur in Lanskys kriminellem Unternehmen; in der Rangordnung des jüdischen Mobs war er die Nummer zwei nach Lansky.

Lew Wasserman sollte später Edith Beckerman heiraten, deren Vater Dalitz‘ Anwalt war. Wassermans engster Freund und Anwalt, Sidney Korshak, hatte ebenfalls enge Beziehungen zu Dalitz und arbeitete einst mit Lansky im Acapulco Towers Hotel zusammen. Bemerkenswerterweise erklärte die Zeitschrift New West 1976, Korshak sei der „logische Nachfolger Meyer Lanskys“. Als Anwalt passte Korshak in eine Nische, ähnlich wie Roy Cohn, und erwarb sich einen Ruf als Brücke zwischen organisierter Kriminalität und respektabler Gesellschaft.

Und die Ermittlung des Justizministeriums zu MCA, die von der Reagan-Administration hintertrieben wurde, kam angeblich zustande, nachdem das Justizministerium erfahren hatte, dass ein einflussreiches Mitglied der Gambino Verbrecherfamilie, Salvatore Pisello, Geschäfte mit dem mächtigen Unterhaltungskonzern machte. Zu jener Zeit war der Boss der Gambino Verbrecherfamilie, Paul Castellano, ein Klient von Roy Cohn.

Cohn, Murdoch und die Contras

Obwohl Cohns Einfluss in der Reagan-Administration und seine Freundschaft mit der Reagan-Familie und ihrem inneren Kreis bestätigt ist, so ist doch weniger bekannt, wie Cohn die verdeckten Propaganda-Bemühungen der CIA unterstützte, die Teil jenes größeren Skandals sind, der als Iran-Contra bekannt ist.

Cohn, dessen Einfluss auf die Presse bereits ausführlich beschrieben worden ist, knüpfte enge Beziehungen zum Direktor der U.S. Information Agency, Chad Wick, und gab sogar ein Mittagessen zu Wicks Ehren, an dem einflussreiche Figuren der konservativen Presse sowie Senatoren und Abgeordnete teilnahmen. Bald darauf leitete der damalige CIA-Direktor und Cohn-Freund William Casey eine umfangreiche PR-Kampagne zur öffentlichen Unterstützung von Reagans lateinamerikanischer Politik, einschließlich der Contra-Paramilitärs.

Diese inländische Propaganda war technisch gesehen illegal und machte es erforderlich, dass die CIA den Job an den Privatsektor auslagerte, um das Risiko von Nebenwirkungen möglichst klein zu halten. Wie Robert Parry 2015 berichtete, übernahm Wick die Führung bei der Beschaffung privater Mittel für diesen Zweck, und nur wenige Tage nachdem Wick versprochen hatte, private Unterstützung zu finden, brachte Cohn seinen engen Freund, den Medienmogul Rupert Murdoch, ins Weiße Haus.

Parry merkte später an, dass nach diesem Treffen „Dokumente, die während des Iran-Contra-Skandals 1987 und später aus der Reagan-Bibliothek freigegeben wurden, darauf hindeuten, dass Murdoch bald als Quelle für die private Finanzierung“ der Propagandakampagne angesehen wurde.

Nach jenem ersten Treffen wurde Murdoch zum wichtigsten Medienverbündeten dieser von Casey gelenkten Propagandaaktion und kam auch dem Weißen Haus unter Reagan immer näher. Murdoch profitierte infolgedessen stark von Reagans Politik und seiner Freundschaft mit der Regierung, was ihm erlaubte, seine US-Medien-Anteile zu erhöhen und 1987 die Fox Broadcasting Corporation zu gründen.

„Der Mann im schwarzen Smoking“

Roy Cohn war nicht der einzige, der der Reagan-Administration nahestand und gleichzeitig sexuelle Erpressungsaktionen durchführte, die Kinder missbrauchten und ausbeuteten. Tatsächlich gab es da mehrere Personen, die alle direkte Verbindungen zu CIA-Direktor William Casey und anderen engen Freunden und Vertrauten Cohns hatten.

Eine dieser Personen war Robert Keith Gray, der ehemalige Vorsitzende und CEO (Hauptgeschäftsführer) der mächtigen in Washington ansässigen PR-Firma Hill and Knowlton, die wegen ihres Einflusses in der Hauptstadt von 60 Minutes „eine nicht gewählte Schattenregierung“ genannt wurde. Laut der Washington Post war Gray „einer der begehrtesten Lobbyisten in Washington“, und ein Post-Reporter nannte ihn einst „eine Art Legende in dieser Stadt, …der Mann im schwarzen Smoking mit schneeweißem Haar und diamantem Lächeln“.

Doch Gray war viel mehr als ein mächtiger PR-Manager.

Gray, vorher ein enger Berater sowohl Dwight D. Eisenhowers als auch Richard Nixons, war ein sehr erfolgreicher Geldbeschaffer für die Republikanische Partei, der „Geld in sechsstelligen Klumpen sammelt“, so ein Bericht 1974 im Washingtonian. Er kam zuerst mit dem, was Ronald Reagans innerer Kreis werden sollte, während dessen erfolgloser Präsidentschaftskampagne 1976 in engen Kontakt und wurde später stellvertretender Kommunikationsdirektor während Reagans Wahlkampf 1980. In seiner letzten Position arbeitete er direkt unter William Casey, der später CIA-Direktor wurde.

Gray übernahm dann den Co-Vorsitz von Reagans Einweihungskomitee und kehrte danach zum PR-Geschäft zurück, wobei er mehrere Kunden gewann, darunter den saudischen Waffenhändler Adnan Khashoggi und den Hedgefondsmanager Marc Rich. Sowohl Khashoggi als auch Rich werden in Teil 3 dieses Berichts ausführlicher behandelt – insbesondere Rich, der ein Aktivposten des israelischen Geheimdienstes Mossad war und dessen spätere kriminelle Begnadigung durch Bill Clinton weitgehend von Mitgliedern der Mega Group [eine Gruppe der 20 reichsten und mächtigsten jüdischen Geschäftsleute, Anm. d. Übers.] wie Michael Steinhardt und israelischen Politikern wie Ehud Barak organisiert wurde.

Der Zusammenhang zwischen Gray und Casey ist besonders aufschlussreich, da – laut späteren Enthüllungen des ehemaligen Nebraska State Senators und späteren Ermittlers John DeCamp – Gray ein Spezialist für homosexuelle Erpressungsaktionen für die CIA war und dabei angeblich mit Roy Cohn zusammengearbeitet hat. Cohn und Gray kannten sich wahrscheinlich gut, denn während Reagans Präsidentschaftskampagne 1980 rief Casey – damals Grays Chef – Roy Cohn „jeden Tag“ an, so Christine Seymour, Cohns ehemalige Telefonistin.

Gray war ein bekannter Partner des CIA-Agenten und Naval Intelligence Officer Edwin Wilson, der in den 1970er Jahren im Vorstand von Consultants International gedient hatte, einer Organisation, die von Wilson gegründet worden war und von der CIA als Deckfirma eingesetzt wurde. Obwohl Gray versuchte, sich von Wilson zu distanzieren, nachdem dieser 1983 beim illegalen Verkauf von Waffen an Libyen erwischt worden war, besagte ein vom Journalisten Peter Maas ausgegrabener Bericht der Marine über Wilsons Geheimdienstkarriere, dass Gray Wilson als einen Mann des „uneingeschränkten Vertrauens“ bezeichnete und dass Gray und Wilson bereits 1963 „zwei- bis dreimal im Monat“ in beruflichem Kontakt gestanden hätten.

Obwohl Wilsons Hauptspezialität Deckfirmen waren, die dazu dienten, insgeheim für den US-Geheimdienst Waren zu versenden und zu schmuggeln, führte er auch sexuelle Erpressungsoperationen für die CIA durch, insbesondere zur Zeit des Watergate-Skandals, so sein ehemaliger Partner und Mitagent bei der CIA, Frank Terpil.

Terpil erzählte später dem Autor und investigativen Journalisten Jim Hougan:

Historisch gesehen war es eine von Wilsons CIA-Aufgaben, Mitglieder beider Häuser [des Kongresses] mit allen notwendigen Mitteln zu vernichten… Bestimmte Menschen konnten leicht erpresst werden, wenn sie ihre sexuelle Fantasie im Fleisch auslebten… Eine Erinnerung an diese Gelegenheiten wurde mit ausgewählten Kameras dauerhaft aufgezeichnet… Die für die Aufzeichnungen verantwortlichen Techniker… waren TSD (Technical Services Division of the CIA). Die unwissenden Pornostars schritten in ihrer politischen Karriere voran, einige [von ihnen] sind vielleicht noch im Amt.“

Laut Terpil führte Wilson seine Operation aus dem George Town Club heraus durch, der sich im Besitz des Lobbyisten und koreanischen Geheimdienstlers Tongsun Park befand. Laut der Washington Post hatte Park den Club für die koreanische Central Intelligence Agency „als primäres Mittel für den illegalen Versuch, US-Politiker und -Funktionäre zu beeinflussen“ gegründet. Der Präsident des George Town Clubs zur Zeit von Wilsons angeblichen Aktivitäten dort war Robert Keith Gray.

DeCamp berichtete später, dass Wilsons Aktivitäten ein Ableger der gleichen sexuellen Erpressung waren, an der Cohn während der McCarthy-Ära mit Lewis Rosenstiel und J. Edgar Hoover beteiligt war.

Pater Ritter und seine Lieblingsjugendlichen

Die Operation, die angeblich von Gray und Wilson durchgeführt wurde, war nicht die einzige sexuelle Erpressung, die mit Cohns Netzwerk oder mit einflussreichen amerikanischen Politikern jener Zeit verbunden war. Ein weiteres pädophiles Netzwerk, das Anfang der 90er Jahre mit einem engen Mitarbeiter des ehemaligen Präsidenten George H.W. Bush verbunden war, wurde als Zweigorganisation des katholischen caritativen Covenant House geführt, das von Pater Bruce Ritter gegründet und geleitet wurde.

1968 bat Ritter seinen Superior – Kardinal Francis Spellman von der Erzdiözese New York – um die Erlaubnis, obdachlose Teenager, Jungen und Mädchen, in seinem Haus in Manhattan aufzunehmen. Wie in Teil 1 dieser Serie erwähnt, wurde Spellman der Pädophilie beschuldigt und ordinierte bekannte Pädophile, während er als ranghöchster katholischer Priester in den Vereinigten Staaten diente. Spellman war auch ein enger Mitarbeiter, Kunde und Freund Roy Cohns sowie dessen juristischen Partners Tom Bolan, und Spellman soll bei mindestens einer von Cohns „Erpressungspartys“ anwesend gewesen sein. Darüberhinaus arbeitete Spellmans Neffe, Ned Spellman, laut LIFE Magazine für Roy Cohn.

Ritter, wie Spellman selbst und andere Priester, die unter Spellman dienten, wurde schließlich beschuldigt, sexuelle Beziehungen zu vielen der minderjährigen Jungen zu haben, die er aufgenommen hatte, und Gelder von Covenant House für üppige Geschenke und Zahlungen an die wehrlosen Teenager, die er ausnutzte, ausgegeben zu haben.

Ein Jahr nachdem der Missbrauch der Teenagerjungen durch den Priester von der Presse aufgedeckt worden war, schrieb Darryl Bassile, eines von Ritters Opfern, ihm einen offenen Brief: „Es war falsch von Ihnen, einem 14-Jährigen Ihre Wünsche aufzuzwingen… Ich weiß, dass Sie eines Tages vor dem stehen werden, der uns alle richtet, und dann wird es kein Leugnen mehr geben, nur noch die Wahrheit.“

Nachdem Ritters Aktivitäten im Covenant House 1989 von der New York Post enthüllt worden waren, erklärte Charles M. Sennott, der Reporter der Post, der die Geschichte geschrieben hatte, dass „die weltlichen Mächte ihn [Ritter] mehr als die Erzdiözese oder die Franziskaner schützten“. Sennotts Bericht wurde von Kolumnisten in anderen New Yorker Medien, mächtigen Politikern, darunter dem damaligen Gouverneur von New York, Mario Cuomo, sowie von Kardinal Spellmans Nachfolger, Kardinal John O’Connor, bösartig angegriffen.

Der wahrscheinliche Grund, warum diese „weltlichen Mächte“ dem umkämpften Ritter zu Hilfe kamen, der nie wegen sexueller Beziehungen zu Minderjährigen angeklagt und lediglich gezwungen wurde, von seinem Posten zurückzutreten, ist, dass Covenant House und Ritter selbst eng mit Robert Macauley verbunden waren, dem Zimmergenossen von Bush Senior in Yale und langjährigen Freund der Bush-Familie. Macauley wurde von der New York Times als „förderlich“ für die Spendensammlung für Covenant House beschrieben, nachdem er 1985 dem Vorstand beigetreten war und mehrere „andere wohlhabende oder gut vernetzte Menschen“, darunter ehemalige Regierungsbeamte und Investmentbanker, mitgebracht hatte.

Macauleys Organisation, die AmeriCares Foundation, die später beschuldigt wurde, Geld an die Contras in Mittelamerika weitergegeben zu haben, war eine der wichtigsten Finanzierungsquellen für das Covenant House. Eines der Mitglieder des AmeriCares-Beirats war William E. Simon, ehemaliger US-Schatzmeister unter den Regierungen Nixon und Ford, der auch den Nicaragua Freedom Fund leitete, der den Contras Hilfe leistete.

AmeriCares war auch dafür bekannt, direkt mit dem US-Geheimdienst zusammenzuarbeiten. Wie der Hartford Courant 1991 bemerkte: „Sachkundige ehemalige Bundesbeamte, viele von ihnen aus dem Milieu der Geheimdienstarbeit, helfen AmeriCares, in heiklen internationalen politischen Umgebungen zu manövrieren.“

Ferner war bekannt, dass Ritter das Connecticut-Anwesen von Macauley besucht hatte und als Vizepräsident von AmeriCares tätig gewesen war, bis er gezwungen wurde, aus dem Covenant House auszusteigen. Insbesondere George H.W. Bushs Bruder Prescott gehörte auch dem AmeriCares-Beirat an. Nach dem Tod von George H.W. Bush im vergangenen Jahr erklärte AmeriCares, dass er „maßgeblich an der Gründung der gesundheitsorientierten Hilfs- und Entwicklungsorganisation beteiligt gewesen war“.

Jahre bevor Ritter als Pädophiler geoutet wurde, der die benachteiligten und verletzlichen Teenager ausnutzte, die bei seiner Wohltätigkeitsorganisation Zuflucht suchten, wurde das Covenant House von Präsident Ronald Reagan heftig gelobt und sogar in seiner Rede zur Lage der Nation 1984 erwähnt, in der er Ritter als einen der „unbesungenen Helden“ des Landes bezeichnete. Von 1985 bis 1989 wuchs das Betriebsbudget von Covenant House von 27 Millionen Dollar auf 90 Millionen Dollar, und sein Vorstand wurde um mächtige Persönlichkeiten erweitert, darunter Top-Manager von IBM, Chase Manhattan Bank und Bear Stearns.

In dieser Zeit entwickelte sich Covenant House zu einer internationalen Organisation und eröffnete Niederlassungen in mehreren Ländern, darunter Kanada, Mexiko und anderswo in Mittelamerika. Die erste Niederlassung in Mittelamerika wurde in Guatemala eröffnet und von Roberto Alejos Arzu geleitet, einem CIA-Assistenten, dessen Plantage zur Ausbildung jener Truppen diente, die bei der gescheiterten „Schweinebucht“-Invasion der CIA in Kuba eingesetzt wurden. Alejos Arzu war auch Mitarbeiter des ehemaligen, von den USA unterstützten Diktators von Nicaragua, Anastasio Somoza, und Malteserritter, also Mitglied eines katholischen Ordens, dem auch der ehemalige CIA-Direktor William Casey und Roy Cohns Anwaltspartner Tom Bolan angehörten. Alejos Arzu arbeitete auch für AmeriCares und war mit mehreren mittelamerikanischen paramilitärischen Gruppen verbunden.

Von DeCamp zitierte Nachrichtendienstquellen behaupten, die von Alejos Arzu geführte Filiale des Covenant House habe Kinder für einen pädophilen Ring in den Vereinigten Staaten beschafft. Jahre später wurde Mi Casa, eine weitere von den USA geführte Wohltätigkeitsorganisation in Guatemala, die George H.W. Bush 1994 persönlich mit seiner Frau Barbara besucht hatte, zügelloser Pädophilie und Kindesmissbrauchs beschuldigt.

Der Untergang von „Washingtons Jay Gatsby“

Nachdem Craig Spence in den 1980er Jahren seinen Job als Korrespondent der ABC News aufgegeben hatte, fand er Erfolg als prominenter konservativer Lobbyist in Washington. Sein Schicksal sollte sich bald dramatisch wenden, als im Juni 1989 bekannt wurde, dass er während der ganzen 1980er Jahre in Wohnungen, die mit Video- und Audioaufnahmegeräten verwanzt waren, der Machtelite der Hauptstadt Kinder vermittelt hatte. Ähnlich wie Jeffrey Epstein, der eine ähnliche Operation durchführte, wurde Spence oft mit Jay Gatsby verglichen, der mysteriösen, wohlhabenden Figur aus dem bekannten Fitzgerald-Roman The Great Gatsby.

Ein 1982 in der New York Times über Spence erschienener Artikel führte aus, dass sein „persönliches Telefonbuch und seine Gästelisten ein ‚Who’s Who‘ im Kongress, in der Regierung und im Journalismus darstellen“ und erklärte, Spence sei „von seinen Kunden aus zwei Gründen gleichermaßen angestellt worden: wen er kennt und was er weiß“. Spence war auch dafür bekannt, üppige Partys zu veranstalten, die die Times als „glitzernd mit Prominenten“ beschrieb, „von Botschaftern bis zu Fernsehstars, von Senatoren bis zu hochrangigen Beamten des Außenministeriums“. Roy Cohn, William Casey und Roy Cohns Journalistenfreund William Safire waren nur einige der anderen Teilnehmer an Spences Festivitäten.

„Laut Mr. Spence“, so der Times-Artikel weiter, „ist Richard Nixon ein Freund. Genauso wie [der ehemalige Generalstaatsanwalt unter Nixon] John Mitchell. [Der CBS-Journalist] Eric Sevareid wird als ‚ein alter, lieber Freund‘ bezeichnet. Senator John Glenn ist ‚ein guter Freund‘ und Peter Ustinov [britischer Schauspieler und Journalist] ist ‚ein alter, alter Freund‘.“ Ustinov schrieb für The European, kurz nachdem die Zeitung 1990 von Robert Maxwell, Vater von Epsteins angeblicher Kupplerin Ghislaine Maxwell und bekannter Mossad-Agent, gegründet worden war.

Nur sieben Jahre, nachdem die Times ihr verliebtes Kurzporträt von Spence veröffentlicht hatte, kam heraus, dass seine „glitzernden Partys für Schlüsselbeamte der Reagan- und Bush-Administration, Medienstars und Spitzenmilitärs“ abgehört worden waren, um „Gäste zu kompromittieren“. Laut dem explosiven Bericht der Washington Times war Spence mit einem „homosexuellen Prostitutionsring“ verbunden, zu dessen Kunden „Regierungsbeamte, lokal ansässige US-Militäroffiziere, Geschäftsleute, Anwälte, Bankiers, Kongresshelfer, Medienvertreter und andere Fachleute“ gehörten. Spence bot seinen Gästen auch Kokain als weiteres Mittel zur Erpressung an.

Dem Bericht zufolge war Spences Haus „verwanzt und hatte einen geheimen, halbdurchlässigen Spionspiegel, und… er versuchte, Besucher zu kompromittierenden sexuellen Begegnungen zu verführen, die er dann als Druckmittel nutzen konnte“. Ein Mann, der mit der Washington Times sprach, sagte, Spence habe eine Limousine zu ihm nach Hause geschickt, die ihn zu einer Party brachte, wo „mehrere junge Männer versuchten, vertraulich mit ihm zu werden“. Laut DeCamp war Spence dafür bekannt, den Teilnehmern seiner Erpressungspartys kleine Kinder zum Sex anzubieten, zusammen mit illegalen Drogen wie Kokain.

Mehrere andere Quellen, darunter ein Beamter des Weißen Hauses von Reagan und ein Sergeant der Luftwaffe, die an den von Spence veranstalteten Partys teilgenommen hatten, bestätigten, dass Spences Haus mit Aufnahmegeräten angefüllt war, mit denen er regelmäßig Gäste ausspionierte und aufzeichnete, und sein Haus enthielt auch einen Spionspiegel, den er zum Lauschen benutzte.

Der Bericht dokumentierte auch Spences Verbindungen zum US-Geheimdienst, insbesondere zur CIA. Laut dem Bericht der Washington Times „prahlte“ Spence „oft damit, dass er für die CIA arbeitete und sagte einmal, dass er für eine Weile verschwinden würde, ‚weil er einen wichtigen CIA-Auftrag hatte'“. Er war auch ziemlich paranoid in Bezug auf seine angebliche Arbeit für die Agentur, da er die Sorge äußerte, „dass die CIA doppeltes Spiel mit ihm treiben und stattdessen ihn töten und das dann wie Selbstmord aussehen lassen könnte“. Nicht lange nach der Veröffentlichung des Berichts der Washington Times über seine Aktivitäten wurde Spence tot im Bostoner Ritz Carlton gefunden, und sein Tod wurde schnell als Selbstmord eingestuft.

Der Bericht der Washington Times bietet auch einen Hinweis auf das, was Spence für die CIA getan haben könnte, da in ihm Quellen mit der Aussage zitiert werden, Spence habe über Kokainschmuggel aus El Salvador in die USA gesprochen. Eine Operation, von der er behauptet habe, dass sie US-Militärpersonal involviere. Angesichts des Zeitpunkts dieser Kommentare von Spence, seiner mächtigen Verbindungen und der Beteiligung der CIA am Austausch von Kokain gegen Waffen im Iran Contra Skandal, mögen seine Kommentare viel mehr gewesen sein als nur Prahlereien, die seine Partygäste beeindrucken sollten.

Einer der kritischsten Teile des Skandals um Spence war jedoch die Tatsache, dass er in der Lage gewesen war, zur Zeit der George H.W. Busch-Regierung das Weiße Haus spät nachts mit jungen Männern zu betreten, die die Washington Times als „Callboys“ bezeichnete.

Spence erklärte später, seine Kontakte im Weißen Haus, die ihm und seinen „Callboys“ Zugang erlaubten, seien „hochrangige“ Beamte, und hob ausdrücklich George H.W. Bushs damaligen nationalen Sicherheitsberater Donald Gregg hervor. Gregg hatte seit 1951 bei der CIA gearbeitet, bevor er 1982 zurücktrat, um National Security Advisor für Bush zu werden, der damals Vizepräsident war. Vor seinem Rücktritt von seinem Posten bei der CIA hatte Gregg direkt unter William Casey und in den späten 1970er Jahren neben einem jungen William Barr gearbeitet, um das Pike Committee und das Church Committee des Kongresses, die ab 1975 die CIA untersuchten, abzublocken. Zu den Dingen, mit deren Untersuchung diese beauftragt waren, gehörten die „Liebesfallen“ der CIA oder sexuelle Erpressungen, mit denen ausländische Diplomaten in verwanzte Wohnungen gelockt wurden, die komplett mit Aufnahmegeräten und Spionspiegeln ausgestattet waren.

Barr sollte später Bushs Justizminister werden und unter Trump noch einmal zu diesem Posten aufsteigen. Darüber hinaus arbeitete Barrs Vater für den Vorläufer der CIA, das Office of Strategic Services (OSS), und rekrutierte einen jungen Jeffrey Epstein, damals ein High School-Abbrecher, für den Unterricht an der Eliteschule Dalton, aus der Epstein später gefeuert wurde. Ein Jahr vor Epsteins Einstellung veröffentlichte Donald Barr einen Science-Fiction-Fantasy-Roman über Sexsklaverei. Bemerkenswert ist, dass im selben Jahr, als Donald Barr Epstein einstellte, sein Sohn für die CIA arbeitete. Bill Barr hat sich geweigert, sich aus dem Fall Epstein wegen Befangenheit zurückzuziehen, obwohl er bei derselben Anwaltskanzlei gearbeitet hat, die in der Vergangenheit Epstein vertreten hat.

Donald Gregg ist auch mit Roy Cohns „Einflussmaschine“ verbunden, indem seine Tochter mit Christopher Buckley verheiratet ist, dem Sohn des konservativen Journalisten William Buckley, enger Vertrauter und Freund sowohl von Roy Cohn als auch von Cohns Anwaltspartner Tom Bolan.

Die Berichte der Washington Times über Spences Kindersexring offenbaren auch seine engen Verbindungen zu niemand anderem als dem allgegenwärtigen Roy Cohn. Eine der Quellen der Times für ihre erste Geschichte über den Skandal behauptete, an einer Geburtstagsfeier für Roy Cohn teilgenommen zu haben, die Spence in seinem Haus veranstaltete, auch CIA-Direktor William Casey sei anwesend gewesen. Im Bericht wird auch gesagt, Spence habe oft mit seinen gesellschaftlichen Beziehungen geprahlt und Cohn regelmäßig erwähnt und behauptet, Cohn auch bei anderen Gelegenheiten als der oben genannten Geburtstagsfeier in seinem Haus empfangen zu haben.

„Bodies by God“

Die Enthüllung von Craig Spences „Callboy-Ring“ führte bald zur Entdeckung des berüchtigten Franklin-Kindersex-Missbrauchs und -Ritualmordskandals. Diese schmutzige Operation wurde von Larry King, einem prominenten republikanischen Aktivisten und Lobbyisten, der die Franklin Community Federal Credit Union leitete, von Omaha in Nebraska aus geführt, bis sie von den Bundesbehörden beendet wurde.

Begraben in einem Artikel des Omaha World Herald vom Mai 1989 zur Untersuchung von Kings Credit Union und dem Sexring steckt eine vielsagende Enthüllung: „In den 6 1/2 Monaten seit der Schließung von Franklin durch die Bundesbehörden halten die Gerüchte an, dass Geld aus der Kreditgenossenschaft irgendwie den Weg zu den nicaraguanischen Contra-Rebellen gefunden hat.“

Die Möglichkeit, dass Kings betrügerische Kreditgenossenschaft die Contras heimlich finanzierte, wurde durch die anschließende Berichterstattung Pete Brewtons von der Houston Post unterstützt, der entdeckt hatte, dass die CIA in Verbindung mit der organisierten Kriminalität heimlich Geld von verschiedenen Spar- und Kreditanstalten (S&L) geliehen hatte, um geheime Operationen zu finanzieren. Einer dieser S&Ls hatte Neil Bush in seinem Vorstand, den Sohn von George H.W. Bush, und hatte Geschäfte mit Kings Organisation gemacht.

Ein weiteres Bindeglied zwischen King und dem Iran Contra Team ist die Tatsache, dass King die Organisation Citizens for America mitgegründet und ihr anschließend über 25.000 Dollar gespendet hat. Sie war mit der Reagan-Administration verbunden und sponserte Redeauftritte von Lt. Col. Oliver North und Contra Leadern. Der Direktor von Citizens for America war damals David Carmen, der gleichzeitig eine PR-Firma mit dem ehemaligen Leiter der verdeckten Operationen bei der von Casey geführten CIA leitete, nämlich seinem Vater Gerald Carmen, der von Reagan auch zum Leiter der General Services Administration ernannt worden war und der später Botschafter wurde.

Einer der investigativen Journalisten, die zum Craig Spence-Ring recherchierten, erzählte später DeCamp, dass Spences Ring mit King verbunden war:

Larry King und seinen in Nebraska ansässigen Callboy-Ring haben wir entdeckt, indem wir die Kreditkartenrechnungen von Spences Ring durchgingen, wo wir den Namen von King fanden.“

Später wurde bekannt, dass King und Spence im Wesentlichen Geschäftspartner waren, da ihre Kinderhandelsringe unter einer größeren Gruppe betrieben wurden, die als „Bodies by God“ bezeichnet wurde.

Wieviele Gruppen unter dieser Dachgruppe „Bodies by God“ operierten, ist unbekannt. Doch man weiß, dass die Ringe von King und Spence nicht nur miteinander verbunden waren, sondern auch mit prominenten Beamten in der Reagan- und der nachfolgenden George H.W. Bush-Administration, einschließlich Beamter mit Verbindungen zur CIA und zu Roy Cohn und seinem Netzwerk.

Tatsächlich hatte Spence, nur wenige Monate vor seinem angeblichen Selbstmord im Bostoner Ritz Carlton, gegenüber den Washington Times-Reportern Michael Hedges und Jerry Seper, die die Geschichte ursprünglich ans Licht gebracht hatten, angedeutet, dass sie lediglich an der Oberfläche von etwas viel Dunklerem gekratzt hätten:

Um ehrlich zu sein – all dieses Zeug, das Sie aufgedeckt haben [mit Callboys, Bestechung und den Touren durch das Weiße Haus], ist unbedeutend im Vergleich zu anderen Dingen, die ich getan habe. Aber ich werde euch diese Dinge nicht sagen, und irgendwie wird sich die Welt weiterdrehen.“

Auch die Rolle des FBI bei all dem, insbesondere im Franklin-Skandal um sexuellen Kindesmissbrauch, ist erwähnenswert. Tatsächlich wurde Larry Kings Ring für sexuellen Kindesmissbrauch schnell und aggressiv vom FBI zugedeckt, das eine Vielzahl hinterlistiger Taktiken anwandte, um die Wahrheit über Kings schmutzige Operation zu begraben. Hier sollte man sich an die Schlüsselrolle zu erinnern, die der ehemalige FBI-Direktor J. Edgar Hoover bei ähnlichen sexuellen Erpressungsoperationen durch Kindesmissbrauch gespielt hat (siehe Teil 1), und an die enge Beziehung zwischen Hoover, Roy Cohn und Lewis Rosenstiel, der später die ehemalige rechte Hand von Hoover beim FBI, Louis Nichols, beschäftigte.

Jahre später sollten vom FBI freigegebene Dokumente zeigen, dass Epstein 2008 ein FBI-Informant wurde, als Robert Mueller der Direktor des FBI war, und zwar gegen Immunität wegen damals anhängiger Bundesanklagen, ein Deal, der mit Epsteins jüngster Verhaftung wegen neuer Bundesanklagen geplatzt ist. Außerdem sollte der ehemalige FBI-Direktor Louis Freeh von Alan Dershowitz angeheuert werden, der beschuldigt wird, Mädchen in Epsteins Häusern vergewaltigt zu haben, und einst als Charakterzeuge für Roy Cohn tätig war, um Epsteins Opfer einzuschüchtern. Wie bereits erwähnt, wurde Freehs frühere Ernennung zum Richter am United States District Court for the Southern District of New York von Cohns Anwaltspartner Tom Bolan organisiert.

So ist die Vertuschung des Franklin-Falls durch das FBI nur ein Beispiel für die langjährige Praxis des FBI, diese pädophilen Ringe zu schützen, wenn sie Mitglieder der amerikanischen politischen Elite einbeziehen und das FBI mit einem stetigen Nachschub an Erpressung versorgen. Es lohnt sich auch, die Unparteilichkeit einer der Hauptstaatsanwältinnen im Fall Jeffrey Epstein, Maurene Comey, Tochter des ehemaligen FBI-Direktors James Comey, in Frage zu stellen.

Die Fäulnis an der Spitze

Während es mehrere Sexhandelsprogramme gab, die mit Roy Cohn und den Hallen der Macht in der Reagan-Administration verbunden waren, so scheint innerhalb weniger Monate nach Cohns Tod eine andere Person zu einer zentralen Figur in dem mächtigen Netzwerk geworden zu sein, das Cohn kultiviert hatte.

Dieses Individuum, Jeffrey Epstein, wurde nach seinem Rausschmiss aus der Dalton School von Alan „Ace“ Greenberg, einem engen Freund Cohns, für die Arbeit bei Bear Stearns rekrutiert. Nachdem er Bear Stearns verlassen und als vermeintlicher finanzieller „Kopfgeldjäger“ für Kunden gearbeitet hatte, zu denen angeblich der Iran-Contra- Waffenhändler Adnan Khashoggi gehörte, kam Epstein mit Leslie Wexner in Kontakt, einem Milliardär mit Nähe zur Meyer Lansky-verbundenen Familie Bronfman, der selbst mit Mitgliedern von Syndikaten des organisierten Verbrechens verbunden war, die einst von Cohn repräsentiert worden waren.

Im selben Jahr, in dem Wexner seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Epstein begann, sollte ein weiterer Cohn-Freund mit Verbindungen zum Weißen Haus unter Reagan und zur Familie Trump, Ronald Lauder, Epstein einen österreichischen Pass mit Epsteins Bild, aber einem falschen Namen besorgen.

Lauder, Wexner und die Bronfmans sind Mitglieder einer Elite-Organisation namens Mega Group, zu der auch andere mit Meyer Lansky verbundene „Philanthropen“ wie Hedge-Fonds-Manager Michael Steinhardt gehören. Während Epstein erhebliche Gemeinsamkeiten mit dem in diesem Bericht und im Teil 1 dieser Serie beschriebenen Netzwerk teilt, ist er auch eng mit der Mega Group und ihren Partnern verbunden, darunter Robert Maxwell, der Vater von Ghislaine Maxwell.

Teil 3 dieser Serie konzentriert sich auf die Mega Gruppe und ihre Verbindungen zu dem in den Teilen 1 und 2 beschriebenen Netzwerk. Darüber hinaus wird auch die Rolle des Staates Israel, des Mossad und mehrerer globaler Pro-Israel-Lobbyorganisationen im Zusammenhang mit diesem Netzwerk sexueller Erpressungsaktionen und Jeffrey Epstein diskutiert.

Hier kommt die ganze Breite des Epstein-Skandals zum Vorschein. Es handelt sich um ein kriminelles und skrupelloses Erpressungssystem, das seit mehr als einem halben Jahrhundert von einflussreichen Persönlichkeiten geleitet und in aller Öffentlichkeit versteckt wird und dabei das Leben unzähliger Kinder ausbeutet und zerstört. Im Laufe der Jahre hat es sich verzweigt und weit über die Vereinigten Staaten hinaus verbreitet, wie die Aktivitäten des Covenant House in Lateinamerika und Epsteins eigene Bemühungen auf internationaler Ebene zeigen, noch mehr Mädchen für Missbrauchs- und Ausbeutungszwecke zu gewinnen.

All dies geschah mit dem vollen Wissen und Segen von Spitzenpersönlichkeiten in der Welt der „Philanthropie“, der US-Regierung und der Geheimdienste, mit großem Einfluss auf den Verwaltungsapparat mehrerer Präsidenten, insbesondere seit dem Aufstieg von Ronald Reagan fortlaufend bis hin zu Donald Trump.

*

Whitney Webb ist eine MintPress News-Journalistin, die in Chile lebt. Sie hat für mehrere unabhängige Medien gearbeitet,unter anderem für Global Research, EcoWatch, das Ron Paul Institute und 21st Century Wire. Sie hatte verschiedene Auftritte im Radio und Fernsehen und ist Preisträgerin des Serena Shim Awards for Uncompromised Integrity in Journalism von 2019.


Der Fall Jeffrey Epstein – Die Epstein Saga

Erstveröffentlichung auf mintpressnews.com

Übersetzt von FritztheCat und Jokerin
https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/die-epstein-saga-teil-3/

https://www.mintpressnews.com/mega-group-maxwells-mossad-spy-story-jeffrey-epstein-scandal/261172/

Der Fall Jeffrey Epstein: Too Big to Fail – Teil 3

Die Mega Group, Maxwell und der Mossad: Die Spionage-Geschichte im Zentrum des Jeffrey Epstein-Skandals

(Die Belege zeichnen nicht das Bild einer direkten Verbindung Epsteins zu einem einzelnen Geheimdienst, sondern ein Netz, das Schlüsselmitglieder der Mega Group, der Politik und der Beamtenschaft der USA und Israels verbindet, und ein Netzwerk des organisierten Verbrechens mit engen Geschäfts- und Geheimdienstverbindungen in diese beiden Länder.)

Von Whitney Webb, 07.08.2019 (zahlreiche Links im Original!)


Während der Milliardär, Pädophile und angebliche Sexhändler Jeffrey Epstein im Gefängnis sitzt, tauchen weitere Berichte über seine Verbindungen zum Geheimdienst und über seine finanziellen Verbindungen zu mehreren Unternehmen und „gemeinnützigen“ Stiftungen auf, sowie seine Freundschaft mit Reichen, Mächtigen und Spitzenpolitikern.

Während Teil 1 und 2 dieser Serie „Der Jeffrey Epstein-Skandal: Too Big to Fail“ sich auf die weite Verbreitung der sexuellen Erpressung in der jüngeren amerikanischen Geschichte und ihre Verbindungen zu den Höhen der amerikanischen politischen Macht und der US-Geheimdienstgemeinde konzentriert haben, muss ein wichtiger Aspekt von Epsteins eigenen Sexhandels- und Erpressungsaktivitäten untersucht werden. Es sind Epsteins Verbindungen zum israelischen Geheimdienst und seine Verbindungen zur „informellen“ proisraelischen Philanthropengruppe, bekannt als die „Mega Group“.

(Anm.d.Ü.: siehe auch diesen Aufsatz: Jeffrey Epsteins Bosse: die Mega Group
https://www.reddit.com/r/conspiracy/comments/5hkleo/jeffrey_epsteins_bosses_mega_group/)

Die Rolle der Mega Group im Fall Epstein hat einige Aufmerksamkeit erregt, da Epsteins wichtigster Finanzpate seit Jahrzehnten Leslie Wexner war, der Milliardär und Mitbegründer dieser Gruppe, die mehrere bekannte Geschäftsleute mit einem Faible für Pro-Israel- und Ethno-Philanthropie (d.h. Philanthropie zugunsten einer einzelnen ethnischen oder ethnisch-religiösen Gruppe) vereint. Wie dieser Bericht zeigen wird, ist ein weiterer einigender Faktor unter den Mitgliedern der Mega Group jedoch ihre tiefe Verbundenheit mit der organisierten Kriminalität, insbesondere mit dem in Teil 1 dieser Serie behandelten Netzwerk der organisierten Kriminalität, das weitgehend vom berüchtigten amerikanischen Gangster Meyer Lansky geleitet wurde.

Aufgrund der Rolle vieler Mitglieder der Mega Group als wichtige politische Geldgeber sowohl in den USA als auch in Israel haben einige ihrer angesehensten Mitglieder enge Beziehungen zu den Regierungen beider Länder und ihren Geheimdiensten. Wie dieser Bericht und ein nachfolgender Bericht zeigen werden, unterhielt die Mega Group auch enge Beziehungen zu zwei Geschäftsleuten, die für den israelische Mossad tätig waren – Robert Maxwell und Marc Rich – sowie zu führenden israelischen Politikern, darunter ehemalige und der gegenwärtige Premierminister, mit engen Verbindungen zur israelischen Geheimdienstgemeinde.

Einer dieser Geschäftsleute, die für den Mossad arbeiten, Robert Maxwell, wird in diesem Bericht ausführlich behandelt werden. Maxwell war ein Geschäftspartner des Mitbegründers der Mega Group Charles Bronfman und unterstützte den erfolgreichen Plan des Mossad, eine Falltür in einer US-Software zu platzieren, die dann an Regierungen und Unternehmen auf der ganzen Welt verkauft wurde. Der Erfolg dieser Aktion war vor allem auf die Rolle eines engen Mitarbeiters des damaligen Präsidenten Ronald Reagan und eines Maxwell nahestehenden amerikanischen Politikers zurückzuführen, der später Reagan bei der Vertuschung des Iran Contra-Skandals unterstützte.

Jahre später schloss sich Maxwells Tochter – Ghislaine Maxwell – Jeffrey Epsteins „innerem Kreis“ an, als Epstein ein ähnliches Softwareprogramm finanzierte, das für kritische elektronische Infrastrukturen in den USA und im Ausland vermarktet wurde. Diese Firma hat tiefe und Besorgnis erregende Verbindungen zum israelischen Militärgeheimdienst, zu Mitarbeitern der Trump-Regierung und zur Mega Group.

Epstein scheint Verbindungen zum israelischen Geheimdienst zu haben und hat gut dokumentierte Verbindungen zu einflussreichen israelischen Politikern und der Mega Group. Doch diese Entitäten sind nicht in sich selbst isoliert, viele stehen auch mit dem Netzwerk der organisierten Kriminalität und mächtigen mutmaßlichen Pädophilen in Verbindung, die in den ersten beiden Teilen dieser Serie besprochen wurden.

Wie oft sich die Verbindungen zwischen vielen dieser Akteure vermischen, zeigt sich anhand von Ronald Lauder: ein Mitglied der Mega Group, ehemaliges Mitglied der Reagan-Regierung, langjähriger Geldgeber des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu und der Likud-Partei Israels sowie ein langjähriger Freund von Donald Trump und Roy Cohn.

Vom Kosmetikerbe zum politischen Akteur

Ein oft übersehener, aber berühmter Kunde und Freund von Roy Cohn ist Ronald Lauder, der milliardenschwere Erbe der Kosmetikfirma Estée Lauder. Lauder wird in der Presse oft als „führender jüdischer Philanthrop“ beschrieben und ist Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), doch viele seiner Medienbiographien verschweigen seine hochpolitische Vergangenheit.

In einer Erklärung Lauders an die New York Times-Reporterin Maggie Haberman im Jahr 2018 bemerkte der Kosmetikerbe, er kenne Trump seit über 50 Jahren, mindestens seit den frühen 1970er Jahren. Gemäß Lauder begann seine Beziehung zu Trump, als Trump ein Student an der Wharton School an der University of Pennsylvania war, die auch Lauder besucht hat.

Obwohl die genaue Natur ihrer frühen Freundschaft unklar ist, ist es offensichtlich, dass sie viele der gleichen Verbindungen teilten, auch zu jenem Mann, der sie später beide zu seinen Kunden zählen sollte, Roy Cohn. Während viel über die Beziehungen zwischen Cohn und Trump gesagt worden ist, stand Cohn Lauders Mutter, Estee Lauder (geb. Josephine Mentzer), besonders nahe. Estee wurde sogar im Nachruf auf Cohn in der New York Times zu seinen prominentesten Freunden gezählt.
https://archive.nytimes.com/www.nytimes.com/library/national/science/aids/080386sci-aids.html

Einen kurzen Blick auf die Beziehung zwischen Lauder und Cohn konnte man in einem Artikel erhaschen, der 2016 in Politico über eine Dinnerparty 1981 in Cohns Wochenendhaus in Greenwich, Connecticut, erschien. Die Party wurde von Ronald Lauders Eltern, Estee und Joe, sowie von Trump und seiner damaligen Frau Ivana besucht, die ein Wochenendhaus nur zwei Meilen entfernt besaßen. Die Party wurde veranstaltet, kurz nachdem Cohn Reagan geholfen hatte, sich die Präsidentschaft zu sichern, und er den Höhepunkt seines politischen Einflusses erreicht hatte. Auf der Party hielt Cohn Tischreden auf Reagan und den damaligen New Yorker Senator Alfonse D’Amato, der Ronald Lauder später drängen sollte, für ein politisches Amt zu kandidieren.

Zwei Jahre später, 1983, wurde Ronald Lauder – dessen einzige Berufserfahrung zu jenem Zeitpunkt seine Arbeit für die Kosmetikfirma seiner Eltern war – zum stellvertretenden Abteilungsleiter für Europa- und NATO-Angelegenheiten im US-Verteidigungsministerium ernannt. Bald nach seiner Ernennung diente er dem Dinner Tribute Committee für ein Abendessen, das zu Ehren Roy Cohns von der jüdischen Bruderschaft und stark pro-israelischen Organisation B’nai B’rith, der Mutterorganisation der umstrittenen Anti-Defamation League (ADL), ausgerichtet wurde. Cohns einflussreicher Vater, Albert Cohn, war der langjährige Präsident von B’nai B’riths mächtigem Kapitel von New England/New York, und Roy Cohn selbst war Mitglied der Banking and Finance Loge von B’nai B’rith.

Das Abendessen zielte speziell darauf ab, Cohn für seine pro-israelische Lobbyarbeit und seine Bemühungen zu ehren, Israels Wirtschaft zu „stärken“, und zu den Ehrenvorsitzenden gehörten der Medienmogul Rupert Murdoch, Donald Trump und der damalige Chef von Bear Stearns, Alan Greenberg, die alle mit Jeffrey Epstein verbunden sind.

Während seiner Zeit als stellvertretender Abteilungsleiter im Verteidigungsministerium war Lauder auch in der israelischen Politik sehr aktiv und bereits ein Verbündeter von Benjamin Netanyahu, dem damaligen israelischen Vertreter bei den Vereinten Nationen und zukünftigen israelischen Premierminister. Lauder sollte weiterhin eine der wichtigsten Persönlichkeiten bei Netanyahus Machtergreifung sein, insbesondere während seines überraschenden Sieges 1996, und ein bedeutender Geldgeber der rechten Likud-Partei Israels.

Im Jahr 1986, in dem Roy Cohn starb, verließ Lauder seinen Posten im Pentagon und wurde US-Botschafter in Österreich, wo seine Amtszeit von seinen Auseinandersetzungen mit dem damaligen österreichischen Präsidenten und ehemaligem Nazi-Kollaborateur Kurt Waldheim geprägt war. Lauders Interesse an der österreichischen Politik hat sich in den letzten Jahren fortgesetzt, was zu den Vorwürfen führte, er habe versucht, die österreichischen Wahlen im Jahr 2012 zu manipulieren.

Nach dem Verlassen seines Botschafterpostens gründete Lauder 1987 die Ronald S. Lauder Stiftung und kandidierte dann 1989 als Bürgermeister von New York gegen Rudy Giuliani. Ermutigt wurde Lauder zu seiner Kandidatur von dem damaligen Senator Alfonse D’Amato, der enge Verbindungen zu Roy Cohn und dessen langjährigem Rechtspartner Tom Bolan hatte, der wiederum D’Amato’s Berater war. Beim bereits erwähnten 1983er B’nai B’rith Dinner zu Cohns Ehren war D’Amato der Hauptredner.

Der wahrscheinliche Grund für Lauders Kandidatur war, dass Giuliani, obwohl er einst ein Verbündeter der „Roy-Cohn-Maschine“ gewesen war, damals von den Mitarbeitern des verstorbenen Cohn verabscheut wurde, weil er Cohns ehemaligen Anwaltspartner Stanley Friedman wegen organisierter Kriminalität, Verschwörung und anderer Anklagen strafrechtlich verfolgte. Giuliani hatte auch eine Reihe von bitteren Meinungsverschiedenheiten mit D’Amato gehabt. Lauders Vorwahlkampf blieb ohne Erfolg, wurde aber für seine Boshaftigkeit und seine Kosten bekannt, da mehr als 13 Millionen Dollar dafür verpulvert wurden.

Einige Jahre später, Anfang der 90er Jahre, schloss sich Lauder einer neu gegründeten Gruppe an, die lange Zeit der Aufmerksamkeit der Medien entgangen ist, aber vor kurzem im Zusammenhang mit dem Jeffrey-Epstein-Skandal Interesse geweckt hat: die Mega Group.

Lauder, Epstein und der mysteriöse österreichische Pass

Bevor wir zur Mega Group kommen, sollten wir einen besonderen Vorgang erwähnen, der anscheinend von Lauder während seiner US-Botschafterzeit in Österreich getätigt wurde und der kürzlich im Zusammenhang mit der Verhaftung Jeffrey Epsteins Anfang Juli ans Licht kam. Als erster berichtete der Journalist Edward Szall darüber. Als die Polizei kürzlich bei einer Razzia von Epsteins Residenz in Manhattan einen österreichischen Pass mit Epsteins Bild und einem gefälschten Namen entdeckte, wurden Quelle und Zweck des Passes von den Medien untersucht.

Laut Associated Press argumentierten Epsteins Verteidiger ausdrücklich, dass „ein Freund ihm [Epstein] in den 1980er Jahren den Pass gab, nachdem einigen jüdisch-amerikanischen Bürgern informell empfohlen worden war, bei internationalen Reisen in einer Zeit, in der Entführungen häufiger stattfanden, einen Ausweis mit einem nicht-jüdischen Namen zu tragen.“ Diese Behauptung scheint mit den Bedenken zusammenzuhängen, die nach der Entführung des Air France Flugs 139 im Jahr 1976 entstanden, als israelische und jüdische Geiseln von anderen Geiseln getrennt wurden, weitgehend aufgrund der in ihrem Besitz befindlichen Pässe.

Da Epstein nicht in der Lage war, die üblichen Voraussetzungen für einen österreichischen Pass zu erfüllen – einschließlich eines dauerhaften Wohnsitzes in Österreich (der Pass führt ihn als Einwohner Saudi-Arabiens auf) und der Beherrschung der deutschen Sprache – so scheint der einzige Weg, einen österreichischen Pass zu erwerben, der unkonventionelle gewesen zu sein, d.h. die Hilfe eines gut vernetzten österreichischen Amtsträgers oder einflussreichen ausländischen Diplomaten in Österreich.

Lauder, damals Botschafter der Reagan-Regierung in Österreich, wäre gut positioniert gewesen, einen solchen Pass zu besorgen, insbesondere aus dem von Epsteins Anwälten genannten Grund, dass jüdische Amerikaner während der Reise ins Visier genommen werden könnten, und angesichts von Lauders sehr öffentlichen Bedenken über die Bedrohung von Juden durch bestimmte Terrorgruppen. Außerdem war der Pass 1987 ausgestellt worden, als Lauder noch als Botschafter tätig war.

Darüber hinaus war Lauder gut mit Epsteins ehemaligem Gönner bekannt – dem ehemaligen Chef von Bear Stearns Alan Greenberg, der Epstein in den späten 1970er Jahren eingestellt hatte, nachdem letzterer aus der Dalton School geflogen war – und mit Donald Trump. Trump war ein weiterer Freund von Lauder und Greenberg, der 1987 seine Freundschaft mit Epstein begann. Im selben Jahr wurde der gefälschte österreichische Pass ausgestellt. 1987 begann Epstein auch seine Beziehung zu seinem Hauptfinanzier Leslie Wexner, der ebenfalls eng mit Lauder verbunden ist (obwohl einige Quellen behaupten, dass Epstein und Wexner sich 1985 kennenlernten, wurde ihre enge Geschäftsbeziehung erst 1987 aufgebaut).

Obwohl Epsteins Verteidiger es ablehnte, die Identität des „Freundes“ preiszugeben, der ihm den gefälschten österreichischen Pass zur Verfügung stellte, war Lauder sowohl für dessen Erwerb in Österreich gut positioniert als auch tief mit der Mega Group verbunden, die von Epsteins Gönner Leslie Wexner mitbegründet wurde und zu der Epstein viele Verbindungen hat. Diese Verbindungen sowohl zur österreichischen Regierung als auch zu Epsteins Mentor machen Lauder zur wahrscheinlichsten Person, die das Dokument für Epstein erworben hat.

Darüber hinaus deuten die Verbindungen Epsteins und der Mega Group zum israelischen Geheimdienst Mossad darauf hin, dass Lauder an der Beschaffung des Passes beteiligt war, angesichts seiner engen Verbindungen zur israelischen Regierung und der Tatsache, dass der Mossad bekannt dafür ist, dass er Botschafter im Ausland benutzt, um falsche, ausländische Pässe für seine Mitarbeiter zu beschaffen.

Lauder selbst soll Verbindungen zum Mossad haben, da er ein langjähriger Förderer von IDC Herzliya ist, einer israelischen Universität, die eng mit dem Mossad und seinen Anwerbern sowie dem israelischen Militärgeheimdienst verbunden ist. Lauder hat sogar die Lauder School of Government, Diplomacy and Strategy des IDC Herzliya gegründet.

Darüber hinaus gründete Lauder zusammen mit Mark Palmer, einem ehemaligen US-Diplomaten, Kissinger-Assistenten und Redenschreiber für Reagan, den osteuropäischen Sender CETV. Palmer ist bekannter für die Mitgründung des National Endowment for Democracy (NED), einer Organisation, die oft als Zubehör für den US-Geheimdienst beschrieben wird und deren erster Präsident der Washington Post gestand, dass „vieles, was wir heute tun, vor 25 Jahren heimlich von der CIA getan wurde“. Laut einem Bericht von 2001 im Evening Standard hatte Epstein einmal behauptet, dass er in den 1980ern für die CIA gearbeitet habe, aber Epstein distanzierte sich später von dieser Behauptung.

Die Ursprünge der Mega Group-Mafia

Die Mega Group – eine verschwiegene Gruppe von Milliardären, zu der Lauder gehört – wurde 1991 von Charles Bronfman und Leslie Wexner gegründet, und Leslie Wexner wurde nach der Verhaftung seines ehemaligen Protegés Jeffrey Epstein im Juli von den Medien genau unter die Lupe genommen. Medienprofile zeichnen die Gruppe als „einen locker organisierten Klub von 20 der reichsten und einflussreichsten jüdischen Geschäftsleute des Landes“, der sich auf „Philanthropie und Judentum“ konzentriert, mit Mitgliedsbeiträgen von mehr als 30.000 Dollar pro Jahr. Jedoch haben einige seiner prominentesten Mitglieder Verbindungen zur organisierten Kriminalität.

Mitglieder der Mega Group haben einige der bekanntesten Pro-Israel-Organisationen gegründet und/oder sind eng mit ihnen verbunden. So gründeten die Mitglieder Charles Bronfman und Michael Steinhardt mit Unterstützung des damaligen und derzeitigen Premierministers Benjamin Netanyahu die Organisation Taglit Birthright.
https://de.wikipedia.org/wiki/Taglit_%E2%80%93_Birthright_Israel

Steinhardt, ein Atheist, gab als Motiv für seine Hilfe für die Gründung der Gruppe den Wunsch an, seine eigene Überzeugung zu stärken, dass Hingabe und Glaube an den Staat Israel als „Ersatz für [jüdische] Theologie“ dienen sollten.

Weitere bekannte mit der Mega Group verbundene Gruppen sind der World Jewish Congress – dessen ehemaliger Präsident Edgar Bronfman und der derzeitige Präsident Ronald Lauder beide Mitglieder der Mega Group sind – und B’nai B’rith, insbesondere ihr Ableger, die Anti-Defamation League (ADL). Die Bronfman-Brüder waren Hauptsponsoren der ADL, wobei Edgar Bronfman mehrere Jahre lang der ehrenamtliche nationale Vizevorsitzender der ADL war.

Als Edgar Bronfman 2013 starb, sagte der langjährige ADL-Direktor Abe Foxman: „Edgar war viele Jahre lang Vorsitzender unserer Liquor Industry Division, Vorsitzender unseres New York Appeals und einer unserer bedeutendsten Wohltäter“. Weitere Mitglieder der Mega Group, dabei Geldgeber und wichtige Unterstützer der ADL, sind Ronald Lauder, Michael Steinhardt und der verstorbene Max Fisher. Wie bereits erwähnt, war Roy Cohns Vater ein langjähriger Führer von B’nai B’riths einflussreichem New England/New York Kapitel, und Cohn war später ein gefeiertes Mitglied von B’nai B’riths Bank- und Finanz-Loge.

Darüber hinaus waren Mitglieder der Mega Group auch Schlüsselakteure in der Pro-Israel-Lobby in den Vereinigten Staaten. So gründete Max Fisher von der Mega Group die National Jewish Coalition, die heute als Republican Jewish Coalition bekannt ist – die wichtigste proisraelische neokonservative politische Lobbygruppe, die für ihre Unterstützung kriegerischer Politik bekannt ist und deren derzeitige Hauptgönner Sheldon Adelson und Bernard Marcus zu den wichtigsten Geldgebern Donald Trumps gehören.

Obwohl die Mega Group offiziell erst seit 1991 existiert, wurde dem Einsatz von „Philanthropie“ zur Verhüllung skrupelloser Lobbyarbeit oder Geschäftsaktivitäten Jahrzehnte zuvor von Sam Bronfman, dem Vater der Mega Group-Mitglieder Edgar und Charles Bronfman, der Weg bereitet. Während andere nordamerikanische Eliten wie J.D. Rockefeller früher philanthropisches Spenden als Mittel zur Wäsche ihres Rufes benutzt hatten, war Bronfmans philanthropische Methode einzigartig, weil sie sich speziell auf Spenden an andere Mitglieder seiner eigenen ethnisch-religiösen Herkunft konzentrierte.

Wie in Teil 1 dieser Serie beschrieben, hatte Sam Bronfman langjährige tiefe Bindungen zur organisierten Kriminalität, insbesondere zum Syndikat der organisierten Kriminalität von Meyer Lanksy. Bronfmans privater Ehrgeiz war es jedoch, so die Ansicht von ihm nahestehenden Personen, ein angesehenes Mitglied der High Society zu werden. Infolgedessen arbeitete Bronfman hart daran, den Schandfleck zu entfernen, den seine Mafia-Verbindungen auf seinem öffentlichen Ruf in Kanada und im Ausland hinterlassen hatten. Er erreichte dies, indem er ein Führer in Kanadas zionistischer Bewegung wurde, und Ende der 1930er Jahre war er Leiter des Canadian Jewish Congress und hatte begonnen, sich als Philanthrop für jüdische Belange einen Namen zu machen.

Doch selbst einiges in Bronfmans Aktivismus und Philanthropie wies auf den mafiaähnlichen Ruf hin, den er so sehr abzuschütteln versuchte. So war Bronfman vor 1948 aktiv an der illegalen Lieferung von Waffen an zionistische Paramilitärs in Palästina beteiligt, insbesondere als Mitbegründer der National Conference for Israeli and Jewish Rehabilitation, die Waffen an die paramilitärische Gruppe Haganah schmuggelte.

Zur gleichen Zeit als Bronfman den illegalen Schmuggel von Waffen an die Haganah förderte, taten seine Mitarbeiter in der kriminellen Unterwelt das gleiche. Nach dem Zweiten Weltkrieg schmiedeten enge Gehilfen von David Ben-Gurion, der später der erste Premierminister Israels wurde und maßgeblich an der Gründung des Mossad beteiligt war, enge Beziehungen zu Meyer Lansky, Benjamin „Bugsy“ Siegel, Mickey Cohen und anderen jüdischen Gangstern der Zeit. Sie nutzten ihre geheimen Netzwerke, um ein riesiges Waffenschmuggelnetzwerk zwischen den Vereinigten Staaten und zionistischen Siedlungen in Palästina aufzubauen, das die paramilitärischen Gruppen sowohl der Haganah als auch des Irgun bewaffnete. Wie in Teil 1 dieses Berichts erwähnt, halfen diese Gangster bei der illegalen Bewaffnung der paramilitärischen Einheiten der Zionisten, während sie gleichzeitig ihre Verbindungen zum US-Geheimdienst verstärkten, der erstmals offiziell (wenn auch heimlich) im Zweiten Weltkrieg gebildet worden war.

Nach der Gründung Israels arbeitete Sam Bronfman mit dem zukünftigen israelischen Premierminister Shimon Peres zusammen, um den Verkauf kanadischer Rüstungsgüter zum halben Preis an Israel auszuhandeln, und der günstige Waffenkauf wurde vollständig durch ein Spendendinner finanziert, das von Bronfman und seiner Frau veranstaltet wurde. Viele Jahre später stellte Peres Jeffrey Epstein einen weiteren zukünftigen Premierminister Israels vor: Ehud Barak.

Den Rest des Marsches der Familie Bronfman auf dem „Weg zur Ehrbarkeit“ unternahmen Bronfmans Kinder, die in aristokratische Familien wie die europäischen Rothschilds und die Wall Street „Royalties“ der Lehmans und Loebs einheirateten.

Die neu gefundene Ehrbarkeit der Bronfmans bedeutete nicht, dass ihre Verbindung mit dem von Lansky geführten Verbrecherimperium aufgelöst worden wäre. Tatsächlich gerieten prominente Mitglieder der Seagrams-Dynastie in den 1960er und 1970er Jahren wegen ihrer engen Verbindung mit Willie „Obie“ Obront in die Kritik, einer wichtigen Figur der kanadischen organisierten Kriminalität, die der kanadische Professor Stephen Schneider als „Meyer Lansky von Kanada“ bezeichnet hat.

Edgar und Charles Bronfman waren jedoch nicht die einzigen Mitglieder der Mega Group mit tiefen und langjährigen Verbindungen zum Lansky-geführten National Crime Syndicate. Tatsächlich hat sich einer der prominenten Mitglieder der Gruppe, Hedge-Fonds-Manager Michael Steinhardt, in seiner Autobiographie Kein BulleMein Leben in und außerhalb der Märkte über seine eigenen familiären Bindungen zu Lansky geäußert. Er merkte an, dass sein Vater Sol „Red McGee“ Steinhardt der bevorzugte Juwelenhehler Lanskys und ein Hauptakteur in New Yorks krimineller Unterwelt war. Sol Steinhardt war auch der erste Kunde seines Sohnes an der Wall Street und half ihm, seine Karriere im Finanzsektor auf Touren zu bringen.

Die Beziehungen zwischen der Mega Group und dem National Crime Syndicate sind hier noch lange nicht zu Ende. Ein weiteres prominentes Mitglied der Mega Group mit Verbindungen zu diesem kriminellen Netzwerk ist Max Fisher, der als Wexners Mentor beschrieben worden ist und auch mit Detroits „Purple Gang“ während der Prohibition und danach gearbeitet haben soll. Die Purple Gang war Teil des Netzwerks, das während der Prohibition Bronfman-Spirituosen aus Kanada in die Vereinigten Staaten schmuggelte, und einer ihrer Gründer, Abe Bernstein, war ein enger Partner von Meyer Lansky und Moe Dalitz. Fisher war ein wichtiger Berater mehrerer US-Präsidenten – der erste war Dwight D. Eisenhower – sowie Henry Kissingers.

Neben Fisher war das Mega Group-Mitglied Ronald Lauder mit Roy Cohn und Tom Bolan verbunden, die beide eng mit demselben von Lansky geführten kriminellen Netzwerk zusammenhingen (siehe Teil 1 und 2) und die regelmäßig Spitzenpersonen der Mafia vor Gericht verteidigten. Darüber hinaus ist ein weiteres Mitglied der Mega Group, der Regisseur Steven Spielberg, ein bekannter Protegé von Lew Wasserman, dem Medienmogul mit Mafia-Verbindungen und langjährigen Unterstützer von Ronald Reagans Film- und später politischer Karriere, was in Teil 2 dieser Serie besprochen wurde.

Eine überraschende Verbindung zu Cohn bildet Lester Crown, Mitglied der Mega Group und ehemaliger Präsident der US-Waffenfirma General Dynamics, dessen Schwager David Schine ist, Cohns Vertrauter und angeblicher Liebhaber während der McCarthy-Anhörungen, dessen Beziehung zu Cohn dazu beitrug, den Untergang des McCarthyismus herbeizuführen.

Ein weiteres bemerkenswertes Mitglied der Mega Group ist Laurence Tisch, der mehrere Jahre lang im Besitz von CBS News war und die Loews Corporation gründete. Tisch ist bekannt für seine Arbeit für das Office of Strategic Services (OSS), den Vorläufer der CIA, wo Donald Barr, der Epstein an der Dalton School einstellte, ebenfalls diente und das während des Zweiten Weltkriegs Verbindungen zu Lanskys kriminellem Imperium knüpfte.

Wexners Villen und der Shapiro-Mord

Auch Leslie „Les“ Wexner, der andere Mitbegründer der Mega Group, ist mit der organisierten Kriminalität verbunden. Wexners Verbindungen zu Jeffrey Epstein wurden nach dessen kürzlicher Verhaftung unter die Lupe genommen, da Wexner sowohl der einzige öffentlich bekannte Kunde von Epsteins verdächtigem Hedgefonds, der Quelle eines Großteils seines Reichtums, als auch der frühere Eigentümer von Epsteins 56 Millionen Dollar-Stadthaus in Manhattan war, das Wexner kostenlos an ein von Epstein kontrolliertes Unternehmen übertragen hat.

Bevor Epstein das Stadthaus erhielt, scheint Wexner die Residenz für einige unkonventionelle Zwecke benutzt zu haben. Ein Artikel der New York Times von 1996 über die damals Wexner gehörende Residenz erwähnt „ein Badezimmer, das an James-Bond-Filme erinnert: versteckt unter einer Treppe, mit Blei ausgekleidet, um vor Angriffen zu schützen, und mit Fernsehbildschirmen zur Videoüberwachung und einem Telefon ausgestattet, die in einem Schrank unter dem Waschbecken versteckt sind“. Der Times-Artikel spekuliert nicht über den Zweck dieser Ausrüstung, obwohl die Anspielung auf den berühmten literarischen Superspion James Bond darauf hindeutet, dass sie benutzt worden sein könnte, um Gäste auszuspionieren oder eine elektronische Überwachung durchzuführen.

Der Artikel der Times von 1996 stellte auch fest, dass Wexner, nachdem er die Residenz 1989 für 13,2 Millionen Dollar gekauft hatte, weitere Millionen für Dekoration und Einrichtung des Hauses ausgab, einschließlich der neuen elektronischen Geräte im „James Bond“-Badezimmer, nur um anscheinend nie darin zu wohnen. Die Times, die Epstein für den Artikel interviewte, zitierte diesen mit den Worten: „Les verbrachte dort nie mehr als zwei Monate“. Epstein, den die Times als Wexners „Protegé und einen seiner Finanzberater“ identifizierte, sagte, das Haus habe zu diesem Zeitpunkt bereits ihm gehört.

Im selben Jahr besorgte Epstein die künstlerische Gestaltung von Wexners Villa in Ohio. Ein kürzlich erschienener Artikel der Times stellte fest:

Im Sommer 1996 arbeitete Maria Farmer an einem Kunstprojekt für Mr. Epstein in Mr. Wexners Villa in Ohio. Laut einer eidesstattlichen Erklärung, die Ms. Farmer Anfang dieses Jahres beim Bundesgericht in Manhattan eingereicht hat, griff Mr. Epstein sie sexuell an, während sie dort war. Sie sagte, dass sie aus dem Raum floh und die Polizei rief, aber dass Mr. Wexners Sicherheitspersonal sich 12 Stunden lang weigerte, sie gehen zu lassen.

Farmers Bericht legt nahe, dass Wexner angesichts des Verhaltens seines persönlichen Sicherheitspersonals in seiner Villa nach Epsteins angeblichem Angriff auf Farmer sehr wohl über Epsteins übergriffiges Verhalten gegenüber jungen Frauen Bescheid wusste. Hinzu kommen Behauptungen von Alan Dershowitz – einem ehemaligen Anwalt und Freund von Epstein, der auch der Vergewaltigung minderjähriger Mädchen beschuldigt wurde – dass auch Wexner mindestens sieben Mal der Vergewaltigung minderjähriger Mädchen beschuldigt worden ist, die von Epstein ausgenutzt wurden.“

Die Anwesenheit der elektronischen Geräte im Badezimmer seines Hauses, andere Besonderheiten im Zusammenhang mit dem Stadthaus und Aspekte der Verbindungen zwischen Epstein und Wexner deuten darauf hin, dass hinter Wexner, der wie andere prominente Mitglieder der Mega Group ziemlich erfolgreich das öffentliche Bild eines ehrbaren Geschäftsmanns und Philanthropen entwickelt hat, noch mehr steckt.

Allerdings sind Teile von Wexners privaten Geheimnissen gelegentlich an die Luft gekommen, nur um dann aufgrund von Befürchtungen, man könne den mächtigen und gut vernetzten Milliardär und „Philanthropen“ mit ihnen „verleumden“, schnell vertuscht zu werden.

1985 wurde der Anwalt Arthur Shapiro aus Columbus (Ohio) am helllichten Tag aus nächster Nähe bei einem weithin so genannten „Mord im Mafia-Stil“ ermordet. Der Mord ist nach wie vor ungeklärt, wahrscheinlich deshalb, weil der damalige Polizeichef von Columbus James Jackson die Vernichtung wichtiger Dokumente der Mord- Ermittlungen seiner Abteilung angeordnet hat.

Jacksons Anordnung der Vernichtung der Dokumente kam Jahre später, 1996, ans Licht, als gegen ihn wegen Korruption ermittelt wurde. Laut dem Columbus Dispatch rechtfertigte Jackson die Zerstörung eines „wichtigen und wertvollen“ Berichts, weil er der Meinung war, dass er „so voll von wilden Spekulationen über prominente Wirtschaftsführer war, dass er möglicherweise verleumderisch war“. Diese „wilde Spekulation“ bestand darin, dass „millionenschwere Geschäftsleute in Columbus und Youngstown mit dem Mord im Mafia-Stil in Verbindung gebracht wurden.“

Obwohl Jacksons Bemühungen darauf abzielten, diesen „verleumderischen“ Bericht von den Augen der Öffentlichkeit fernzuhalten, wurde er schließlich von Bob Fitrakis – einem Rechtsanwalt, Journalisten und Exekutivdirektor des Columbus Institute for Contemporary Journalism – ausfindig gemacht, nachdem ihm 1998 „versehentlich“ eine Kopie des Berichts, als Teil einer Anfrage nach Behördenakten, gesandt worden war.

Der Bericht mit dem Titel „Shapiro Morduntersuchung: Analyse und Hypothese“, nennt Leslie Wexners Verbindung „zu Mitarbeitern, die als Personen der organisierten Kriminalität gelten,“ und listet auch die Namen des Geschäftsmannes Jack Kessler, des ehemaligen Columbus-Stadtratsvorsitzenden und Wexner-Partners Jerry Hammond und des ehemaligen Columbus-Stadtratsmitglieds Les Wright auf, die ebenfalls in die Ermordung Shapiros verwickelt seien.

Der Bericht stellte auch fest, dass Arthur Shapiros Anwaltskanzlei – Schwartz, Shapiro, Kelm & Warren – Wexners Firma The Limited vertrat und erklärte, dass „Arthur Shapiro vor seinem Tod dieses Konto [The Limited] für die Anwaltskanzlei verwaltete“. Er stellte auch fest, dass Shapiro zum Zeitpunkt seines Todes „Gegenstand einer Untersuchung der Steuerbehörde war, weil er vor seinem Tod etwa sieben Jahre lang keine Einkommensteuererklärungen eingereicht und in einige fragwürdige Steueroasen investiert hatte“. Es wurde auch festgestellt, dass Shapiros Tod seine geplante Aussage bei einer Anhörung vor dem Großen Geschworenengericht über diese „fragwürdigen Steueroasen“ verhindert hat.

Was Wexners angebliche Verbindungen zur organisierten Kriminalität betrifft, so konzentriert sich der Bericht auf die engen Geschäftsbeziehungen zwischen Wexners The Limited und Francis Walsh, dessen Spedition „mehr als 90 Prozent des Speditionsgeschäfts der Limited zum Zeitpunkt von Shapiros Ermordung ausgemacht hat“, so der Bericht. Walsh wurde 1988 in einer Anklage als „Mitverschwörer“ des Chefs der Verbrecherfamilie Genovese genannt, Anthony „Fat Tony“ Salerno, dessen langjähriger Anwalt Roy Cohn war. Und der Shapiro-Mordbericht erklärte, Walsh werde „immer noch als Mitarbeiter der Genovese/LaRocca-Verbrecherfamilie angesehen, und Walsh stellte immer noch LKW-Transporte für The Limited bereit“.

Vor allem die Verbrecherfamilie Genevose ist seit langem ein wichtiger Bestandteil des National Crime Syndicate, da es ihr ehemaliger Boss, Charles „Lucky“ Luciano, war, der die kriminelle Organisation zusammen mit seinem engen Freund Meyer Lansky schuf. Nach Lucianos Inhaftierung und anschließender Deportation aus den Vereinigten Staaten übernahm Lansky die US-Operationen des Syndikats, und seine Zusammenarbeit mit Lucianos Nachfolgern dauerte bis zu Lanskys Tod 1983.

Das „Mega“-Mysterium und der Mossad

Im Mai 1997 brachte die Washington Post eine explosive – inzwischen längst vergessene – Geschichte über ein abgelauschtes Telefonat zwischen einem Mossad-Beamten in den USA und seinem Vorgesetzten in Tel Aviv, bei dem es um die Bemühungen des Mossad ging, ein geheimes Dokument der US-Regierung zu ergattern. Laut WaPo erklärte der Mossad-Beamte während des Telefonats, „der israelische Botschafter Eliahu Ben Elissar habe ihn gefragt, ob er eine Kopie des Schreibens erhalten könne, das [dem Palästinenserführer] Arafat am 16. Januar, dem Tag nach der Unterzeichnung des Hebron-Abkommens durch Arafat und den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, von [dem damaligen Außenminister Warren] Christopher, überreicht worden sei“.

Weiter heißt es in dem Artikel der WaPo:

Laut einer Quelle, die eine Kopie des NSA-Protokolls des Gesprächs eingesehen hat, sagte der Geheimdienstoffizier auf Hebräisch: „Der Botschafter möchte, dass ich zu Mega gehe, um eine Kopie dieses Briefes zu bekommen.“ Die Quelle sagte, der Vorgesetzte in Tel Aviv habe das Ansinnen abgelehnt und gesagt: ‚Dies ist nichts, wofür wir Mega verwenden‘.“

Die durchgesickerte Kommunikation führte zu einer Untersuchung, die darauf abzielte, eine Person mit dem Codenamen „Mega“ zu identifizieren, von der die WaPo sagte, es „könnte jemand in der US-Regierung sein, der den Israelis in der Vergangenheit Informationen zur Verfügung gestellt hat“. Ein Verdacht, der später zu einer erfolglosen FBI-Untersuchung führte. Der Mossad behauptete später, „Mega“ sei nur ein Codewort für die amerikanische CIA , aber das FBI und die NSA waren von dieser Behauptung nicht überzeugt und glaubten, dass es sich um einen hochrangigen US-Regierungsbeamten handelte, der möglicherweise einmal an der Arbeit von Jonathan Pollard beteiligt gewesen war, dem ehemaligen US-Navy-Geheimdienst-Analysten, der später wegen Spionage für den Mossad verurteilt wurde.

Fast ein Jahr nach Bekanntwerden des Spionageskandals „Mega“ berichtete das Wall Street Journal erstmals über die Existenz einer wenig bekannten Milliardärsorganisation, die „informell“ Mega Group genannt wurde und bereits 1991 gegründet worden war. Der Bericht erwähnte nicht den Spionageskandal, der erst ein Jahr zuvor Bedenken wegen israelischer Spionage in den USA erregt hatte. Der unverwechselbare „informelle“ Name der Gruppe und die Verbindungen ihrer Mitglieder zum Mossad und zu hochrangigen israelischen Politikern, darunter Ministerpräsidenten, lassen jedoch vermuten, dass „Mega“ kein Individuum war, wie das FBI und die NSA geglaubt hatten, sondern eine Gruppe.

Als 1997 der „Mega“-Spionageskandal ans Licht kam, war Netanyahu gerade nach einem umstrittenen Sieg Premierminister Israels geworden. Ein Sieg, der weitgehend einem gut vernetzten Netanyahu-Geldgeber, nämlich Ronald Lauder, zu verdanken war. Lauder war nicht nur ein bedeutender Geldgeber, sondern hatte auch Arthur Finklestein dazu gebracht, für Netanyahus Wahlkampf 1996 zu arbeiten, dessen Strategien für den Überraschungssieg von Netanyahu gelobt wurden. Netanyahu stand Lauder so nahe, dass er Lauder und George Nader persönlich als seine Friedensbotschafter nach Syrien verpflichtete.

Nader, der mit dem Trump-Wahlkampf 2016 und dem Trump-Verbündeten und Blackwater-Gründer Erik Prince verbunden war, wurde im vergangenen Monat mit Bundesklagen wegen Kindersex-Handels belastet, kurz nachdem Jeffrey Epstein wegen ähnlicher Anschuldigungen verhaftet worden war. Als Nader ausgewählt wurde, um mit Lauder zugunsten von Netanyahu zusammenzuarbeiten, war er bereits zweimal im Besitz von großen Mengen an Kinderpornographie erwischt worden, zuerst 1984 und dann 1990.

Diese starke Verbindung zwischen Netanyahu und Lauder in der Zeit des „Mega“-Spionageskandals von 1997 ist wichtig, wenn man bedenkt, dass der Mossad direkt dem israelischen Premierminister untersteht.

Eine weitere mögliche Verbindung zwischen der Mega Group und dem Mossad ist den Verbindungen der Mega Group zum kriminellen Netzwerk von Meyer Lansky zu verdanken. Wie in Teil 1 beschrieben, hatte Lansky nach dem Zweiten Weltkrieg enge Verbindungen zum US-Geheimdienst aufgebaut und war auch über den Mossad-Beamten Tibor Rosenbaum mit dem Mossad verbunden, dessen Bank von Lansky häufig zur Geldwäsche benutzt wurde. Darüber hinaus arbeitete Lansky mindestens einmal mit dem berüchtigten Mossad „Superspion“ Rafi Eitan zusammen, dem er half, sensible elektronische Geräte zu erwerben, die nur die CIA besaß, aber die vom israelischen Geheimdienst begehrt wurden. Eitan ist in den USA am bekanntesten als Mossad-Betreuer von Jonathan Pollard.

Bemerkenswerterweise war Eitan die Hauptquelle für Behauptungen, dass sich das von den Mossad-Beamten 1997 verwendete Codewort „Mega“ auf die CIA bezog und nicht auf eine potenzielle Quelle in der US-Regierung, die einst mit Pollards Spionageaktivitäten in Verbindung gestanden hatte, was seine Behauptungen über die wahre Bedeutung des Begriffs etwas zweifelhaft machte.

Da das an die Mega Group gebundene Netzwerk der organisierten Kriminalität sowohl mit dem US-amerikanischen als auch mit dem israelischen Geheimdienst verbunden war, ist es plausibel, dass das Codewort „Mega“ sich auf diese geheimnisvolle Gruppe von Milliardären bezog. Ein weiterer Beleg dafür ist die Tatsache, dass prominente Mitglieder der Mega Group Geschäftspartner von Mossad-Agenten waren, darunter der Medienmogul Robert Maxwell und der Rohstoffhändler Marc Rich.

Die rätselhaften Maxwells

Die Maxwell-Familie ist nach Jeffrey Epsteins Verhaftung zu einem Objekt erneuten Medieninteresses geworden, da Ghislaine Maxwell, in den Medien lange Zeit als britische „Salonlöwin“ gehandelt, öffentlich als Epsteins langjährige „ab und zu“-Freundin bezeichnet wurde, und Epsteins Opfer sowie ehemalige Ehefrauen von Epsteins Freunden behauptet haben, sie sei Epsteins „Zuhälterin“ gewesen und habe Mädchen für seine sexuelle Erpressungsaktionen vermittelt. Ghislaine Maxwell wird auch vorgeworfen, sich an der Vergewaltigung der von ihr für Epstein beschafften Mädchen beteiligt und sie für die Produktion von Kinderpornographie verwendet zu haben.

Ghislaine war die Lieblings- und jüngste Tochter des Medienmoguls Robert Maxwell. Maxwell, geb. Jan Ludvick Hoch, war im Zweiten Weltkrieg in die britische Armee eingetreten. Laut den Autoren John Loftus und Mark Aarons hat er später die Entscheidung der tschechoslowakischen Regierung stark beeinflusst, zionistische Paramilitärs während des Krieges von 1948 zu bewaffnen, der zur Gründung des Staates Israel führte, und Maxwell selbst war auch am Schmuggel von Flugzeugteilen nach Israel beteiligt.

Etwa zu dieser Zeit wurde Maxwell vom britischen Geheimdienst MI6 angesprochen; ihm wurde eine Position angeboten, die Maxwell schließlich ablehnte. MI6 klassifizierte ihn dann als „Zionist – loyal nur gegenüber Israel“ und machte ihn zu einer „Person von Interesse“. Später wurde er ein Agent des Mossad, so heißt es in mehreren Büchern, darunter Robert Maxwell: Israels Superspion von Gordon Thomas und Martin Dillon. Außerdem behauptet Seymour Hersh in seinem Buch Die Samson-Option: Israels Atomwaffenarsenal und die amerikanische Außenpolitik, Maxwell sei mit dem israelischen Geheimdienst verbunden.

Victor Ostrovsky, ein ehemaliger Mossad-Führungsoffizier, führte aus:

Der Mossad finanzierte viele seiner Operationen in Europa mit Geld, das aus Maxwells Zeitungs-Pensionsfonds gestohlen wurde. Sie bekamen die Mittel fast sofort in die Hand, als Maxwell den Kauf der Mirror Newspaper Group mit Geld tätigte, das ihm vom Mossad geliehen wurde.“

Im Austausch für seine Dienste half der Mossad Maxwell, während seiner Besuche in Israel seinen sexuellen Appetit zu befriedigen, indem er ihm Prostituierte zur Verfügung stellte, „ein Dienst, der zu Erpressungszwecken aufrecht erhalten wurde“. Später wurde bekannt, dass das Hotel, in dem er in Israel wohnte, mit Kameras verwanzt war, so dass der Mossad sich „eine kleine Bibliothek mit Videomaterial von Maxwell in sexuell kompromittierenden Positionen“ zulegen konnte. Wie bei der CIA ist die Erpressung von Freund und Feind durch den Mossad gut dokumentiert und als umfangreich bekannt.

Maxwell war auch ein enger Partner und Freund des israelischen „Superspions“ Rafi Eitan, der, wie bereits erwähnt, Jonathan Pollards Kontaktperson war und der zuvor direkt mit Meyer Lansky zusammengearbeitet hatte. Eitan hatte von Earl Brian, einem langjährigen Mitarbeiter und Helfer Ronald Reagans, von einer revolutionären neuen Software namens „Promis“ erfahren, die von der US-Regierung benutzt wurde. Promis gilt oft als Vorläufer der heute von Spionageagenturen verwendeten „Prism“-Software und wurde von William Hamilton entwickelt, der die Software 1982 über seine Firma Inslaw an die US-Regierung vermietete.

Laut dem Autor und ehemaligen BBC-Investigativjournalisten Gordon Thomas ärgerte sich Brian, dass das US-Justizministerium „Promis“ mit Erfolg auf der Suche nach organisierter Kriminalität und Geldwäsche einsetzte, und Eitan fühlte, dass das Programm Israel helfen könnte. Damals war Eitan Direktor des inzwischen nicht mehr existierenden israelischen Militär-Geheimdienstes Lekem, der wissenschaftliche und technische Erkenntnisse aus öffentlichen und verdeckten Quellen im Ausland sammelte, insbesondere im Zusammenhang mit Israels Atomwaffenprogramm.

Es wurde der Plan ausgeheckt, eine „Falltür“ in der Software zu installieren und dann „Promis“ auf der ganzen Welt zu vermarkten, was dem Mossad unschätzbare Informationen über die Operationen seiner Feinde und Verbündeten liefern und gleichzeitig Eitan und Brian mit reichlich Bargeld versorgen sollte. Nach Aussage des ehemaligen Mossad-Beamten Ari Ben-Menashe stellte Brian eine Kopie von „Promis“ Israels militärischem Geheimdienst zur Verfügung, der sich an einen in Kalifornien lebenden israelisch-amerikanischen Programmierer wandte, der dann die „Falltür“ in die Software einpflanzte. Die CIA soll später ihre eigene Falltür in der Software installiert haben, aber es ist unbekannt, ob sie das mit einer Version der bereits verwanzten Software getan hat und wie weit sie im Vergleich zu der vom israelischen Geheimdienst verwanzten Version übernommen wurde.

Nachdem die Falltür installiert war, erwies es sich als schwierig, die verwanzte Version der Software an Regierungen und private Unternehmen auf der ganzen Welt zu verkaufen, insbesondere in den Gebieten, die von Interesse waren. Brian versuchte zunächst, Inslaw und Promis aufzukaufen und dann dieselbe Firma zu benutzen, um die verwanzte Version zu verkaufen.

Als das nicht klappte, wandte sich Brian an seinen engen Freund, den damaligen Justizminister Ed Meese, dessen Justizministerium sich dann aber abrupt weigerte, die vertraglich festgelegten Zahlungen an Inslaw zu leisten, und im Wesentlichen die Software kostenlos verwendete, was Inslaw als Diebstahl bezeichnete. Es gab Spekulationen, dass Meeses Rolle bei jener Entscheidung nicht nur durch seine Freundschaft mit Brian beeinflusst wurde, sondern auch durch die Tatsache, dass seine Frau ein wichtiger Investor in Brians Geschäftsunternehmungen war. Meese wurde später Berater von Donald Trump, als der zum Präsidenten gewählt war.

Inslaw war gezwungen, als Folge von Meeses Handlungen Konkurs zu erklären, und verklagte das Justizministerium. Das Gericht stellte später fest, dass die von Meese geführte Abteilung die Software durch „Tricks, Betrug und Täuschung“ „entwendet, umgewandelt und gestohlen“ hatte.

Nachdem Inslaw aus dem Weg geräumt war, verkaufte Brian die Software an die ganze Welt. Als weiteren Promis-Verkäufer rekrutierte Eitan später Robert Maxwell, der seinen Job bemerkenswert gut machte. Es gelang ihm sogar, die Software an sowjetische Geheimdienste zu verkaufen und sich mit dem republikanischen Texas-Senator John Tower zusammenzutun, um die Software vom US-Regierungslabor in Los Alamos übernehmen zu lassen. Dutzende von Ländern benutzten die Software auf ihren bestgeschützten Computersystemen und wussten nicht, dass der Mossad nun Zugang zu allem hatte, was über „Promis“ lief.

Während sich der Mossad zuvor beim Sammeln von Informationen auf die gleiche Taktik gestützt hatte, die von seinen Äquivalenten in den USA und anderswo angewandt wurde, gab die weit verbreitete Einführung der Promis-Software, vor allem durch die Aktionen von Earl Brian und Robert Maxwell, dem Mossad die Möglichkeit, nicht nur wahre Fundgruben von Spionageabwehrdaten anzuhäufen, sondern auch von Erpressungmaterial gegen andere Geheimdienste und mächtige Persönlichkeiten.

Tatsächlich ermöglichten die Hintertür von Promis und seine Verwendung durch Geheimdienste auf der ganzen Welt dem Mossad im Wesentlichen den Zugang zu Unmengen von Erpressungsdaten, die die CIA und das FBI seit über einem halben Jahrhundert über ihre Freunde und Feinde gesammelt hatten. Seltsamerweise hat das FBI in den letzten Jahren versucht, Informationen über Robert Maxwells Zusammenhang mit dem Promis-Skandal zu verbergen.

Laut dem Journalisten Robert Fisk war Maxwell auch an der Entführung des israelischen Atomwaffen-Whistleblowers Vanunu Mordechai durch den Mossad beteiligt. Mordechai hatte versucht, den Medien Informationen über den Umfang des israelischen Atomwaffenprogramms zu geben, die schließlich von der Sunday Times of London veröffentlicht wurden. Jedoch hatte Mordechai auch den Daily Mirror mit den Informationen kontaktiert. Der Mirror war aber ein Organ, das sich im Besitz von Maxwell befand und dessen ausländischer Herausgeber ein enger Maxwell-Mitarbeiter und angeblicher Mossad-Agent war, Nicholas Davies. Der Journalist Seymour Hersh behauptete, Davies sei auch an israelischen Waffengeschäften beteiligt gewesen.

Laut Fisk war es Maxwell, der die Israelische Botschaft in London kontaktierte und ihnen von Mordechais Aktivitäten berichtete. Dies führte zu Mordechais Fang durch eine Mossad-Agentin mittels einer „Honigfalle“ und damit zu seiner Entführung und späteren Inhaftierung in Israel. Mordechai verbüßte eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren, davon 12 Jahre in Einzelhaft.

Dann ist da noch die Angelegenheit von Maxwells Tod, der sowohl von den Mainstream- als auch von den unabhängigen Medien weithin als verdächtig und als potenzieller Mord bezeichnet wird. Nach Ansicht der Autoren Gordon Thomas und Martin Dillon hatte Maxwell sein eigenes Schicksal besiegelt, als er versuchte, hochrangigen Beamten des Mossad mit der Enthüllung bestimmter Operationen zu drohen, wenn sie ihm nicht helfen würden, sein Medienimperium vor lähmenden Schulden und finanziellen Schwierigkeiten zu retten. Viele von Maxwells Gläubigern, die zunehmend unzufrieden mit dem Medienmogul geworden waren, waren Israelis, und einige von ihnen sollen selbst mit dem Mossad verbunden gewesen sein.

Thomas und Dillon argumentieren in ihrer Biographie über Maxwells Leben, der Mossad habe inzwischen Maxwell mehr als Belastung denn als Vermögenswert angesehen und ihn auf seiner Yacht, drei Monate nachdem er die Rettungsaktion gefordert hatte, getötet. Auf der Gegenseite stehen Vermutungen, denen zufolge Maxwell wegen der finanziellen Schwierigkeiten seines Imperiums Selbstmord begangen habe.

Einige haben Maxwells Beerdigung in Israel als „offizielle“ Bestätigung des Landes für Maxwells Dienst für den Mossad angesehen, da sie einer staatlichen Bestattung gleichkam und von nicht weniger als sechs amtierenden und ehemaligen Leitern des israelischen Geheimdienstes besucht wurde. Bei der Trauerfeier in Jerusalem würdigte ihn der israelische Premierminister Yitzhak Shamir und sagte: „Er hat mehr für Israel getan, als man heute sagen kann.“ Weitere Trauerreden wurden von den zukünftigen Premierministern Ehud Olmert (damals Gesundheitsminister) und Shimon Peres gehalten, wobei letzterer ebenfalls Maxwells „Dienste“ für Israel pries.

Schwimmen im selben Sumpf

Während er sein Geschäftsimperium aufbaute – und sogar Mitglied des britischen Parlaments wurde – arbeitete Maxwell auch für den israelischen Geheimdienst, da mehrere der israelischen Unternehmen, in die er investierte, Tarnungen für den Mossad wurden. Darüber hinaus entwickelte er, während er zum Medienmogul wurde, eine bittere Rivalität zu Rupert Murdoch, einem engen Freund von Roy Cohn und einflussreichen Mann in den amerikanischen und britischen Medien.

Maxwell arbeitete auch mit den Brüdern Bronfman, Edgar und Charles zusammen – Schlüsselpersonen der Mega Group. 1989 schlossen sich Maxwell und Charles Bronfman zusammen, um einen Kauf der Jerusalem Post einzufädeln, und die Post beschrieb die beiden Männer als „zwei der weltweit führenden jüdischen Finanziers“ und ihr Interesse an dem Projekt als „Entwicklung der Jerusalem Post und Ausweitung ihres Einflusses auf das Judentum in der Welt“. Ein Jahr zuvor waren Maxwell und Bronfman Hauptaktionäre des israelischen Pharmaunternehmens Teva geworden.

Maxwell arbeitete in den späten 1980er Jahren auch mit Charles Bronfmans Bruder Edgar zusammen, um die Sowjetunion zu überreden, sowjetischen Juden die Einwanderung nach Israel zu erlauben. Edgars Bemühungen in dieser Hinsicht haben größere Aufmerksamkeit erhalten, da sie ein entscheidendes Moment seiner jahrzehntelangen Präsidentschaft des Jüdischen Weltkongresses waren, dessen Präsident derzeit Ronald Lauder ist. Doch Maxwell hat bei diesem Bestreben ebenfalls in erheblichem Umfang seine Kontakte zur sowjetischen Regierung genutzt.

Maxwell bewegte sich auch in den Kreisen des Netzwerks, die in den Teilen 1 und 2 dieser Serie beschrieben wurden. Ein wichtiges Beispiel dafür ist die Party, die Maxwell im Mai 1989 auf seiner Yacht gab, der Lady Ghislaine – benannt nach seiner jüngsten Tochter und Epsteins zukünftiger „Freundin“. Zu den Teilnehmern der Party gehörten Roy Cohns Protegé Donald Trump und sein langjähriger Rechtspartner Tom Bolan. Ein enger Freund von Nancy Reagan war ebenfalls anwesend, der Journalist Mike Wallace, ebenso wie der Literaturagent Mort Janklow, der Ronald Reagan und zwei von Cohns engsten Freunden vertrat: die Journalisten William Safire und Barbara Walters.

Auch der CEO von Time Warner, Steve Ross, war bei der exklusiven Veranstaltung zu Gast. Die Anwesenheit von Ross ist bemerkenswert, da er sein Geschäftsimperium weitgehend durch seine Verbindung zu den New Yorker Verbrecherlords Manny Kimmel und Abner „Longy“ Zwillman aufgebaut hatte. Zwillman war ein enger Freund von Meyer Lansky, von Michael Steinhardts Vater und von Sam Bronfman, dem Vater von Edgar und Charles Bronfman.

Ein weiterer Teilnehmer der Party auf der Maxwell-Yacht war der ehemalige Marineminister und ehemalige Henry Kissinger-Mitarbeiter Jon Lehman, der sich anschließend mit der umstrittenen neokonservativen Denkfabrik Project for a New American Century (PNAC) zusammenschloss. Vor seiner Tätigkeit als Marineminister war Lehman Präsident der Abington Corporation gewesen, die den Erzneokon Richard Perle eingestellt hatte, um das Portfolio der israelischen Waffenhändler Shlomo Zabludowicz und seines Sohns Chaim zu verwalten, der Abington 10.000 Dollar im Monat zahlte. Ein Skandal entstand, als diese Zahlungen fortgesetzt wurden, nachdem sowohl Lehman als auch Perle in Reagans Verteidigungsministerium eingetreten waren und während Perle daran arbeitete, das Pentagon zu überreden, Waffen von Unternehmen zu kaufen, die mit Zabludowicz verbunden waren. Perle war zusammen mit Roy Cohns langjährigem Freund und Rechtspartner Tom Bolan (ebenfalls Gast auf der Maxwell-Yacht) Teil des Reagan-Übergangsteams gewesen.

Neben Lehman war ein weiterer ehemaliger Kissinger-Mitarbeiter, Thomas Pickering, bei Maxwells Yacht-Party anwesend. Pickering spielte eine untergeordnete Rolle in der Iran-Contra-Affäre und war zum Zeitpunkt der Maxwell-Yacht-Party US-Botschafter in Israel. Senator John Tower (R-TX), der sich angeblich mit Maxwell in der vom Mossad verwanzten Promis-Software in den Labors von Los Alamos verschworen hatte, war ebenfalls anwesend. Tower starb nur wenige Monate vor Maxwell bei einem verdächtigen Flugzeugabsturz.

Auch Ghislaine Maxwell war bei dieser bemerkenswerten Veranstaltung dabei. Nach dem mysteriösen Tod und der angeblichen Ermordung ihres Vaters auf der gleichen Yacht, die seit 1991 ihren Namen trägt, packte sie eilig ihre Taschen und zog nach New York City. Dort lernte sie bald Jeffrey Epstein kennen und entwickelte einige Jahre später enge Beziehungen zur Familie Clinton, die in der nächsten Folge dieser Serie besprochen werden.

Jeffrey Epstein und das neue „Promis“

Nachdem bekannt wurde, dass Epstein 2008 einer strengeren Verurteilung dank seiner Verbindungen zu „Geheimdiensten“ entkommen war, führten die Mossad-Verbindungen von Ghislaine Maxwells Vater zu der Spekulation, Epsteins sexuelle Erpressung habe belastende Informationen mit dem Mossad geteilt. Der ehemalige CBS-Executive Producer und aktuelle Journalist für das Medienunternehmen Narativ, Zev Shalev, hat inzwischen behauptet, Narativ habe unabhängig bestätigt, dass Epstein direkt mit dem Mossad verbunden war.

Epstein war ein langjähriger Freund des ehemaligen israelischen Premierministers Ehud Barak, der seit langem und eng mit der Geheimdienstgemeinde Israels verbunden ist. Ihre jahrzehntelange Freundschaft war die Ursache für die jüngsten politischen Angriffe gegen Barak, der bei den israelischen Wahlen gegen den derzeitigen Premierminister Netanyahu im Laufe dieses Jahres antritt.

Barak steht auch Epsteins Hauptgönner und Mitglied der Mega Group Leslie Wexner nahe, dessen Wexner Foundation 2004 Barak 2 Millionen Dollar für ein noch nicht spezifiziertes Forschungsprogramm zur Verfügung stellte. Laut Barak wurde er Epstein zum ersten Mal vom ehemaligen israelischen Premierminister Shimon Peres vorgestellt, der für Robert Maxwell bei dessen Beerdigung die Trauerrede gehalten und jahrzehntelange Verbindungen zur Familie Bronfman hatte, die bis in die Anfänge der 1950er Jahre zurückreichen. Peres nahm auch häufig an Programmen teil, die von Leslie Wexner in Israel finanziert wurden, und arbeitete jahrzehntelang eng mit dem Mossad zusammen.

Im Jahr 2015, einige Jahre nach Epsteins Entlassung aus dem Gefängnis, nachdem er 2008 wegen sexueller Nötigung einer Minderjährigen verurteilt worden war, gründete Barak mit Epstein eine Firma mit dem Hauptziel, in ein israelisches Start-Up-Unternehmen namens Reporty.zu investieren. Dieses Unternehmen, das heute Carbyne heißt, verkauft seine Signatur-Software an 911 Callcenter und Notfalldienstleister und steht den Verbrauchern auch über eine App zur Verfügung, die den Rettungsdiensten Zugriff auf die Kamera und den Standort eines Anrufers ermöglicht sowie die Identität jedes Anrufers über eine verknüpfte Regierungsdatenbank auswertet. Es wurde speziell von dem Unternehmen selbst und der israelischen Presse als Lösung für Massenerschießungen in den Vereinigten Staaten vermarktet und wird bereits von mindestens zwei US-Landkreisen genutzt.

Israelische Medien berichteten, dass Epstein und Barak zu den größten Investoren des Unternehmens gehörten. Barak steckte Millionen in das Unternehmen, und Haaretz enthüllte kürzlich, dass ein beträchtlicher Teil von Baraks gesamten Investitionen in Carbyne von Epstein finanziert wurde, was diesen zu einem „de facto-Partner“ des Unternehmens machte. Barak ist jetzt Carbynes Vorsitzender.

Das gesamte Führungsteam des Unternehmens besteht aus ehemaligen Mitgliedern verschiedener Bereiche des israelischen Geheimdienstes, einschließlich der elitären militärischen Nachrichteneinheit Unit 8200, die oft als das Äquivalent Israels zur U.S. National Security Agency (NSA) bezeichnet wird. Der derzeitige CEO von Carbyne, Amir Elichai, war in der Einheit 8200 tätig und hat den ehemaligen Kommandanten der Einheit 8200, Pinchas Buchris, zum Direktor und Vorstandsmitglied der Firma gemacht. Neben Elichai war auch ein weiterer Carbyne-Mitbegründer, Lital Leshem, bei Unit 8200 tätig und arbeitete später für die private israelische Spionagefirma Black Cube. Leshem arbeitet nun für eine Tochtergesellschaft von Erik Princes Firma Frontier Services Group, so das unabhängige Medienunternehmen Narativ.

Das Unternehmen verfügt auch über mehrere Verbindungen zur Trump-Administration, darunter zum Palantir-Gründer und Trump-Verbündeter Peter Thiel – einem Investor in Carbyne. Darüber hinaus gehören dem Beirat von Carbyne die ehemalige Palantir-Mitarbeiterin Trae Stephens an, die Mitglied des Trump-Übergangsteams war, sowie der ehemalige Minister für Heimatschutz Michael Chertoff. Der Trump-Spender und New Yorker Immobilienentwickler Eliot Tawill ist neben Ehud Barak und Pinchas Buchris ebenfalls im Vorstand von Carbyne.

Narativ, das nach Epsteins Verhaftung die erste Enthüllung über Carbyne schrieb, bemerkte, dass die chinesische Regierung als Teil ihrer Massenüberwachungsapparatur eine Smartphone-App verwendet, die Carbyne sehr ähnlich ist, obwohl der ursprüngliche Zweck der App darin bestanden hatte, die Notfallberichterstattung zu verbessern. Laut Narativ überwacht das chinesische Carbyne-Äquivalent „jeden Aspekt des Lebens eines Benutzers, einschließlich seiner persönlichen Gespräche und seines Stromverbrauchs, und verfolgt die Bewegung eines Benutzers“.

Angesichts der Rolle Robert Maxwells – Vater von Epsteins langjähriger „Freundin“ und Beschafferin junger Mädchen, Ghislaine Maxwell – bei der Förderung des Verkaufs von Carbynes modifizierter Promis-Software, die auch als Instrument zur Verbesserung der Regierungseffektivität vermarktet wurde, aber eigentlich ein Werkzeug der Massenüberwachung zum Nutzen israelischer Geheimdienste war, ist die Überschneidung zwischen Carbyne und Promis beunruhigend und erfordert weitere Untersuchungen.

Es ist auch erwähnenswert, dass mit Unit 8200 verbundene Technologie-Start-Ups weitgehend in US-Unternehmen integriert werden und enge Verbindungen zum militärisch-industriellen Komplex der USA aufgebaut haben, wobei Carbyne nur ein Beispiel für diesen Trend ist.

Wie MintPress bereits berichtete, haben Unit 8200-gebundene Einrichtungen wie Team8 kürzlich den ehemaligen Direktor der National Security Agency (NSA) Mike Rogers als Senior Berater eingestellt und prominente Silicon Valley-Figuren, darunter den ehemaligen Google-CEO Eric Schmidt, als Hauptinvestoren gewonnen. Viele amerikanische Technologieunternehmen, von Intel über Google bis Microsoft, haben sich in den letzten Jahren mit mehreren an Unit 8200 gebundenen Start-Ups zusammengeschlossen und viele Schlüsselpositionen und -aktivitäten nach Israel verlagert, wobei sie von republikanischen Hauptgeldgebern wie Paul Singer unterstützt wurden. Viele dieser Unternehmen, insbesondere Google und Microsoft, sind auch wichtige Auftragnehmer der US-Regierung.

Für wen arbeitete Epstein wirklich?

Obwohl Jeffrey Epstein anscheinend Verbindungen zum Mossad hatte, zeigt diese Serie, dass die Netzwerke, mit denen Epstein verbunden war, nicht ausschließlich zum Mossad gehörten, da viele der Personen, die Epstein nahestanden – Leslie Wexner zum Beispiel – Teil einer mobverbundenen Klasse von Oligarchen mit tiefen Bindungen sowohl zu den USA als auch zu Israel waren. Wie in Teil 1 dieser Serie besprochen, besteht der Austausch von „Nachrichten“ (d.h. Erpressung) zwischen Nachrichtendiensten und demselben organisierten Kriminalitätsnetzwerk, das mit der Mega Group verbunden ist, seit Jahrzehnten. Mit Leslie Wexner von der Mega Group als Hauptpatron von Epstein ist – im Gegensatz zu einem Finanzier mit direkten Verbindungen zum Mossad – eine ähnliche Beziehung im Fall der sexuellen Erpressung, die Epstein durchführte, mehr als wahrscheinlich.

Da Geheimdienste in den USA und anderswo oft verdeckte Operationen zugunsten von Oligarchen und Großunternehmen anstatt von „nationalen Sicherheitsinteressen“ durchführen, deuten Epsteins Beziehungen zur Mega Group darauf hin, dass diese Gruppe über einen einzigartigen Status und Einfluss in den Regierungen sowohl der USA als auch Israels verfügt, aber auch in anderen Ländern (z.B. Russland), die in diesem Bericht nicht untersucht wurden. Dies liegt an ihrer Rolle als wichtige politische Geldgeber in beiden Ländern sowie an der Tatsache, dass mehrere von ihnen mächtige Unternehmen oder Finanzinstitute in beiden Ländern besitzen. Tatsächlich haben viele Mitglieder der Mega Group enge Beziehungen sowohl zur politischen Klasse Israels, darunter zu Netanyahu und Ehud Barak sowie zu inzwischen verstorbenen Persönlichkeiten wie Shimon Peres, als auch zu Mitgliedern der amerikanischen politischen Klasse.

Letztendlich ist das Bild, das von den Zeugnissen gezeichnet wird, keine direkte Verbindung zu einem einzelnen Geheimdienst, sondern ein Netz, das wichtige Mitglieder der Mega Group, Politiker und Beamte sowohl in den USA als auch in Israel miteinander verbindet, und ein Netzwerk organisierter Kriminalität mit tiefen Geschäfts- und Geheimdienstbeziehungen in beiden Nationen.

Obwohl sich diese Serie bisher auf die Verbindungen dieses Netzwerks zu den wichtigsten Partnern der Republikanischen Partei konzentriert hat, wird die nächste und letzte Folge die Verbindungen zwischen diesem Netz und den Clintons enthüllen. Wie sich zeigen wird, hat trotz der Bereitschaft der Clintons, während der Dauer ihrer politischen Karrieren bei korrupten Geschäften mitzumachen, ihre meist freundschaftliche Beziehung zu diesem Netzwerk immer noch dazu geführt, dass sie die Macht der sexuellen Erpressung benutzten, um bestimmte politische Entscheidungen zu erreichen, die für ihre persönlichen und finanziellen Interessen, nicht aber für den politischen Ruf oder die politische Agenda der Clintons vorteilhaft waren.

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Feature-Foto | Grafik von Claudio Cabrera

Whitney Webb ist eine Journalistin von MintPress News mit Sitz in Chile. Sie hat für mehrere unabhängige Medien gearbeitet, darunter Global Research, EcoWatch, das Ron Paul Institute und 21st Century Wire. Sie hat mehrere Radio- und Fernsehauftritte absolviert und 2019 den Serena Shim Award for Uncompromised Integrity in Journalism gewonnen.


Der Fall Jeffrey Epstein – Die Epstein Saga

Erstveröffentlichung auf mintpressnews.com

Übersetzt von FritztheCat und Jokerin
https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/die-epstein-saga-teil-4/

https://www.mintpressnews.com/genesis-jeffrey-epstein-bill-clinton-relationship/261455/

Der Fall Jeffrey Epstein: Too Big to Fail – Teil 4

Von „Spook Air“ bis „Lolita Express“:
Ursprünge und Entwicklung der Beziehung Jeffrey Epstein – Bill Clinton

Weit entfernt davon, das Werk einer einzelnen politischen Partei, eines Geheimdienstes oder eines Landes zu sein, enthüllt die Machtstruktur des mit Epstein verbundenen Netzwerks nichts anderes als ein kriminelles Unternehmen, das im Streben nach noch mehr Macht, Reichtum und Kontrolle sogar dazu bereit ist, Kinder zu benutzen und zu missbrauchen.

Von Whitney Webb, 23.08.2019 (zahlreiche Links im Original!)

Am 10. August und noch Tage danach schwirrten Spekulationen herum, nachdem bekannt gegeben worden war, Jeffrey Epstein sei tot in seiner Zelle aufgefunden worden. Offiziell lautete die Todesursache: Selbstmord durch Erhängen.

Epstein, der milliardenschwere Pädophile und Sexhändler mit einer Unzahl von Verbindungen zu den Reichen und Mächtigen in den USA und verschiedenen anderen Ländern, hatte zu ihm Nahestehenden vor seinem plötzlichen „Selbstmord“ gesagt, er fürchte um sein Leben. Das berichtete die Washington Post, während seine Strafverteidiger behaupteten, dass er vorhatte, mit den Bundesbehörden zu kooperieren.

Nach der umstrittenen Schlussfolgerung des New Yorker Gerichtsmediziners, dass Epsteins Tod ein Selbstmord war – eine Schlussfolgerung, die sowohl von Epsteins Anwälten als auch von unabhängigen forensischen Pathologen angezweifelt wird, angesichts der offensichtlichen Indizien, die auf eine Strangulation hindeuten – hat die Berichterstattung der Konzernmedien zum Epstein-Fall stark nachgelassen, wenn man von den Sensationsstorys über seine angebliche Mitverschwörerin Ghislaine Maxwell und neue unappetitliche Details seiner Vergangenheit absieht. Aus den Konzernmedien ist jede Andeutung des größeren Skandals verschwunden, der mit dem Eingeständnis zu tun hat, dass Epstein „zum Geheimdienst gehörte“.

In dieser 4-teiligen Reihe „Der Jeffrey Epstein-Skandal: Too Big to Fail“ hat MintPress enthüllt, dass Epsteins Aktivitäten – ein sexuelles Erpressungsprogramm mit Minderjährigen und mit Verbindungen zu Geheimdiensten – eine von vielen Aktivitäten dieser Art waren, die seit Jahrzehnten laufen und mit dem Geflecht angefangen hatten, das kurz nach dem 2. Weltkrieg zwischen der CIA, dem organisierten Verbrechen und israelischen Geheimdiensten geschmiedet worden war.

Wie in Teil 2 dieser Serie dargelegt, nahmen diese sexuellen Erpressungsprogramme während der Iran-Contra-Affäre zu, in welche die gleiche finstere Allianz zwischen US/israelischen Geheimdiensten und organisierter Kriminalität verwickelt war. Während sich diese Serie bisher auf die Verbindungen von Vertretern der Republikanischen Partei zu diesen Aktivitäten und den damit verbundenen Verbrechen konzentriert hat, so wird ihr letzter Teil sich hauptsächlich demokratischen Politikern widmen, nämlich der Clinton-Familie und ihren Verbindungen zu jenem Netzwerk sowie zu Jeffrey Epstein.

Bei der Verwicklung der Clintons in die Iran-Contra Sache handelt es sich um die verdeckten Aktivitäten der CIA Deckfirma Southern Air Transport auf dem Mena-Airport in Arkansas. Zu jener Zeit war Bill Clinton dort Gouverneur. Wenige Jahre nachdem Clinton Präsident geworden war, sollten Leslie Wexner und Jeffrey Epstein eine große Rolle bei der Verlegung von Southern Air Transport nach Columbus, Ohio, spielen, was bei hochrangigen Beamten in Ohio zu Bedenken führte, dass die beiden Männer nicht nur mit der CIA zusammenarbeiteten, sondern dass Wexners Firma The Limited diese CIA-verbundene Airline auch für Schmuggel benutzen wollte.

In der gleichen Zeit hatte Epstein bereits enge Beziehungen zu wichtigen Mitarbeitern Clintons im Weißen Haus und zu prominenten Geldgebern der Clintons wie Lynn Forester de Rothschild geschmiedet und der offiziellen Residenz des Präsidenten mehrere persönliche Besuche abgestattet.

Einige dieser Beziehungen scheinen mit Epsteins zwielichtigen finanziellen Aktivitäten zusammenzuhängen, insbesondere mit Devisenmärkten und Steueroasen – Aktivitäten, die er zu perfektionieren begann, als er in den frühen 1980ern für prominente Personen im Iran-Contra-Geschäft arbeitete. Einige von ihnen hatten Verbindungen zu der CIA-verbundenen Bank of Credit and Commerce International (BCCI) und unterhielten bekannte Beziehungen zum israelischen Geheimdienst, namentlich dem Mossad. Die Arbeit Epsteins für diese Personen und andere Belege deuten stark darauf hin, dass Epstein selber vor dem Zusammenbruch der Bank 1991 eine Beziehung zu BCCI hatte, nachdem er Bear Stearns verlassen hatte.

Von besonderer Bedeutung sind Epsteins Beziehung zur Clinton Foundation sowie die mutmaßliche Rolle von Epsteins Hedgefonds auf den Virgin Islands und der Clinton Foundation bei Geldwäscheaktivitäten. Die Untersuchung dieser Beziehung durch MintPress ist noch nicht abgeschlossen.

Diese Intrigengeschichte enthüllt, in welchem Umfang die jahrzehntelange Allianz aus organisiertem Verbrechen, CIA und israelischem Geheimdienst Politiker beider Parteien korrumpiert und beeinflusst hat, sowohl durch den Einsatz sexueller Erpressung als auch mit anderen Zwangsmitteln.

Weit davon entfernt, das Werk einer einzelnen Geheimdienstagentur oder eines einzelnen Landes zu sein, enthüllt die Machtstruktur des mit Epstein verbundenen Netzwerks nichts anderes als ein kriminelles Unternehmen, das die Landesgrenzen überschreitet und dazu bereit ist, im Streben nach immer mehr Macht, Reichtum und Kontrolle sogar Kinder zu gebrauchen und zu missbrauchen. Da es seit Jahrzehnten besteht und bereit ist, jedes Mittel zu benutzen, um seine Spuren zu verwischen, ist dieses Verbrechertum so in das Machtgetriebe in den USA und darüber hinaus integriert, dass es wahrlich zu groß zum Scheitern ist.

Iran Contra, der Mena Airport und die Clintons

Denkt man an den jetzt berühmten Iran-Contra-Skandal zurück, kommen einem Namen wie Ronald Reagan, Oliver North und Barry Seal in den Sinn; doch auch der ehemalige Präsident Bill Clinton spielte eine riesige Rolle in dem Skandal – indem er seinen Heimatstaat Arkansas, dessen Gouverneur er damals war, als eine Art Treffpunkt für die US-seitige Operation der CIA in Mittelamerika benutzte.

Tatsächlich sollte während Clintons Amtszeit als Gouverneur eine Kleinstadt namens Mena tief in den Ozark Mountains westlich von Arkansas‘ Hauptstadt Little Rock als Umschlagort für den Drogen- und Waffenschmuggel und das Training ultrarechter Milizen durch die CIA ins nationale Rampenlicht rücken.

Unter den wachsamen Augen der CIA – damals geleitet von William Casey – wurde der Mena Intermountain Regional Airport dazu benutzt, Waffen und Munition zu lagern und an die Contras in Nicaragua zu schicken. Manchmal wurden die Waffen von südamerikanischen Kartellen gegen Kokain getauscht, das dann nach Mena geschickt und zur Finanzierung der verdeckten CIA-Operationen benutzt wurde.

Video dazu im Original:
https://www.mintpressnews.com/genesis-jeffrey-epstein-bill-clinton-relationship/261455/

Obwohl es Bemühungen gab, Clintons Rolle in diesem Skandal auszublenden, deutet seine direkte Intervention bei den Versuchen der Contras, die sandinistische Regierung Nicaraguas zu stürzen, darauf hin, dass er sich persönlich an jenen Bemühungen beteiligte und als Gouverneur der großen Schmuggeloperation in seinem Staat nicht ferngestanden hatte. Tatsächlich hatte sich Clinton während seiner Zeit als Gouverneur im Gegensatz zu vielen anderen Bundesstaatsregierungen für die Entsendung von Nationalgardisten aus Arkansas nach Honduras ausgesprochen, um die nicaraguanischen Contras für den Sturz der sandinistischen Regierung trainieren zu lassen. Clinton hat sein Wissen aus erster Hand über die Operation auch mit Trumps jetzigem Justizminister William Barr besprochen.

Ein großer Teil des Waffen- und Drogenversands wurde von dem berüchtigten Drogenschmuggler und angeblichen Mitarbeiter der CIA und der Drogenvollzugsbehörde DEA Barry Seal durchgeführt. In dem Buch Whiteout: the CIA, Drugs and the Press von Alexander Cockburn und Jeffrey St.Clair heißt es:

Eine Bundesuntersuchung, die von der Arkansas State Police unterstützt wurde, stellte fest, dass Barry Seal, ein Drogendealer, der für das Medellin-Kartell sowie für die C.I.A. und die D.E.A. arbeitete, seine Flugzeuge in Mena für Drogentransporte nachrüsten ließ, dort Piloten trainierte und seine Gewinne teilweise durch Finanzinstitute in Arkansas wusch. Seal stand zu diesem Zeitpunkt in engem Kontakt mit [Oliver] North, der die Beziehung in seinen Memoiren bestätigte. Das waren die Jahre, in denen North seine verdeckten Versorgungslinien für die Contras aufbaute.“

Bekanntlich benutzte Seal Flugzeuge der Firma Southern Air Transport. Auch benutzte er Pilotencrews, die für dieselbe Firma arbeiteten. Southern Air Transport, früher Air America, gehörte einst direkt der CIA und ist als Deckfirma der CIA während Iran-Contra bekannt. Weniger bekannt ist die Beziehung zwischen der CIA-Fluglinie und Leslie Wexner und seinem damals engen Partner Jeffrey Epstein, von der später in diesem Bericht die Rede sein wird.

Seal schien nie weit von Clinton entfernt zu operieren, als dieser Gouverneur war. In seinem Bekenntnisbericht „Cross-fire: Witness in the Clinton Investigation“ von 1999 erinnert sich L.D. Brown, ein ehemaliger Polizist aus Arkansas, der persönlicher Chauffeur und Leibwächter Bill Clintons wurde, wie Clinton ihn ermutigte, sich einen Job bei der CIA zu suchen. Clinton ging angeblich so weit, Browns Essay in seinem Bewerbungsschreiben zu überarbeiten. Das Thema des Essays war der Drogenschmuggel in Mittelamerika. Nach seiner Anstellung brachte die CIA Brown mit keinem anderen als Barry Seal in Kontakt. Seal wurde dann 1986 niedergeschossen, nachdem er zu sechsmonatiger Haft auf Bewährung wegen Drogenschmuggels verurteilt worden war.

Seal war nicht der einzige Partner von Oliver North bei einer mit den Contras verbundenen Operation in Arkansas. Terry Reed, der seit 1983 für North gearbeitet hatte, behauptet, durch North mit Seal in Kontakt gekommen zu sein und einen Stützpunkt nur 10 Meilen nördlich von Mena eingerichtet zu haben – in Nella, Arkansas – wo „nicaraguanische Contras und andere Rekruten aus Lateinamerika für Nachschubmissionen, Nachtlandungen, Präzisionsabsprünge und ähnliche Manöver trainiert wurden“, heißt es bei Cockburn und St.Clair. Reed bestätigte des weiteren, dass Drogengelder über Finanzinstitute in Arkansas gewaschen wurden.

Nachdem Clintons Halbbruder Roger wegen Kokainschmuggels aufgeflogen war (Clinton hat ihn später als Präsident begnadigt), wollte die CIA die Contra-Operationen aus Arkansas heraus verlagern, um die zunehmend nachlässig durchgeführten und bekannt werdenden Operationen in Arkansas aus dem Rampenlicht zu nehmen. Laut dem Buch Compromised: Clinton, Bush and the CIA von Terry Reed und John Cummings kam es zu einem heimlichen Treffen in einem Bunker in Camp Robinson in North Little Rock, Arkansas. Bei dem Treffen sagte William Barr, der sich als Abgesandter des damaligen CIA-Direktors Bill Casey vorstellte, zu Clinton:

Wir hatten den Deal gemacht, unser Geld über dein Anleihegeschäft zu waschen, aber wir hatten nicht vor, dass du und dein N****r hier euch jetzt plötzlich wichtig macht und absichtlich unsere Wäsche einlaufen lasst.“

Barr tadelte Clinton für sein schlampiges Vorgehen bei der delikaten Operation und dafür, dass sein Halbbruder in der Öffentlichkeit in Verruf geraten war. Laut Reed sagte er später zu Clinton:

Bill, du bist Mr. Caseys Favorit… du und dein Staat, ihr wart unser bestes Stück. Mr. Casey lässt dir sagen, dass du, solange du keinen Scheiß baust und etwas Dummes machst, die Nummer Eins auf der Liste bist, wenn es um Chancen für den Job geht, den du immer haben wolltest. Du und Kerle wie du, ihr seid die Väter der neuen Regierung. Wir sind der neue Bund.“

Versuche, Clintons Rolle bei den Mena-Operationen und allgemein bei der Iran-Contra-Affäre zu untersuchen, wurden angeblich von Clintons eigenen Vertrauten zunichte gemacht, die durchweg bestritten haben, dass er in dem Skandal eine Rolle gespielt habe. Laut dem Wall Street Journal hat der frühere Ermittler der Bundessteuerbehörde William Duncan zusammen mit Russell Welch, dem Ermittler der Arkansas State Police, jahrzehntelang gekämpft, um Licht in die Sache zu bringen. Tatsächlich sind von den neun verschiedenen staatlichen und bundesstaatlichen Untersuchungen der Affäre alle gescheitert.

Duncan sagte später über die Ermittlungen: „Es gab Einmischung und Vertuschung, und das Justizsystem wurde unterlaufen“. In einer Mitteilung Duncans von 1992 an hohe Beamte des Justizministeriums heißt es, dass Duncan angewiesen wurde, „alle Akten der Mena-Untersuchung aus dem Büro des Justizministers zu entfernen.“ Justizminister unter George W. Bush war damals William Barr, der jetzt Justizminister unter Trump ist.

Bank of Crooks and Criminals International

Eine weitere Verbindung Clintons zur CIA und zur Iran-Contra-Affäre besteht in der Verbindung seiner Familie mit dem in Arkansas ansässigen Finanzier Jackson Stephens und der CIA-verknüpften Bank of Credit and Commerce International (BCCI), die von Kritikern den Spitznamen „Bank of Crooks and Criminals International“ („Die Bank der Internationalen Gauner und Verbrecher“) bekommen hat. Stephens gehörte zu den reichsten Menschen in Arkansas und war ein wichtiger Spender und Unterstützer von Ronald Reagan, George H.W. Bush und Bill Clinton. Er spielte auch eine Schlüsselrolle beim Aufstieg von Walmart.

Jackson Stephens und andere Mitglieder der Stephens-Familie finanzierten Bill Clintons Aufstieg zur politischen Prominenz, indem sie große Geldsummen für Clintons Gouverneurs- und spätere Präsidentschaftskampagnen beisteuerten. Darüber hinaus stellte die Worthen Bank, die sich mehrheitlich im Besitz von Stephens befand, für Clintons erste Präsidentschaftskampagne eine Kreditlinie in Höhe von 3,5 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Außerdem wurden Stephens‘ viele Unternehmen häufig durch die Anwaltskanzlei Rose Law vertreten, in der Hillary Clinton Partnerin war.

In einem redigierten FBI-Bericht von 1998 werden Stephens „lange und anhaltende Verbindungen zur Clinton-Regierung und ihren Partnern“ zugeschrieben und Vorwürfe diskutiert, Stephens sei an der „illegalen Handhabung von Wahlkampfspenden an die Democratic National Party“ beteiligt gewesen.

BCCI war ursprünglich von einer Gruppe von Bankiers aus Pakistan gegründet worden, obwohl Newsweek später berichtete, dass anscheinend CIA-Beamte an der Gründung der Bank beteiligt waren und BCCI-Gründer Agha Hasan Abedi von der CIA ermutigt worden war, die Bank zu gründen, nachdem „die Agentur erkannt hatte, dass eine internationale Bank wertvolle Deckung für Geheimdienstoperationen bieten könnte“. CIA-Dokumente, die später bei den Anhörungen des Kongresses über die Aktivitäten der Bank und die damit verbundenen Skandale auftauchten, besagen, dass BCCI direkt an „Geldwäsche, Drogenfinanzierung, Waffenhandel und Halten großer Geldbeträge für terroristische Gruppen“ beteiligt war.


Obwohl BCCI für seine CIA-Verbindungen bekannt war, glaubt Catherine Austin Fitts – ehemalige Assistant Secretary for Housing-Federal Housing Commissioner im Ministerium für Wohnen und Städteplanung während der George H. W. Bush-Regierung und Investmentbankerin bei den Firmen Hamilton Securities Group und Dillon, Read & Co. – dass diese Verbindungen weit über die CIA hinausgingen. Fitts – die nach dem Zusammenbruch der BCCI in den Vorstand der BCCI-Tochtergesellschaft First American Bank berufen wurde – sagte gegenüber MintPress, ihr sei nach dem Durchlesen einer großen Anzahl von Dokumenten über die Aktivitäten der Bank vor ihrer Implosion klar gewesen: es war „völlig unmöglich“, dass die geheimen Aktivitäten ohne die volle Kenntnis der Federal Reserve, insbesondere der Federal Reserve Bank of New York und des Weißen Hauses, durchgeführt wurden.

BCCI spielte auch eine Schlüsselrolle in der Iran-Contra-Affäre, und Konten der Bank wurden verwendet, um Schmiergelder an Personen zu überweisen, die mit dem System in Verbindung standen. Adnan Khashoggi, Schlüsselfigur und Mittelsmann in dem Skandal, benutzte ein BCCI-Konto, um mehr als 20 Millionen Dollar im Zusammenhang mit illegalen Waffenverkäufen zu bewegen, und BCCI erstellte gefälschte Dokumente, einschließlich von Oliver North unterzeichneter Schecks, die die Verkäufe ermöglichten. Als ihre Aktivitäten später vom Kongress unter die Lupe genommen wurden, behauptete die Bank sie habe keine Aufzeichnungen über diese Transaktionen.

Darüber hinaus scheint BCCI am Sexhandel mit minderjährigen Mädchen beteiligt gewesen zu sein, einschließlich solcher, die noch nicht die Pubertät erreicht hatten. Laut dem Bericht mit dem Titel „The BCCI Affair“ der damaligen US-Senatoren John Kerry (D-MA) und Hank Brown (R-CO) sollen BCCI-Mitarbeiter die Versorgung mit jungfräulichen Minderjährigen als Druckmittel gegenüber mächtigen Personen eingesetzt haben, darunter prominente Mitglieder der herrschenden Familien der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

Der Bericht führt auf Seite 70 aus:

Laut einem US-Ermittler mit fundierter Kenntnis der Aktivitäten von BCCI haben einige BCCI-Mitarbeiter eingeräumt, dass einige der weiblichen Personen, die einigen Mitgliedern der Al-Nahyan-Familie [eine der herrschenden Familien in den VAE] zur Verfügung gestellt wurden, junge Mädchen waren, die noch nicht die Pubertät erreicht hatten und in bestimmten Fällen durch die Erfahrung körperlich verletzt wurden. Der Mitarbeiter sagte, ehemalige BCCI-Mitarbeiter hätten ihm gesagt, dass BCCI auch männliche Personen für homosexuelle VIPs zur Verfügung stellte.“

In die Geschäftswelt der Vereinigten Staaten gebracht wurde BCCI weitgehend durch die Bemühungen von Jackson Stephens und Bert Lance, dem ehemaligen Budget-Direktor unter Jimmy Carter, der bei der Übernahme der First American Bank durch BCCI assistierte. Die an den Bemühungen beteiligte Anwaltskanzlei war die Kanzlei Rose Law Firm in Arkansas. Mehrere Anwälte der Kanzlei waren involviert, darunter Hillary Rodham Clinton, Webster Hubbell und C.J. Giroir. Des weiteren waren an den Bemühungen beteiligt: Clark Clifford, ehemaliger Verteidigungsminister unter Lyndon B. Johnson, und Kamal Adham, ehemaliger Generaldirektor des saudischen Geheimdienstes.

Einer der Männer, die dem BCCI-Vorstand nach der Übernahme der First American Bank hinzugefügt wurden, war Robert Keith Gray, den Newsweek so beschrieb: „er prahlte oft mit seiner engen Beziehung zu William Casey von der CIA; Gray sagte immer, dass er es mit Casey klären würde, bevor er einen ausländischen Kunden annahm“. Wie in Teil 2 dieser Serie besprochen, war Gray auch ein Experte für homosexuelle Erpressungsaktionen für die CIA; er soll mit Roy Cohn bei diesen Aktivitäten zusammengearbeitet haben. Einige von Grays Kunden bei der von ihm geleiteten, leistungsstarken PR-Firma Hill & Knowlton waren BCCI-Kunden und mit Mossad verbundene Personen wie Adnan Khashoggi und Marc Rich.

(Anm. d. Ü.: Hill & Knowlton hat auch die „Brutkasten“-Lüge ausgetüftelt.)

Während die Rose Law Firm den Eintritt von BCCI in das amerikanische Finanzsystem unterstützte, vertrat sie auch Stephens‘ Finanzdienstleistungsunternehmen Stephens Inc. sowie das von Stephens Ende der 1960er Jahre erworbene Datenverarbeitungsunternehmen Systematics Inc. In seinem Buch The Oil Card: Global Economic Warfare in the 21st Century sieht James Norman Systematics „primär als Mittel oder Tarnfirma für die National Security Agency (NSA) in den 1980er und frühen 1990er Jahren, um verwanzte Software in den größten Geldinstituten und Clearingstellen der Welt zu vermarkten und einzubauen, was Teil der Reagan/Bush-Bemühungen war, die Sowjets mittels ‚follow the money‘ zu brechen“.

Der verstorbene Journalist Michael Ruppert behauptete, diese „verwanzte Software“ sei nichts anderes gewesen als die Promis-Software, die sowohl von den US-amerikanischen als auch von den israelischen Geheimdiensten verwanzt worden war, um Geheimdienste auszuspionieren, und die teilweise von Robert Maxwell, dem Vater von Jeffrey Epsteins Gefährtin Ghislaine Maxwell, vermarktet worden war. Ruppert nannte Systematics „einen Hauptentwickler von Promis für den Einsatz in der Finanzspionage“. Promis war ursprünglich von Inslaw Inc., einem kleinen von Bill Hamilton gegründeten Softwareunternehmen, an das Justizministerium vermietet worden, das es später von Inslaw stahl und so das Unternehmen zwang, Konkurs anzumelden.

Laut einem Dokument aus dem Jahr 1995, das im Namen der Gründer von Inslaw an den damaligen unabhängigen Anwalt Ken Starr gesandt und in dem dieser gebeten wurde, den Inslaw-Fall nochmals zu überprüfen, hatte Systematics „heimlich [Software] in die Computer seiner Bankkunden implantiert“, die es „alliierten Geheimdiensten erlaubten, den Geldfluss durch das Bankensystem heimlich zu verfolgen und zu überwachen“, und zwar auf „Veranlassung der U.S. National Security Agency (NSA) und ihres Partners im israelischen Geheimdienst“. Inslaw erklärte auch, dass die Software von denselben Geheimdiensten zur „Geldwäsche, insbesondere von Drogengewinnen“, eingesetzt wurde.

Systematics hatte auch eine Tochtergesellschaft in Israel, die nach Angaben eines ehemaligen israelischen Geheimdienstmitarbeiters von Auftragnehmern für den Mossad betrieben und Software an Banken und Telekommunikationsunternehmen verkaufte. Laut Richardsons Schreiben hatte diese israelische Tochtergesellschaft von Systematics auch eine in Massachusetts ansässige Scheinfirma, die teilweise im Besitz eines ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters war.

Zwei Partner der Rose Law Firm, die später in der Clinton-Administration tätig sein sollten, Vince Foster und Webster Hubbell, erwarben durch die Beteiligung an Alltel bedeutende finanzielle Anteile an Systematics, das von Alltel Anfang der 1990er Jahre übernommen wurde. Die Hamiltons liefern auch erhebliche Beweise dafür, dass Fosters Verzweiflung vor seinem Tod 1993 offenbar mit seiner Sorge wegen des Rechtsstreits um Systematics und des laufenden Rechtsstreits um den Diebstahl von Promis zusammenhing.

Von BCCI selbst war bekannt, dass sie die Promis-Software nach dem Diebstahl durch das DOJ [US-Justizministerium] einsetzte; und eine ihrer Tochtergesellschaften, die First American Bank, hat auch „PROMIS-Geld gefiltert“ – d.h. das Geld, das aus dem Verkauf der gestohlenen Promis-Software stammte, gewaschen – so der verstorbene Journalist Danny Casolaro.

Casolaro hatte zu einem internationalen Verbrechersyndikat ermittelt, das er zum Zeitpunkt seines Todes 1991 „die Krake“ nannte. Casolaro glaubte, dass diese „Krake“ mächtige Persönlichkeiten des privaten und öffentlichen Sektors sowie der kriminellen Unterwelt involvierte, und dass sie gemeinsam für einige der größten Skandale der 1980er Jahre verantwortlich waren, darunter Iran-Contra, BCCI und den Diebstahl der Promis-Software.

Casolaro hatte Freunden und Familie mitgeteilt, dass er kurz vor dem Abschluss seiner Untersuchung stand, und mehrere ihm nahestehende Menschen hatten Dokumente über Geldtransfers von BCCI und der Weltbank an Personen gesehen, die in diese Skandale verwickelt waren, wie Earl Brian und Adnan Khashoggi. Dann fuhr Casolaro nach Martinsburg, Virginia, zu einem Treffen mit einigen Gewährsleuten, um das letzte Stück des Puzzles zu erhalten und „den Kopf der Krake zurückzubringen“. Zwei Tage nach seiner Ankunft in Martinsburg wurde Casolaro tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Seine Aktentasche voller Forschungsnotizen und Beweise fehlte. Sein Tod wurde als Selbstmord eingestuft.

Viele, auch seine Familie, glauben nicht, dass Casolaro Selbstmord begangen hat. Eine Woche vor seinem Tod hatte Casolaro seinem Bruder erzählt, er habe Morddrohungen erhalten. Und die Art seines Todes mit tiefen Schnitten in den Armen passt nicht zu Casolaros bekannter Zimperlichkeit auch nur beim kleinsten Tropfen Blut. Die Spekulationen wurden nach der FBI-Untersuchung nur noch größer, da das FBI nicht nur den Kongress belog und seine eigene Agenten unter Druck setzte, den Selbstmord nicht in Frage zu stellen, sondern auch 90 Prozent seiner Akten über Casolaros Tod verlor – neben anderen krassen Ungereimtheiten.

In einem von Inslaw Inc. der MintPress zur Verfügung gestellten Brief aus dem Jahr 1994 schrieb Inslaws Rechtsanwalt Charles Work dem damaligen stellvertretenden Bundesstaats-Justizminister John Dwyer, einer von Inslaws vertraulichen Gewährsleuten in der Regierung habe ausgesagt, Casolaro sei eine Substanz injiziert worden, die seine Nerven vom Hals abwärts betäubten, was den offensichtlichen Mangel an Kampfspuren erklärt, und dass die verwendete Substanz aus dem Inventar der US-Armee stammte. Der Mann, der Casolaros letztes Treffen vor seinem Tod arrangiert hatte, war ein US-Militärgeheimdienst-Offizier namens Joseph Cuellar.

In demselben Jahr, in dem Casolaro starb, gab es mehrere andere verdächtige Todesfälle von Menschen, die direkt mit dem Promis-Skandal in Verbindung standen oder in Casolaros Untersuchung über die „Krake“ involviert waren – darunter Alan Standorf, eine der Quellen von Casolaro; Robert Maxwell, Vater von Ghislaine Maxwell, Mossad- Mitarbeiter und Verkäufer der verwanzten Promis-Software, und John Tower – der ehemalige Senator von Texas, der Maxwell beim Verkauf der verwanzten Promis-Software an die Labore von Los Alamos unterstützt hatte.

Jeffrey Epstein und „Die schmutzigste aller Banken“

Die Rolle von Arkansas bei Iran-Contra ist ein oft übersehener Aspekt des Skandals. Das gleiche gilt für die Schlüsselrolle der mit dem israelischen Geheimdienst zusammenarbeitenden Waffenhändler und Schmuggler, die später mit mächtigen Persönlichkeiten in der Mega Group und Jeffrey Epstein verbunden sein sollten, wie Marc Rich und Adnan Khashoggi.

Einer der Hauptakteure in der Iran-Contra-Affäre war der saudische Waffenhändler Adnan Khashoggi, Onkel des getöteten Washington Post-Kolumnisten Jamal Khashoggi. Eine weniger bekannte Tatsache ist, dass Adnan Khashoggi zum Zeitpunkt seiner Iran-Contra-Tätigkeiten für den israelischen Mossad arbeitete, so der ehemalige Mossad-Agent Victor Ostrovsky.

Ostrovsky schreibt in seinem New York Times #1-Bestseller By Way of Deception, dass Khashoggi Jahre zuvor vom Mossad rekrutiert und sein Privatjet in Israel ausgestattet worden war. In Bezug auf Iran-Contra behauptet Ostrovsky, dass es ein von Khashoggi zur Verfügung gestellter Überbrückungskredit in Höhe von 5 Millionen Dollar war, der dazu beitrug, den Mangel an Vertrauen zwischen Israel und dem Iran während der ersten Rüstungsgeschäfte in den frühen 1980er Jahren zu überwinden, und so war seine Beteiligung entscheidend für den Erfolg des Programms.

Laut der Journalistin Vicky Ward war Adnan Khashoggi in den frühen 1980er Jahren Kunde von Jeffrey Epstein, kurz nach Epsteins Weggang von Bear Stearns 1981. Der Grund, warum Epstein die Bank verlassen hat, liegt immer noch im Dunkeln. Obwohl einige ehemalige Bear Stearns-Mitarbeiter behaupten, er sei gefeuert worden, behaupteten andere – einschließlich Epsteins selbst – er sei auf eigenen Wunsch gegangen.

Ward meint, dass Epstein die Bank aufgrund einer Untersuchung der Securities and Exchange Commission (SEC) über Insidergeschäfte in einem Fall verlassen haben könnte, der ein Übernahmeangebot der Seagrams Corporation für St. Joe Minerals Corp. betraf. Seagrams‘ Eigentümer Edgar Bronfman, Sohn des Meyer Lansky-Mitarbeiters Samuel Bronfman und Mitglied der Mega Group, hatte mehrere Investoren und Banker auf das bevorstehende Übernahmeangebot hingewiesen. Epstein verließ Bear Stearns am Tag nach der Eröffnung des Falles durch die SEC und behauptete später, er habe das Unternehmen wegen eines relativ geringfügigen Verstoßes gegen die Regulation D („Reg D“) verlassen und wegen der Gerüchte, dass er eine „unzulässige Affäre mit einer Sekretärin“ hatte.

Doch Ward merkte an:

Die SEC hat nie Anklage gegen jemanden bei Bear Stearns wegen Insiderhandels zu St. Joe erhoben, aber ihre Befragung scheint darauf hinzudeuten, dass sie gegenüber Epsteins Antworten skeptisch war. Einige Gewährsleute haben sich gefragt, warum er, wenn er ein so großer Spieler bei Bear Stearns war, es wegen einer Geldstrafe von nur 2.500 Dollar hätte aufgeben sollen.“

Ungeachtet des genauen Grundes für Epsteins plötzlichen Abschied „verschwanden die Details [seiner Arbeitsgeschichte] unmittelbar nach seinem Verlassen der Bank in den Schatten. Einige der wenigen Freunde, die ihn seit Anfang der 80er Jahre kennen, erinnern sich daran, dass er ihnen immer sagte, er sei ein ‚Kopfgeldjäger‘, der verlorenes oder gestohlenes Geld für die Regierung oder für sehr reiche Menschen wiederfinde. Er hat eine Lizenz zum Tragen einer Schusswaffe“.

In einem Artikel in Salon erklärte auch Jesse Kornbluth, ein ehemaliger Freund Epsteins, Epstein habe behauptet, ein „Kopfgeldjäger“ für die Reichen und Mächtigen zu sein:

Als wir uns 1986 kennenlernten, faszinierte mich Epsteins doppelte Identität – er sagte, er verwalte nicht nur Geld für megareiche Kunden, er sei auch ein hochrangiger Kopfgeldjäger. Manchmal, so sagte er mir, arbeitete er für Regierungen, um das von afrikanischen Diktatoren geraubte Geld zurückzubekommen. Manchmal hätten ihn jene Diktatoren angeheuert, um ihnen zu helfen, ihr gestohlenes Geld zu verstecken. (Hervorhebungen W.W.)

Nach seinem Weggang von Bear Stearns war einer von Epsteins Klienten – gemäß Wards Gewährsleuten – der mit CIA/Mossad verknüpfte Khashoggi, und das genau zu der Zeit, als Khashoggi in Iran-Contra involviert war, eine Operation, an der sowohl der US-amerikanische als auch der israelische Geheimdienst beteiligt waren. Der britische Journalist Nigel Rosser berichtete im Januar 2001 im Evening Standard, dass Epstein behauptet hatte, er habe in diesem Zeitraum auch für die CIA gearbeitet.

Seit Epsteins Verhaftung wurden Aufzeichnungen von Rossers Artikel aus britischen Zeitungsarchiven, einschließlich des eigenen im Evening Standard, gelöscht. Unabhängig davon bestätigte jedoch MintPress mit Bob Fitrakis – den Rosser für den fraglichen Artikel interviewt hatte -, in dem Artikel habe sehr wohl gestanden, dass Epstein zu behaupten pflegte, dass er für die CIA arbeitete. Darüber hinaus zitierten andere Berichte aus jenem Zeitraum Auszüge aus Rossers Artikel, einschließlich des Hinweises auf Epsteins frühere Behauptungen über eine Mitarbeit bei der CIA.

Konkret hatte Rossers Artikel den folgenden Abschnitt enthalten:

Er [Epstein] hat die Lizenz, eine versteckte Waffe zu tragen, behauptete einst, für die CIA gearbeitet zu haben, obwohl er es jetzt leugnet – und besitzt Eigentum in ganz Amerika. Einmal kam er in das Londoner Haus eines britischen Waffenhändlers und brachte ein Geschenk mit – eine Vorderschaftsrepetierflinte der New Yorker Polizei. ‚Gott weiß, wie er die ins Land gebracht hat‘, sagte ein Freund.“

Obwohl Epstein frühere Verbindungen zur CIA zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Rossers Artikel dementierte, ist es erwähnenswert, dass auch Robert Maxwell – Vater von Ghislaine Maxwell und langjähriger Mossad-Agent – seine jetzt gut dokumentierten Verbindungen zum israelischen Geheimdienst bis zu seinem Tod vehement abgestritten hat. Wie später in diesem Artikel gezeigt wird, sollten außerdem Epstein und sein einziger bekannter Milliardär-„Kunde“ Leslie Wexner später eine Geschäftsbeziehung mit der CIA-Scheinfirma Southern Air Transport aufbauen und eine wichtige Rolle bei der Verlegung der Fluggesellschaft nach Columbus, Ohio, Mitte der 1990er Jahre spielen. Während jener Zeit waren zwei prominente Beamte in Ohio davon überzeugt, dass sowohl Epstein als auch Wexner mit der CIA zusammenarbeiteten, so Bob Fitrakis, Journalist aus Ohio.

Frühere Behauptungen und Beweisstücke über Epsteins Beteiligung an der CIA deuten, zusammen mit seiner Zeit als „heimlicher“ Finanz-Mittelsmann für den Doppelagenten Khashoggi, stark darauf hin, dass alles, was Epstein während dieser Zeit für Khashoggi tat, wahrscheinlich BCCI betraf. Laut dem Bericht „The BCCI Affair“ fungierte Khashoggi „als Vermittler von fünf iranischen Waffengeschäften für die Vereinigten Staaten, finanzierte eine Reihe von ihnen über BCCI“ und „diente als ‚Banker‘ für Waffenlieferungen, als sich das Undercover-Programm entwickelte“. In dem Bericht heißt es weiter:

Khashoggi und [ein weiterer Iran-Contra-Waffenhändler, Manucher] Ghorbanifer, spielten für die US-Regierung im Zusammenhang mit der Iran-Contra-Affäre eine zentrale Rolle bei Operationen, bei denen CIA-Personal [und sowohl Khashoggi als auch Ghorbanifer], das in den Büros von BCCI in Monte Carlo stationiert war, direkt beteiligt war, und für beide waren die Dienstleistungen von BCCI als Mittel zur Bereitstellung kurzfristiger Kredite für Verkäufe aus den USA durch Israel an den Iran unerlässlich.“

Diese Verbindung ist umso wahrscheinlicher, als Bear Stearns – Epsteins früherer Arbeitgeber bevor er Finanz-Mittelsmann für Khashoggi und andere mächtige Leute wurde – während der Zeit ebenfalls direkt mit BCCI zusammenarbeitete. Tatsächlich diente Bear Stearns als Broker für BCCI, eine Tatsache, die verborgen blieb, bis eine lange Schlacht vor Gericht in Großbritannien 2011 damit endete, dass die Regierung gezwungen wurde, im „Sandstorm Report“ über die Aktivitäten von BCCI die Namen von Bear Stearns und anderen Institutionen, Einzelpersonen und Ländern, die mit der CIA-verbundenen Bank Geschäfte gemacht hatten, offenzulegen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass BCCI mit minderjährigen Mädchen Sexhandel trieb, um Gefälligkeiten von mächtigen Individuen zu erhalten und Druckmittel gegen sie zu gewinnen, etwas, was Epstein später intensiv betreiben sollte. Wie in Teil 2 dieser Serie gezeigt, waren mehrere Personen, die entweder sexuelle Erpressungsoperationen mit Minderjährigen oder Kinderhandel durchführten, mit CIA-Scheinfirmen wie BCCI, anderen Organisationen, die mit dem Iran-Contra-Skandal in Verbindung standen, und mehreren Personen, die dem Weißen Haus von Reagan nahestanden, verbunden.

Der damalige CIA-Direktor Bill Casey war ein enger Freund Roy Cohns, der auch die sexuelle Erpressung mit minderjährigen Jungen aus dem Plaza Hotel in Manhattan leitete, wie in Teil 2 dieser Serie beschrieben. Laut Cohns langjähriger Sekretärin Christine Seymour war Casey einer der häufigsten Anrufer von Cohn.

Eine weitere Tatsache, die darauf hindeutet, dass Epstein Verbindungen zu BCCI hatte, ist, dass Epstein bekanntlich anderen Waffenhändlern jener Zeit nahestand und BCCI häufig speziell für verdeckte Waffengeschäfte verwendet wurde. Nach dem Zusammenbruch der Bank im Jahr 1991 wurde in einem Artikel im Time Magazine mit dem Titel „BCCI: The Dirtiest Bank of All“ festgestellt:

„…[Die] CIA hat B.C.C.I. vielleicht nicht nur als Undercover-Banker benutzt: US-Agenten arbeiteten mit dem schwarzen Netzwerk in mehreren Operationen zusammen, so ein B.C.C.I. Black-Network „Offizier“, der heute ein geheimer Zeuge der US-Regierung ist. Gewährsleute haben Ermittlern mitgeteilt, dass B.C.C.I. eng mit Israels Spionageagenturen und anderen westlichen Geheimdiensten zusammengearbeitet hat, insbesondere bei Waffengeschäften. (Hervorhebung W.W.)

Einer der Waffenhändler, die Epstein anscheinend recht gut kannte, war der britische Waffenhändler Sir Douglas Leese. Leese spielte eine Rolle bei der Vermittlung des ersten einer Reihe umstrittener britischer Waffengeschäfte, an denen Khashoggi beteiligt war, bekannt als der Al Yamamah Deal; angeblich wurden dabei Mitglieder der saudischen Königsfamilie und führende saudische Beamte bestochen. Neben Khashoggi hatten mehrere dieser Beamten und königlichen Familienmitglieder enge Beziehungen zu BCCI.

Spätere Wiederholungen dieses Waffenhandels wurden angeblich unter Beteiligung von Prinz Charles von der britischen Königsfamilie vermittelt, und Korruptionsuntersuchungen gegen Al Yamamah wurden später durch die Bemühungen von Tony Blair und Prinz Andrew eingestellt. Leese soll von Epsteins „Genie“ und Mangel an Moral gesprochen haben, als er ihn Steve Hoffenberg von Tower Financial vorstellte, und kurz darauf stellte Hoffenberg Epstein ein.

Zwei Jahre nach dem betrugsbedingten Zusammenbruch von BCCI implodierte Tower Financial 1993 in etwas, was immer noch als eines der größten Ponzi Schemen in der amerikanischen Geschichte gilt. Hoffenberg behauptete später vor Gericht, dass Epstein eng in die zwielichtigen Finanzpraktiken von Tower verwickelt gewesen sei und er Epstein den „Architekten des Betrugs“ genannt habe. Als Tower Financial jedoch zusammenbrach, arbeitete Epstein nicht mehr für das Unternehmen. Trotz Hoffenbergs Aussage und reichlich vorhandener Belege für Epsteins Rolle in dem Projekt wurde Epsteins Name auf mysteriöse Weise aus dem Fall entfernt.

Da Epstein 2008 seinen „Freundschafts-Deal“ angeblich erhielt, weil er „zum Geheimdienst gehört“ hatte, deuten seine Aktivitäten in den 1980er und frühen 1990er Jahren darauf hin, dass seine Geschicklichkeit, Anklagen im Zusammenhang mit dem Tower Financial Ponzi Schema zu vermeiden, möglicherweise mit ähnlichen Gründen zusammenhing.

Obwohl Hoffenberg behauptet, dass er Epstein über Leese kennengelernt habe, behauptete Epstein selbst, dass er den verurteilten Betrüger über John Mitchell, den ehemaligen Justizminister unter Richard Nixon, kennengelernt habe.

Wie in Teil 2 dieser Serie erwähnt, war Mitchell ein „Freund“ des in Ungnade gefallenen Washingtoner Lobbyisten Craig Spence, laut einer Aussage von Spence vor seinem Fall. Spence leitete in den 1980er Jahren ein sexuelles Erpressungsprogramm in D.C. mit minderjährigen Jungen und hatte einige dieser „Call Boys“ auf nächtliche Touren durch das Weiße Haus mitgenommen, von denen er sagte, sie seien vom damaligen nationalen Sicherheitsberater Donald Gregg arrangiert worden. Nachdem sein ausbeuterischer Handel mit Minderjährigen aufgedeckt worden war, starb Spence unter mysteriösen Umständen. Sein Tod wurde schnell als Selbstmord bezeichnet, nicht anders als der von Jeffrey Epstein.

Mit Hilfe von Epstein und Wexner findet „Spook Air“ ein neues Zuhause

Nachdem der Staat Arkansas während der Reagan-Jahre und des Iran-Contra-Skandals zu einer Drehscheibe für CIA-Aktivitäten geworden war, schien ein anderer Staat in den 1990er Jahren seinen Platz einzunehmen – Ohio. So wie Arkansas‘ Oligarch Jackson Stephens half, die CIA während Iran-Contra in seinen Heimatstaat zu ziehen, war es ein Oligarch von Ohio und sein enger Mitarbeiter, die halfen, die CIA in den Staat Ohio zu ziehen. Diese Männer waren Leslie Wexner und Jeffrey Epstein.

In Teil 3 dieser Serie schilderte MintPress Wexners angebliche Beziehungen zur organisierten Kriminalität und seine Verbindungen mit dem noch ungelösten Mord an dem Anwalt Arthur Shapiro aus Columbus, Ohio. Shapiro, der zum Zeitpunkt seines Todes Wexners Firma „The Limited“ vertrat, sollte vor einem Großen Geschworenengericht über Steuerhinterziehung und seine Beteiligung an „fragwürdigen Steueroasen“ aussagen. Die Polizei von Columbus beschrieb den Mord an Shapiro als „Mafiamord“, und ein unterdrückter Polizeibericht beschuldigte Wexner und seine Geschäftspartner, in Shapiros Tod verwickelt zu sein oder davon zu profitieren sowie Verbindungen zu prominenten New Yorker Verbrechersyndikaten zu unterhalten.

Allerdings scheinen Wexner und The Limited auch eine Beziehung zur CIA gehabt zu haben. 1995 verlagerte Southern Air Transport (SAT) – eine bekannte Scheinfirma der CIA – ihren Sitz von Miami, Florida nach Columbus, Ohio. SAT wurde in den späten 1940er Jahren gegründet und befand sich von 1960 bis 1973 im direkten Besitz der CIA, die das Unternehmen als Cover für verdeckte Operationen nutzen wollte. Nach 1973 wurde das Unternehmen in private Hände gegeben, obwohl alle seine nachfolgenden Eigentümer CIA-Verbindungen haben sollten. So auch James Bastian, ein ehemaliger Anwalt der CIA, dem SAT zum Zeitpunkt des Umzugs nach Ohio gehörte.

SAT war eng in die Iran-Contra-Affäre verwickelt, da die Fluggesellschaft dazu benutzt wurde, Waffen und Drogen unter dem Deckmantel „humanitärer Hilfe“ von und zu den nicaraguanischen Contras zu transportieren und gleichzeitig amerikanische Waffen nach Israel zu schicken, die dann unter Verletzung des US-Waffenembargos in den Iran verkauft wurden. Allein 1986 transportierte SAT von Texas aus 90 Tonnen TOW-Panzerabwehrraketen nach Israel, die dann von Israel und mit dem Mossad verbundenen Mittelsmännern wie dem saudischen Waffenhändler Adnan Khashoggi an den Iran verkauft wurden.

Obwohl die CIA-Verbindungen der Fluggesellschaft bekannt waren, versuchte Leslie Wexners Firma, The Limited, SAT zu überreden, ihren Hauptsitz von Miami, Florida, nach Columbus, Ohio zu verlegen, was 1995 geschah. Als Edmund James, Präsident der James und Donohew Development Services, dem Columbus Dispatch im März 1995 mitteilte, dass SAT zum Rickenbacker-Flugplatz von Columbus umzog, erklärte er, dass „die neue Präsenz von Southern Air in Rickenbacker im April mit zwei regelmäßigen 747 Frachtflügen pro Woche aus Hongkong beginnt“, womit er William Langton, den Präsidenten der SAT, zitierte. „Bis zum Herbst könnte sich das auf vier pro Woche erhöhen. Es laufen Verhandlungen über Flüge aus Rickenbacker in den Fernen Osten… Ein Großteil der Fracht von Hong Kong nach Rickenbacker wird für The Limited sein“, Wexner’s Bekleidungsfirma. „Das ist eine große Sache für Zentral-Ohio. Es ist tatsächlich riesig“, sagte James damals.

Am Tag nach der Pressekonferenz sagte Brian Clancy, der als Frachtanalyst bei MergeGlobal Inc. arbeitete, dem Journal of Commerce, dass der Umzug von SAT nach Ohio großenteils auf die lukrative Hong Kong/Columbus-Route zurückzuführen sei, die SAT für Wexners Unternehmen betreiben sollte. Clancy erklärte ausdrücklich, dass die Tatsache, dass „[The] Limited Inc., der größte Einzelhändler der Nation, seinen Sitz in Columbus hat… zweifellos einen großen Teil zur Entscheidung von Southern Air beigetragen hat.“

Laut Dokumenten, die der Journalist Bob Fitrakis von der Rickenbacker Port Authority erhalten hat, versuchte die Regierung von Ohio ebenfalls, das Geschäft schmackhaft zu machen, um SAT nach Columbus zu bringen und damit mächtigen Geschäftsleuten in Ohio wie Wexner zu gefallen. Unter der Leitung von Gouverneur George Voinovichs damaligem Stabschef Paul Mifsud schnürten die Rickenbacker Port Authority und das Ohio Department of Development ein von den Steuerzahlern in Ohio finanziertes Paket aus mehreren finanziellen Anreizen, um die Fluggesellschaft zum Umzug nach Ohio zu bewegen. Das Journal of Commerce schrieb, das „großzügige Paket von Anreizen aus dem Bundesstaat Ohio“ „enthalte eine Förderung in Form einer Steuergutschrift in Höhe von 75% der anfallenden Körperschaftssteuer für die nächsten 10 Jahre, ein zinsgünstiges Darlehen von 5 Millionen Dollar und einen Ausbildungszuschuss von 400.000 Dollar.“ 1996 hat der damalige SAT-Sprecher David Sweet Fitrakis mitgeteilt, die mit der CIA verbundene Fluggesellschaft sei nur nach Columbus gezogen, weil „der [von der Entwicklungsabteilung zusammengestellte] Deal zu gut gewesen sei, um ihn abzulehnen“.

Obwohl SAT der Regierung von Ohio versprochen hatte, dass sie in drei Jahren 300 Arbeitsplätze schaffen würde, entließ sie flugs zahlreiche Arbeiter und versäumte es, die von ihr versprochene Wartungsanlage zu bauen, obwohl sie bereits 3,5 Millionen Dollar an Steuergeldern für dieses und andere Projekte angenommen hatte. Als die finanziellen Probleme des Unternehmens allmählich wuchsen, weigerte sich die Regierung von Ohio, die Millionen Dollar zurückzufordern, die sie dem Unternehmen als Darlehen zur Verfügung gestellt hatte, selbst als geltend gemacht wurde, dass 32 Millionen Dollar auf dem Bankkonto von Mary Bastian, der Frau des SAT-Eigentümers und ehemaligen CIA-Anwalts James Bastian, in Wahrheit Firmengelder waren. Am 1. Oktober 1998 meldete SAT Konkurs an. An genau demselben Tag veröffentlichte der Generalinspektor der CIA einen umfassenden Bericht über die illegale Beteiligung der Fluggesellschaft am Drogenhandel.

Darüber hinaus stellte Fitrakis fest, wer neben Wexner die anderen Hauptverantwortlichen für den Umzug von SAT nach Ohio waren: Alan D. Fiers Jr., ein ehemaliger Chef der CIA Central American Task Force, sowie Richard Secord, Generalmajor der Luftwaffe im Ruhestand, Leiter der Luftlogistik für die verdeckte Aktion von SAT in Laos zwischen 1966 und 1968, als das Unternehmen noch Air America hieß. Secord war auch Koordinator der Luftlogistik im illegalen Contra Versorgungsnetzwerk für Oliver North während Iran-Contra. Fiers war eine der in Iran-Contra involvierten Schlüsselfiguren und wurde später von George H.W. Bush mit Unterstützung des damaligen Justizministers Bill Barr begnadigt. Barr – derzeit als Justizminister in der Trump-Administration tätig und an der Spitze der Befehlskette des US-Justizministeriums (DOJ) für die Untersuchung von Epsteins Tod im Gefängnis – hat sich geweigert, von der Untersuchung von Epsteins Netzwerk und dessen kürzlichem Tod wegen Befangenheit zurückzutreten.

Trotz der Beteiligung dieser mit der CIA verbundenen Männer sowie des mit der organisierten Kriminalität verbundenen Leslie Wexner sagte der damalige Präsident der SAT dem Columbus Dispatch, die Fluggesellschaft sei „nicht mehr mit der CIA verbunden“.

Bemerkenswerterweise übte Epstein gerade damals eine beträchtliche Kontrolle über Wexners Finanzen aus; und laut Fitrakis und seiner umfangreichen Berichterstattung über Wexner aus dieser Zeit war es Epstein, der die Logistik für Wexners Geschäftsaktivitäten, einschließlich The Limited, inszenierte. Wie sich aus der Arthur Shapiro-Mordakte und den Beziehungen zwischen SAT und The Limited ergibt, hatte ein Großteil der Logistik von The Limited mit Personen und Unternehmen zu tun, die mit organisierter Kriminalität und US-Geheimdiensten verbunden waren. Bemerkenswert ist auch, dass SAT wohlbekannt dafür war, eine CIA-Scheinfirma zu sein, bevor Wexner und andere die Fluggesellschaft nach Columbus brachten, und dass Epstein selbst einige Jahre zuvor für mit dem Geheimdienst verbundene Persönlichkeiten gearbeitet hatte, die auch an Iran-Contra beteiligt waren, wie etwa Adnan Khashoggi.

Darüber hinaus hatte Epstein in dieser Zeit bereits begonnen, in dem inzwischen berüchtigten New Yorker Penthouse zu leben, das zuerst 1989 von Wexner gekauft worden war. Wexner hatte nach seinem Kauf offenbar Überwachungskamerasysteme und Aufnahmegeräte in einem seltsamen Badezimmer des Hauses installiert und lebte dort nicht, wie in Teil 3 dieser Serie festgestellt.

In einem exklusiven Interview teilte Bob Fitrakis MintPress mit, dass Epsteins und Wexners Beteiligung am Umzug von SAT nach Ohio bei einigen prominenten Staats- und Lokalbeamten den Verdacht erweckt hatte, dass die beiden mit US-Geheimdiensten zusammenarbeiteten. Fitrakis erklärte ausdrücklich, dass der damalige Generalinspekteur von Ohio David Strutz und der damalige Sheriff von Franklin County Earl Smith ihm persönlich gesagt hatten, sie glaubten, dass sowohl Epstein als auch Wexner Verbindungen zur CIA hätten. Diese Aussagen bestätigen überdies, was zuerst von Nigel Rosser im Evening Standard berichtet wurde, nämlich dass Epstein behauptet hatte, in der Vergangenheit für die CIA gearbeitet zu haben.

Fitrakis teilte MintPress auch mit, Strutz habe die Route der SAT zwischen Hongkong und Columbus für Wexners Firma The Limited als „die Meyer Lansky-Fahrt“ bezeichnet, da er glaubte, Wexners Verbindung mit SAT hänge mit seinen Beziehungen zu Elementen der organisierten Kriminalität zusammen, die mit dem von Lansky geschaffenen National Crime Syndicate verbunden waren. Darüber hinaus wurde Catherine Austin Fitts – der ehemaligen Investmentbankerin und Regierungsbeamtin, die die Überschneidung von organisierter Kriminalität, Schwarzmärkten, Wall Street und Regierung in der US-Wirtschaft eingehend untersucht hat – von einem ehemaligen CIA-Mitarbeiter mitgeteilt, Wexner sei einer von fünf Hauptverantwortlichen für die Geldflüsse der organisierten Kriminalität in den USA.

Wie diese Serie in früheren Teilen festgestellt hat, war Meyer Lansky ein Pionier der sexuellen Erpressung und tief mit dem US-Geheimdienst und Israels Mossad verbunden. Darüber hinaus hatten viele Mitglieder der von Wexner mitbegründeten sogenannten Mega Group direkte Verbindungen zum Lansky-Verbrechersyndikat.

Marc Richs Begnadigung und Israels „Druckmittel“ gegen Clinton

Eine weitere undurchsichtige Figur mit Verbindungen zu Mega Group, Mossad, US-Geheimdienst und organisierter Kriminalität ist der „flüchtige Finanzier“ Marc Rich, dessen Begnadigung während der letzten Tage von Clintons Präsidentschaft nicht nur bekannt ist, sondern auch noch Jahre später für Kontroversen sorgt.

Marc Rich war ein Rohstoffhändler und Hedgefondsmanager, der vor allem für die Gründung des Rohstoffhandels- und Minenriesen Glencore und für Geschäfte mit zahlreichen Diktaturen bekannt war, die oft gegen Sanktionen verstoßen haben. Er arbeitete besonders eng mit Israel zusammen und, so Haaretz:

In den Jahren nach dem Jom Kippur-Krieg von 1973 und dem darauf folgenden globalen arabischen Ölembargo, einer Zeit, in der niemand Öl an Israel verkaufen wollte, war Rich fast 20 Jahre lang die Hauptquelle für den Öl- und Energiebedarf des Landes“.

Es war dieser Handel zugunsten Israels, der letztendlich dazu führen sollte, dass Rich 1983 wegen Verletzung des US-Ölembargos gegen den Iran angeklagt wurde, weil er iranisches Öl an Israel verkauft hatte. Rich wurde auch wegen Steuerhinterziehung, Überweisungsbetrugs, unsauberer Geschäftmethoden und mehrerer anderer Verbrechen angeklagt.

Haaretz führte auch aus, dass Richs Geschäfte „eine Finanzierungsquelle für geheime finanzielle Abmachungen“ seien und dass „seine weltweiten Büros gemäß mehreren zuverlässigen Gewährsleuten häufig Mossad-Agenten dienten – mit seiner Zustimmung“. Rich hatte auch direktere Verbindungen zum Mossad. So wurde seine Stiftung – die Rich Foundation – von dem ehemaligen Mossad-Agenten Avner Azulay geleitet. Rich war auch mit prominenten israelischen Politikern befreundet, darunter den ehemaligen Premierministern Menachem Begin und Ehud Barak, und versorgte den israelischen Geheimdienst häufig mit „Dienstleistungen“. Dienstleistungen, die er freigebig zur Verfügung stellte.

Laut Richs Biograph Daniel Ammann hat Rich auch Informationen an den US-Geheimdienst weitergegeben, sich aber geweigert, Einzelheiten zu nennen. „Er wollte nicht sagen, mit wem er innerhalb der US-Behörden zusammenarbeitete oder welchen Zweig der US-Regierung er mit Informationen versorgte“, sagte Ammann in einem Interview mit dem Daily Beast.

Ein Hinweis auf die Art von Richs Beziehung zum US-Geheimdienst ist seine offensichtliche Verbundenheit mit BCCI. Der Bericht The BCCI Affair ewähnt Rich als eine Person, die in Bezug auf diese Bank untersucht werden sollte, und stellt fest:

BCCI-Darlehen an Rich in den 1980er Jahren beliefen sich auf Dutzende von Millionen Dollar. Darüber hinaus wurden Richs Rohstofffirmen von BCCI im Zusammenhang mit der Beteiligung von BCCI an US-Bürgschaftsprogrammen durch das Landwirtschaftsministerium genutzt. Art und Ausmaß von Richs Beziehung zu BCCI erfordern weitere Untersuchungen.“

Rich war auch eng mit der Mega Group verbunden, da er zusammen mit dem Mega Group-Mitbegründer Charles Bronfman und dem Mega Group-Mitglied Michael Steinhardt einer der Hauptgeldgeber für die Wohltätigkeitsorganisation Birthright Israel war. Steinhardt stand Rich besonders nahe. Er hatte den Rohstoffhändler in den 1970er Jahren kennengelernt und verwaltete dann von Anfang der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre über seinen Hedgefonds 3 Millionen Dollar für Rich, Richs damalige Ehefrau Denise und Richs Schwiegervater. Ende der 90er Jahre sollte Steinhardt andere Mitglieder der Mega Group, wie z.B. Edgar Bronfman, in die Bemühungen um Beilegung der Strafsache gegen Rich einbeziehen, die schließlich durch Clintons umstrittene Begnadigung im Jahr 2001 erfolgte. Steinhardt behauptete, die Idee einer Begnadigung Richs durch den Präsidenten sei ihm Ende 2000 gekommen.

Richs Begnadigung war aus verschiedenen Gründen umstritten, und viele Mainstream-Kanäle behaupteten, dass sie „nach Schmiergeld stank“. Wie die New York Post 2016 berichtete, hatte die Ex-Frau des Finanziers Denise im Vorfeld der Begnadigung durch den Präsidenten 450.000 Dollar an die noch junge Clinton Library und „über 1 Million Dollar für Kampagnen der Demokratischen Partei in der Clinton-Ära“ gespendet. Außerdem hatte Rich leistungsstarke Anwälte mit Verbindungen zu mächtigen Persönlichkeiten sowohl in der Demokratischen als auch in der Republikanischen Partei sowie in Clintons Weißem Haus eingeschaltet, darunter Jack Quinn, der zuvor als Rechtsberater für das Weiße Haus unter Clinton und davor als Stabschef für Vizepräsident Al Gore tätig gewesen war.

Jedoch war laut Clintons eigenen Worten und anderen stützenden Beweisen der Hauptgrund für Richs Begnadigung die starke Lobbyarbeit des israelischen Geheimdienstes, israelischer Politiker und Mitglieder der Mega Group wie Steinhardt, wobei die Spenden von Denise Rich und Quinns Zugang zum Präsidenten den Deal wohl versüßt haben.

Zu den leidenschaftlichsten Lobbyisten für Richs Begnadigung gehörten der damalige israelische Premierminister Ehud Barak, der ehemalige Premierminister Shimon Peres, der damalige Bürgermeister von Jerusalem Ehud Olmert, der ehemalige Außenminister Shlomo Ben-Ami und der ehemalige Direktor des Mossad Shabtai Shavit. Laut Haaretz beharrte Barak so hartnäckig darauf, Clinton solle Marc Rich begnadigen, dass er mindestens einmal gehört wurde, wie er den Präsidenten anschrie. Baraks ehemaliger Berater Eldad Yaniv behauptete, Barak habe geschrien, die Begnadigung sei „wichtig… Nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern auch, weil er dem Mossad bei mehr als einer Gelegenheit geholfen habe“.

Die israelische Lobbyarbeit wurde maßgeblich von Mega Group-Mitglied Michael Steinhardt sowie Abe Foxman von der Anti-Defamation League (ADL) unterstützt, die damals stark von Mega Group-Mitgliedern, darunter Ronald Lauder und Edgar Bronfman, finanziert wurde.

Seit Jahren wird darüber spekuliert, ob Clintons Entscheidung, Rich zu begnadigen, das Ergebnis von „Einfluss“ oder Erpressung durch Israel mit den Aktivitäten des damaligen US-Präsidenten gewesen sein könnte. Wie in Teil 3 dieses Berichts erwähnt, kam 1997 der mit Mossad verknüpfte „Mega“-Spionageskandal ans Licht, demzufolge der israelische Geheimdienst Clintons Bemühungen um die Vermittlung eines Friedensabkommens zwischen Israel und Palästina ins Visier genommen und versucht hatte, sich an „Mega“ zu wenden – wahrscheinlich ein Hinweis auf die Mega Group – um ein sensibles Dokument zu erhalten.

Darüber hinaus ist bekannt, dass Israel Telefongespräche zwischen Clinton und Monica Lewinsky erhalten hatte, bevor ihre Affäre öffentlich gemacht wurde. Auf der Grundlage von offiziellen Interviews mit ehemaligen Beamten und Hunderten von Seiten von Dokumenten, die für den Fall zusammengestellt worden waren, dass Lewinsky rechtliche Schritte gegen Clinton unternahm, stellte Autor Daniel Halper fest, dass Benjamin Netanyahu während der Wye Plantation-Gespräche zwischen Israel und Palästina im Jahr 1998 Clinton mitteilte, er habe Aufzeichnungen der sexuell getönten Gespräche erhalten. Mit dieser Information versuchte Netanyahu Clinton dazu zu bringen, den verurteilten israelischen Spion Jonathan Pollard zu begnadigen. Clinton erwog Pollards Begnadigung, entschied sich aber dagegen, nachdem CIA-Direktor George Tenet gedroht hatte, zurückzutreten, falls die Begnadigung gegeben würde.

Der investigative Journalist und Autor Gordon Thomas hatte schon Jahre zuvor ähnliche Behauptungen aufgestellt und versichert, der Mossad habe etwa 30 Stunden Telefonsex-Gespräche zwischen Lewinsky und Clinton erlangt und als Druckmittel benutzt. Darüber hinaus behauptete ein Bericht im Insight Magazin im Mai 2000, der israelische Geheimdienst habe „vier Telefonleitungen des Weißen Hauses angezapft und sei in der Lage, Echtzeitgespräche über diese Leitungen von einem abgelegenen Ort außerhalb des Weißen Hauses direkt nach Israel zum Hören und Aufzeichnen weiterzuleiten“.

Jene Telefonanzapfungen gingen anscheinend weit über das Weiße Haus hinaus, wie ein investigativer Bericht von Carl Cameron vom Dezember 2001 für FOX News ergab. Darin hieß es:

[Das israelische Telekommunikationsunternehmen Amdocs] half Bell Atlantic 1997 bei der Installation neuer Telefonleitungen im Weißen Haus….[und] ein leitender Mitarbeiter von Amdocs ließ eine separate T1-Datenleitung von seiner Basis außerhalb von St. Louis installieren, die direkt mit Israel verbunden war….

Ermittler untersuchen, ob der Eigentümer der T1-Leitung eine „Echtzeit“-Kapazität hatte, um Telefonanrufe sowohl vom Weißen Haus als auch von anderen Regierungsstellen in der Nähe von Washington abzufangen und die Leitung für einige Zeit aufrechtzuerhalten, sagten Gewährsleute. Laut Quellen, die mit der Untersuchung vertraut sind, bemühten sich auf den Fall angesetzte FBI-Agenten um einen Haftbefehl für den St. Louis-Mitarbeiter, aber Beamte des [Clinton]-Justizministeriums haben das hintertrieben.“

Anm.d.Ü.: Der Link zum Video von Fox News über israelische Abhöranlagen in den USA findet sich im Original:
https://www.mintpressnews.com/genesis-jeffrey-epstein-bill-clinton-relationship/261455/

Der Journalist Chris Ketcham schrieb:

[Sowohl Amdocs als auch Verint Inc. (ehemals Comverse Infosys)] haben ihren Sitz in Israel, sind in der marktbeherrschenden Informationstechnologie dieses Landes zur Prominenz aufgestiegen und werden stark von der israelischen Regierung finanziert, mit Verbindungen zum israelischen Militär und zum israelischen Geheimdienst…..

Die Operationen des Unternehmens, so lassen Quellen vermuten, wurden von freiberuflichen Spionen infiltriert, die verschlüsselte Falltüren in der Verint/Amdocs-Technologie ausnutzen und Daten über Amerikaner sammeln, um sie an israelische Geheimdienste und andere willige Kunden (insbesondere an die organisierte Kriminalität) zu übermitteln.“

Angesichts des Umfangs der Telefonüberwachung der US-Regierung durch mit dem israelischen Geheimdienst verbundene Unternehmen und Netanyahus früherer Nutzung abgefangener Telefonate als Druckmittel gegen Clinton, um Jonathan Pollards Begnadigung zu erreichen, ist die Vermutung nicht abwegig, dass ein anderer Fundus abgefangener Nachrichten benutzt worden sein könnte, um Clinton dazu zu bringen, Rich in den letzten Stunden seiner Präsidentschaft zu begnadigen.

Bemerkenswert ist auch, dass mehrere Persönlichkeiten, die sich bei Clinton massiv für die Begnadigung von Rich einsetzten, Verbindungen zu Epstein hatten, der auch Verbindungen zu israelischen Geheimdiensten und mit israelischen Geheimdiensten verbundenen Technologieunternehmen hatte, wie in Teil 3 dieser Serie ausgeführt. Zum Beispiel waren Ehud Barak, ein enger Freund und Geschäftspartner Epsteins, und Shimon Peres, der Barak bei Epstein einführte, die Hauptakteure, die Clinton davon überzeugt haben, Marc Rich zu begnadigen.

Darüber hinaus hatte Jeffrey Epstein, wie sich in einem späteren Abschnitt dieses Berichts zeigen wird, seit 1993 Beziehungen zur Clinton-Regierung aufgebaut, die sich insbesondere 1996 ausweiteten, als Epsteins mit dem Nachrichtendienst verbundene sexuelle Erpressung im Gange war,. Clinton sollte später mit Epsteins berüchtigtem Privatjet, genannt „Lolita Express“, fliegen, und Epstein sollte später an die Clinton Foundation spenden und behaupten, eine Schlüsselrolle bei der Gründung der Clinton Global Initiative gespielt zu haben.

Neben der Rolle von Persönlichkeiten, die bei der Erlangung von Richs Begnadigung Epstein nahestanden, schien Epstein selbst eine gewisse Verbindung zu den ehemaligen Geschäftspartnern von Rich zu haben. So taucht Felix Posen – der jahrelang Richs Londoner Geschäfte leitete und den Forbes als „den Architekten von Richs enorm profitablem, aber plötzlich sehr kontroversem Geschäft mit der Sowjetunion“ bezeichnete – in Epsteins Kontaktbuch auf. Darüber hinaus hat Epsteins Offshore Structured Investment Vehicle (SIV), Liquid Funding, denselben Anwalt und Direktor wie mehrere Glencore-Unternehmen: Alex Erskine von der Anwaltskanzlei Appleby.

Die Bedeutung dieser Verbindung ist jedoch unklar, da Erskine zum Zeitpunkt des Lecks der „Paradise Papers“ im Jahr 2014 mit insgesamt 274 Offshore-Unternehmen verbunden war. Catherine Austin Fitts erklärte MintPress, das könnte darauf hindeuten, dass Epsteins Liquid Funding – von dem 40 Prozent im Besitz von Bear Stearns waren, und das möglicherweise von der Federal Reserve eine „geheime“ Rettungsaktion erhalten hat – Teil desselben Schattenwirtschaftssyndikats wie Glencore ist.

Diese Möglichkeit verdient weitere Untersuchung, da sich Glencore teilweise im Besitz des britischen Finanziers Nathaniel Rothschild befindet, dessen Vater Jacob Rothschild im Beirat von Genie Energy sitzt, zu dem Michael Steinhardt sowie mehrere angebliche Partner Epsteins gehören, wie Bill Richardson und Larry Summers. Darüber hinaus ist Nathaniel Rothschilds angeheiratete Cousine Lynn Forester de Rothschild eine langjährige Partnerin Jeffrey Epsteins mit bedeutenden Verbindungen zur New York City „Roy Cohn Maschine“. Marc Rich war seit langem mit der Familie Rothschild verbunden, schon seit den frühen 1970er Jahren, als er bei Philipp Brothers mit dem Rohstoffhandel begann.

Lynn Forester de Rothschilds überraschendes Interesse an Epstein

Nach Epsteins Verhaftungen, zuerst im Jahr 2007 und dann wieder im vergangenen Monat, tauchten zahlreiche Medienberichte auf, in denen die Verbindungen zwischen Epstein und Clinton detailliert beschrieben wurden, wobei meistens behauptet wurde, dass sie sich kurz nach Clintons Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2001 kennengelernt hätten, nachdem Clinton, wie erwähnt, die umstrittene Begnadigung von Marc Rich ausgesprochen hatte.

In diesen Berichten wurde behauptet, die Beziehung zwischen Epstein und Clinton sei durch Epsteins langjährige Freundin und angebliche Kupplerin Ghislaine Maxwell eingeleitet worden. Jedoch haben Dokumente aus Clintons Präsidentenbibliothek offengelegt, dass die Verbindungen zwischen Epstein und Clinton Jahre früher entstanden sind und von mächtigen Personen begünstigt wurden, die sich im Zusammenhang mit dem Fall Epstein weitgehend einer genaueren Überprüfung entzogen haben.

Eine wichtige, aber hinsichtlich der Zusammenführung von Epstein und den Clintons weitgehend übersehene Akteurin ist Lynn Forester de Rothschild. Insbesondere ist Forester de Rothschild seit langem mit neokonservativen Beamten der Reagan-Ära verbunden – dem in den Teilen 1 und 2 dieser Serie beschriebenen Lewis Rosenstiel/Roy Cohn-Netzwerk sowie der Mega Gruppe, die in Teil 3 dieser Serie ausführlich beschrieben wurde.

Lynn Forester de Rothschild begann sich in der politischen Welt der Demokratischen Partei in den späten 1970er Jahren zu engagieren, als sie 1976 bei der Senatskampagne des Kriegstreibers Daniel Patrick Moynihan (D-NY) mit heute berüchtigten Neokonservativen wie Elliott Abrams zusammenarbeitete, die während der Reagan-Ära eine wichtige Rolle in der Iran-Contra-Affäre spielen und später im Außenministerium unter Trump arbeiten sollten. Es war Henry Kissinger, der sie auf einer Bilderberg-Konferenz ihrem zweiten Ehemann, Evelyn de Rothschild, vorstellte. Mehrere Personen, die mit der Mega Group und dem mit Mossad verbundenen Medienmogul Robert Maxwell verbunden waren – darunter Mark Palmer, Max Fisher und John Lehman – waren ehemalige Helfer oder Berater Henry Kissingers.

Bevor sie im Jahr 2000 in die Rothschild-Familie einheiratete, war Lynn mit Andrew Stein verheiratet gewesen, einer wichtigen politischen Figur der Demokraten in New York, mit dem sie zwei Söhne hatte. Andrews Bruder James Finkelstein heiratete Cathy Frank, die Enkelin von Lewis Rosenstiel, dem mit dem Mob verbundenen Geschäftsmann, der eine sexuelle Erpressungsaktion mit Ausnutzung minderjähriger Jungen leitete, wie in Teil 1 dieser Serie besprochen. Rosenstiels Protegé Roy Cohn war der Anwalt von Cathy Frank und James Finkelstein. Diese beiden waren es, die Cohn zu dem Versuch drängten, einen fast schon im Koma liegenden Rosenstiel dazu zu bewegen, Cohn, Frank und Finkelstein als Testamentsvollstrecker und Verwalter seines Nachlasses einzusetzen, dessen Wert auf 75 Millionen Dollar (mehr als 334 Millionen in heutigen Dollar) geschätzt wird.

Laut Vanity Fair hat Epstein behauptet, Lynn Forester de Rothschild habe 1993 während ihrer Scheidung von Andrew Stein „finanzielle Hilfe“ von niemand anderem als Jeffrey Epstein erbeten.

Was die Verbundenheit von Forester de Rothschild mit der Mega Group betrifft, so ist sie derzeit im Vorstand der Estee Lauder-Gesellschaften, die von der Familie Ronald Lauders – Mitglied der Mega Group, ehemaliger Beamter der Reagan-Regierung, Familienfreund von Roy Cohn sowie angebliche Quelle von Jeffrey Epsteins berüchtigtem österreichischen Pass – gegründet wurden und sich noch immer in ihrem Besitz befinden. Außerdem arbeitete Forester de Rothschild auch mit Matthew Bronfman – Sohn von Edgar Bronfman, Mitglied der Mega Group und Enkel von Samuel Bronfman, der enge Verbindungen zu Meyer Lansky hatte – bei der Gründung der Anlageberatungsfirma Bronfman E.L. Rothschild LP zusammen.

Es ist unklar, wann Lynn Forester de Rothschild Jeffrey Epstein kennengelernt hat, aber sie war eine seiner führenden Anwälte und hatte das Ohr des damaligen Präsidenten Bill Clinton in den frühen 90er Jahren, sprach mit Clinton speziell über Epstein während ihres „fünfzehn Sekunden-Zugangs“ zum Präsidenten und stellte Epstein 1996 auch dem Anwalt Alan Dershowitz vor.

Forester de Rothschild ist eine langjährige Partnerin der Clintons und seit 1992 eine wichtige Geldgeberin von Bill und Hillary Clinton. Ihre Beziehungen waren so eng, dass Forester de Rothschild die erste Nacht ihrer Flitterwochen im Lincoln Schlafzimmer im Weißen Haus verbrachte, als Clinton Präsident war. Darüber hinaus gibt es eine durchgesickerte E-Mail zwischen Forester de Rothschild und Hillary Clinton, in der Hillary Clinton Forester de Rothschild „um die Auferlegung einer Buße“ bat, weil sie als Außenministerin Tony Blair um Begleitung bei einer politischen Angelegenheit gebeten hatte, was Blair daran hinderte, einen geplanten Privatbesuch im Haus von Forester de Rothschild in Aspen, Colorado, zu machen. Demütig um Vergebung zu bitten, ist nicht etwas, wofür Hillary Clinton bekannt ist – ihr ehemaliger Leibwächter sagte einmal, sie könne „Richard Nixon wie Mahatma Gandhi aussehen lassen“.

1995 schrieb Forester de Rothschild, damals Beiratsmitglied in Clintons National Information Infrastructure Advisory Council, an Präsident Clinton:

Sehr geehrter Herr Präsident: Es war ein Vergnügen, Sie kürzlich in Senator Kennedys Haus zu sehen. Es gab zu viel zu diskutieren und zu wenig Zeit. Mit meinen fünfzehn Sekunden Zugang, um Jeffrey Epstein und die Währungsstabilisierung zu diskutieren, habe ich es versäumt, über eine Herzensangelegenheit mit Ihnen zu sprechen. Nämlich Förderungsmaßnahmen zugunsten von Minderheiten und die Zukunft.“

Forester de Rothschild erklärt dann, sie sei gebeten worden, ein Memorandum für George Stephanopoulos, ehemaliger Kommunikationsdirektor Clintons und derzeit Rundfunkjournalist bei ABC News, vorzubereiten. Stephanopoulos nahm 2010 an einer Dinnerparty teil, die Epstein – nach Verbüßung einer Haftstrafe wegen sexueller Nötigung einer Minderjährigen – in seinem inzwischen berüchtigten Stadthaus in Manhattan veranstaltete.

Während es unbekannt ist, was Forester de Rothschild mit Clinton über Epstein und die Währungsstabilisierung besprochen hat, kann ein potenzieller Hinweis in den Verbindungen von Forester de Rothschild und Epstein zur Deutschen Bank liegen. Die Journalistin Vicky Ward berichtete 2003, dass Epstein mit seinem „Geschick beim Spielen auf den Devisenmärkten ‚mit sehr großen Geldbeträgen’“ prahlte, und das scheint er häufig über seine langjährige Beziehung zur Deutschen Bank getan zu haben.

Die New York Times berichtete letzten Monat:

[Epstein] scheint bis vor wenigen Monaten Geschäfte und Devisenhandel über die Deutsche Bank abgewickelt zu haben, so zwei Personen, die mit seinen Geschäftsaktivitäten vertraut sind. Aber als sich die Möglichkeit von Klagen des Bundes abzeichnete, beendete die Bank ihre Kundenbeziehung zu Mr. Epstein. Es ist nicht klar, wie hoch der Wert dieser Konten zum Zeitpunkt ihrer Schließung war.“

Was Forester de Rothschild betrifft, so war sie mehrere Jahre lang Beraterin des Deutsche Bank Microfinance Consortium und ist derzeit Vorstandsmitglied der Alfred Herrhausen Gesellschaft für Internationalen Dialog der Deutschen Bank.

Im selben Jahr, in dem Forester de Rothschild gegenüber Bill Clinton die oben genannten Kommentare über Jeffrey Epstein abgab, nahm Epstein an einer weiteren Clinton-Wohltätigkeitsveranstaltung teil, die von Ron Perelman in seinem Privathaus veranstaltet wurde und sehr exklusiv war, da die Gästeliste nur 14 Personen umfasste.

Die Entwicklung der Epstein-Clinton-Beziehung

Noch vor dem Treffen von Forester de Rothschild mit Clinton 1995 war Epstein bereits ein etablierter Clinton-Geldgeber. Aufzeichnungen, die Daily Beast erhalten hat, enthüllen, dass Epstein bereits 1993 10.000 Dollar an die White House Historical Association gespendet und mit Ghislaine Maxwell an einem Clinton-Spenderempfang teilgenommen hatte.

Das Daily Beast deutet an, dass Bill Clintons langjähriger Freund aus seiner Studienzeit, A. Paul Prosperi, der Vermittler dieser frühen Beziehung war, da Prosperi eine jahrzehntelange Beziehung zu Epstein hatte und ihn sogar 2008 mindestens 20 Mal während dessen Haft besuchte. Prosperi war eng in die 1993er Spendensammlung für die oben erwähnte Historische Vereinigung des Weißen Hauses involviert.

Die Beziehung zwischen Epstein und Clinton sollte sich auch nach Clintons Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2001 fortsetzen, was durch Bill Clintons inzwischen berüchtigte Flüge mit Epsteins (kürzlich verkauftem) Privatjet – oft als „Lolita Express“ bezeichnet – dokumentiert wird. Clinton flog in den frühen 2000er Jahren nicht weniger als 26 Mal mit dem Lolita Express, so die Fluglogbücher. Auf einigen dieser Flüge wurde Clinton von seiner Leibwache begleitet, auf anderen Flügen jedoch nicht.

Der wohl berüchtigtste Flug Clintons mit Epsteins Jet war eine lange Reise nach Afrika. Anwesend dabei waren der Schauspieler Kevin Spacey, der ebenfalls der Vergewaltigung Minderjähriger beschuldigt worden ist, Ghislaine Maxwell sowie Ron Burkle, ein Milliardärsfreund von Clinton, dem vorgeworfen worden ist, er habe die Dienste von „Super-Call Girls der Extraklasse“ angefordert. Über Vermittlung von Doug Band bat Clinton ausdrücklich darum, dass Epstein seinen Jet für die Reise lange im Voraus zur Verfügung stellte. Präsident Donald Trump, ebenfalls ein Freund Epsteins, soll in dem Flugzeug geflogen sein, erscheint aber nur einmal in den Logbüchern.

Zusätzlich zu den Flügen spendete laut Steuererklärung 2006 eine von Epstein geführte Stiftung – seine Wohltätigkeitsorganisation C.O.U.Q. Foundation – der Clinton Foundation 25.000 US-Dollar. Insbesondere Epsteins Anwälte, darunter Alan Dershowitz, behaupteten 2007, Epstein sei „Teil der ursprünglichen Gruppe gewesen, die die Clinton Global Initiative konzipiert hat, ein Projekt, das ‚eine Gemeinschaft von globalen Führungskräften zusammenbringen soll, um innovative Lösungen für einige der dringendsten Herausforderungen der Welt zu entwickeln und umzusetzen'“.

Bevor die Partnerschaften zwischen Epstein und dem Weißen Haus unter Clinton Anfang der 90er Jahre öffentlich gemacht wurden, galt Ghislaine Maxwell aufgrund ihrer engen Beziehung zur Familie Clinton als die Brücke zwischen Epstein und der Familie. Die enge Beziehung zwischen Maxwell und den Clintons scheint sich jedoch in den 2000er Jahren entwickelt zu haben; Politico berichtet, dass sie nach dem Ausscheiden von Bill Clinton begann. Clintons Mitarbeiter Doug Band war Berichten zufolge auch mit Maxwell befreundet und trat auf einer exklusiven Dinnerparty auf, die sie 2005 in ihrer Residenz in New York veranstaltete. Maxwell wurde später besonders eng mit Chelsea Clinton, machte im Jahr 2009 Urlaub mit Chelsea und nahm an ihrer Hochzeit ein Jahr später teil. Maxwell war auch mindestens bis 2013 mit der Clinton Global Initiative verbunden.

Andere enge Clinton-Mitarbeiter und Beamte in den frühen 1990er Jahren hatten ebenfalls bemerkenswerte Beziehungen zu Jeffrey Epstein, darunter Mark Middleton, der seit 1993 ein Sonderassistent des Clinton-Stabschefs Mack McClarty war und sich während der frühen Clinton-Jahre mindestens dreimal im Weißen Haus mit Epstein traf. Außerdem erscheint die Privatsekretärin des Weißen Hauses unter Clinton, Ann Stock, in Epsteins „kleinem schwarzen Buch“, ebenso wie Doug Band, der einst vom New York Magazine als „Bill Clintons Taschenträger, Klempner, Fixer und Universal-Torwächter“ bezeichnet wurde. Band erscheint auch mehrmals in den Logbüchern von Epsteins Privatjet.

Epstein war auch mit Bill Richardson, unter Clinton zunächst Botschafter bei den Vereinten Nationen, danach Energieminister, sowie Larry Summers, Finanzminister unter Clinton, verbunden. Sowohl Richardson als auch Summers sitzen im Beirat des umstrittenen Energieunternehmens Genie Energy, neben dem CIA-Direktor unter Clinton, James Woolsey, dem Roy Cohn-Partner und Medienmogul Rupert Murdoch, dem Mega Group-Mitglied Michael Steinhardt sowie Lord Jacob Rothschild. Genie Energy ist vor allem wegen seiner exklusiven Schürfrechte in den von Israel besetzten Golanhöhen umstritten. Bill Richardson hat auch Verbindungen zu Lynn Forester de Rothschild, die zum Beirat des Energieministeriums gehörte, während Richardson Energieminister war.

Bill Richardson scheint zu jenen Beamten der Clinton-Ära zu gehören, die Jeffrey Epstein am nächsten standen, hatte er doch persönlich Epsteins Ranch in New Mexico besucht und Spenden Epsteins in Höhe von 50.000 US-Dollar für seine Gouverneurskampagnen 2002 und 2006 im Empfang genommen. Richardson gab Epsteins Spende im Jahr 2006 an wohltätige Zwecke weiter, nachdem Anschuldigungen gegen Epstein öffentlich wurden. Richardson wurde auch in kürzlich veröffentlichten Gerichtsdokumenten beschuldigt, Sex mit minderjährigen Opfern Epsteins gehabt zu haben, eine Behauptung, die er bestritten hat.

Der Jeffrey-Epstein-Skandal: Eine Obduktion

1990 begann Danny Casolaro seine schicksalhafte einjährige Untersuchung der „Krake“, eine Untersuchung, die bei seinem frühen Tod eine nicht unerhebliche Rolle spielte. Kurz nachdem er in einer Hotelbadewanne leblos aufgefunden worden war, wurde Casolaros Freundin Lynn Knowles bedroht. Sie sagte: „Was Danny Casolaro untersucht hat, ist ein Geschäft… Jeder, der zu viele Fragen stellt, wird tot enden.“

Fast dreißig Jahre später haben wir immer noch die gleiche „Krake“ und ihr „Geschäft“. Die Krake hat die Hebel der Macht noch enger umschlungen – insbesondere in den Bereichen Regierung, Finanzen und Geheimdienste.

Diese Untersuchungsreihe von MintPress hat sich bemüht, die Natur dieses Netzwerks zu zeigen und wie die Welt der „Krake“ die gleiche ist, in der Jeffrey Epstein und seine Vorgänger – darunter Craig Spence, Edwin Wilson und Roy Cohn – operiert und profitiert haben. Es ist eine Welt, in der es nur darauf ankommt, immer mehr Reichtum und immer mehr Macht zu sammeln und den Schwindel um jeden Preis am Laufen zu halten.

Während dieses Netzwerk lange Zeit seinen Erfolg durch sexuelle Erpressung – oft durch die skrupellose Ausbeutung von Kindern – sichern konnte, war es auch eine treibende Kraft hinter vielen anderen Übeln, die unsere Welt plagen, und es geht weit über den Menschen- und Kinderhandel hinaus. Tatsächlich haben viele der Figuren in diesem schmutzigen Netz eine wichtige Rolle beim illegalen Drogen- und Waffenhandel, bei der Ausbreitung gewinnorientierter [privater] Gefängnisse und bei den endlosen Kriegen gespielt, die weltweit unzählige Menschenleben gefordert und gleichzeitig viele dieser Figuren bereichert haben.

Es lässt sich nicht leugnen, dass ein solches Netzwerk „zu groß ist, um zu scheitern“. Doch scheitern muss es – sonst wird dieser jahrzehntelange Zyklus von Missbrauch, Mord und Betrug unvermindert weitergehen und dabei noch mehr Menschenleben zerstören und kosten.

Obwohl dieser Bericht das Ende der MintPressReihe über Jeffrey Epstein und das Netzwerk markiert, zu dem er gehörte, ist dies nicht das Ende der Arbeit von MintPress an diesem Fall. Mehrere Ableger – eine Untersuchung der wahren Gründe für die Verhaftung von Epstein im Juli, seine Verbindungen zur Geldwäsche und zum „schwarzen Budget“ des Geheimdienstes sowie die Verbindungen seines Netzwerks zum Kinderhandel in anderen Ländern, insbesondere in Großbritannien – sind bereits in Arbeit und werden in den nächsten Wochen in MintPress erscheinen.


Korrektur | In diesem Bericht hatte fälschlicherweise gestanden, dass sowohl Donald Trump als auch Bill Clinton Jeffrey Epsteins Insel besucht hatten. Opfer von Epstein haben berichtet, dass sie Clinton auf der Insel gesehen haben, aber nicht Donald Trump. MintPress bedauert den Fehler.

*

Titelfoto | Ein zusammengesetztes Bild zeigt von links nach rechts Jeffrey Epstein, Bill Clinton, Adnan Khashoggi und Robert Maxwell. Grafik von Claudio Cabrera

Whitney Webb ist eine Journalistin von MintPress News mit Sitz in Chile. Sie hat für mehrere unabhängige Medien gearbeitet, darunter Global Research, EcoWatch, das Ron Paul Institute und 21st Century Wire. Sie hat mehrere Radio- und Fernsehauftritte absolviert und 2019 den Serena Shim Award for Uncompromised Integrity in Journalism gewonnen.


 

Mad Madursklix:

schrieb am 3. Oktober 2019 um 13:33

Geschichten aus Hongkong: (01.10.2019 tagesschau24)


Die ARD erzählt Geschichten aus Hongkong (01.10.2019 tagesschau24).
Hongkong: Schwere Ausschreitungen trotz Demonstrationsverbot
Polizei geht mit scharfer Munition gegen Demonstranten vor!

Sagt die ARD und zeigt wie üblich nur einen Teil der Geschichte.

Die Wahrheit:

Ein Polizist wird vom randalierenden Mob gejagt, zu Boden geworfen und mit Eisenstangen, Rohrzange und Hammer angegriffen.
In Notwehr muss die Polizei schiessen!

Hier die ganze Geschichte, ich nenn‘ es mal „Die Geschichte des Jungen mit dem blauen Schild“:

Beitrag veröffentlicht und kommentierbar im:

https://publikumsrat.blog/2019/10/03/propagandameldungen-vom-03-oktober-2019/#comment-35987

UPDATE:

vom 04.10.2019 um 11:20 Uhr

HONG KONG:
Nachtrag zum blauen Jungen:

Hier wird der Tathergang der zur Notwehr führte nochmals genau beschrieben!
Bei der Fülle von Reportermeuten auch nicht weiter schwer sowas zu dokumentieren.


Hongkong wird ein Notgesetz erlassen, um Gesichtsmasken bei Kundgebungen zu verbieten(auch Medizinische), berichteten lokale Medien am Donnerstag.
Die Polizei hat die Regierung auch aufgefordert, Ausgangssperren zu verhängen, um die eskalierende Gewalt in der Stadt einzudämmen.
Viele Demonstranten tragen Gesichtsmasken, um ihre Identität zu verbergen – ebenso wie gelbe Helme, Brillen und Atemschutzgeräte.
(Nebenbei, auch Regenschirme um Schandtaten zu verbergen)

„Einige Demonstranten denken vielleicht zweimal nach, wenn sie während der Proteste identifiziert werden können.“
https://www.channelnewsasia.com/news/asia/hong-kong-protests-set-to-ban-face-masks-in-bid-to-curb-violence-11966436

Das ZDF spricht schon von Freiheitskämpfern für die Restdemokratie Chinas.
Da fragt mensch sich wann die Ersten NGOs Waffen liefern oder China Hongkong annektiert.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/heute-journal-vom-1-oktober-2019-100.html

ZDF beschwert sich darüber, dass China von Terroristen redet.
Kommt mir doch gleich Ostukraine, Gaddafi und Assad in den Sinn, die taten das ja auch.
Bei solcher Propaganda muss man sich nicht wundern, wenn China gegen Deutschland zugeknöpfter wird.

Hier wird der Beitrag kommentiert:
ZDF: Fox News aus deutschen Landen
https://form7.wordpress.com/2019/10/02/zdf-fox-news-aus-deutschen-landen/

Beitrag veröffentlicht und kommentierbar im:

https://publikumsrat.blog/2019/10/04/propagandameldungen-vom-04-oktober-2019/comment-page-1/#comment-36090


Helge:

schrieb am 21. September 2019 um 12:28

Netzfund

 

Quelle: Qanon deutsch blumenberger Öffentliche Gruppe | Facebook

Diesen Kommentar von D. Fritsche wollte ich Euch nicht vorenthalten – Tochter und fff

„Oh … Oh … Knallende Türen, wildes Gekreische

Unsere Tochter kam gerade von der bescheuerten FFF Schulschwänzerei zurück.
Sie war stocksauer, weil wir sie (klimaschonend) nicht abgeholt haben und sie geschlagene 3 Stunden in Bus und Bahn abhängen mußte.
Beim trockenen aber immerhin veganen Sojakuchen (nur für sie, wir hatten Käsekuchen) gab´s dann noch ne Überraschung.
Sie darf jetzt morgens mit dem Bus zur Schule. Das ist zwar etwas blöde, weil der hier nur jede Stunde fährt und sie dann entweder ne Stunde zu früh in der Schule ankommt (der wir heute vorgeschlagen haben, sie nicht mehr zu heizen, weil das immer noch mit Öl passiert) oder eben zu spät erscheint.

Mit dem Fahrrad will sie auch nicht, wegen der vielen Berge und Steigungen und außerdem ist ja bald Winter…, es sei denn, sie bekommt zu Weihnachten ein E-Bike.
Auf mein väterliches Erstaunen „Weihnachten“ ?, das ist doch voll anti-öko, all die bunten Lichter und erst der Co2-Ausstoß der Kerzen !“ kam dann schon der erste prä-pubertäre Protest, der ihrer Trotzphase zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr erstaunlich ähnelte.
Und wie jetzt…. „E-Bike“ ?
Hat unser Töchterchen die verwüsteten Gegenden noch gar nicht gesehen, die bei der Gewinnung seltener Erden für die Akkus entstehen ?

Jetzt sitzt sie oben in ihrem Zimmer, bei 8 Grad. Wir haben die Heizung schon wegen des ökologischen Gewissens abgeschaltet.
Wahrscheinlich tippt sie sich wenigstens ihre Finger warm, indem sie auf dem I-Phone wütende Mails über ihre „Scheiß Eltern“ an ihre Freund+innen tippt.
Wir haben ihr angekündigt, daß sie dieses I-Phone um 19 uhr los ist.
Denn schließlich ist es unverantwortlich, weiter Strom zu verschwenden um mehr oder weniger nützliche Konversation zu betreiben und zweitens… siehe Lithium-Gewinnung und ökologische Folgen…
Ihren Protesten gegen diese Enteignung versicherten wir mit ruhiger Stimme, daß wir das I-Phone entweder direkt an hungernde Kinder in Afrika schicken oder es verkaufen und den finanziellen Gegenwert zur Rettung des südamerikanischen Regenwaldes spenden würden.

Richtig lustig wird´s ab Montag:
Da tauschen wir ihre hübsche Kleidung gegen Jute, Wolle und Hanffaser gewebte Sachen aus. Ihre Nikies mit Plastesohle werden konsequent gegen holländische Holztreter ersetzt.
(Und wenn jetzt jemand meint das wär Satire: Nein, wir ZIEHEN DAS DURCH !)

Wenn sie dann immer noch rumkreischt hat sie 2 Möglichkeiten:
1) zu erkennen, welchen hirnlosen Öko-Faschisten sie da gerade aufliegt
2) zu erkennen, welchen hirnlosen Öko-Faschisten sie da gerade aufliegt !

Danke Greta.
Du hast uns inspiriert, wie es in Erziehungsfragen sonst wohl niemand geschafft hätte.
Mutti und ich haben gerade zu Töchterchen hochgerufen: „Wir FAHREN jetzt zu Mc Donalds, willste mit?“
Wir hoffen, das hysterische Geschrei hat aufgehört, wenn wir zurück sind.“

Beitrag veröffentlicht und kommentierbar im:

https://publikumsrat.blog/2019/09/20/propagandameldungen-vom-20-september-2019/#comment-34727

 


Helge:

Guter Mann …

Dieser zweite IPCC-Bericht von Ende 1995 beinhaltete die Schlüsselinformationen für die Verhandlungen, die dann 1997 zur Annahme des Protokolls von Kyoto durch den UNFCCC führen sollten.
http://www.mpimet.mpg.de/aktuelles/presse/faq-haeufig-gestellte-fragen/was-ist-das-ipcc.html

Dieser Bericht war vor Publikation peer-rewied. Nachdem alle an diesem Bericht beteiligten so genannten Wissenschaftler ihn durch ihre Unterschrift abgesegnet und in Umlauf gebracht hatten, kam Dr. Ben Santer, ein relativ kleines Licht innerhalb der UNO – UNEP – IPCC – Organisationen daher, und löschte alle Textteile, die darauf hinwiesen, dass es wahrscheinlich „KEINE“ Mensch-gemachte Klimaerwärmung gäbe.

Ohne Löschen dieser Aussagen war das lange eingefädelte Billionengeschäft mit der Klimakatastrophe in Gefahr, was anlässlich der nächsten Weltklimakonferenz in Kyoto von der Weltgemeinde abgesegnet werden sollte. Also strich Santer die entsprechenden hinderlichen Passagen.
http://www.greenworldtrust.org.uk/Science/Social/IPCC-Santer.htm#Seitz

Es ist hier unwichtig zu fragen: „Wer gab den Auftrag?“

Kyoto rückte in Eile näher. Ein von Santer präparierter (gefälschter) schokkierender Weltklimabericht lag nunmehr vor. Er sollte die Delegationen animieren, ohne viel Rückfragen und Aufhebens nach Kenntnisnahme des Inhaltes des Klimaberichtes ruck-zuck das so genannte Kyoto-Protokoll, das Endprotokoll der Tagung, zu unterzeichnen. Damit war der Weg frei, mittels nationaler Gesetze den weltweiten kostenträchtigen Kampf gegen das angebliche Umweltgift CO2 zu beginnen.
Das gigantischste Geschäft der Menschheit erhielt das internationale Limit zum Start.

Und nun konzentrieren Sie sich bitte: Der den Delegationen vorzulegende jetzige Klimabericht war nunmehr nicht von gewünschter Anzahl von Wissenschaftlern unterzeichnet, da so genannte originäre peer-Reviewer sich weigerten, den von Santer geänderten IPCC- Bericht in der jetzigen „gefälschten“ Form zu unterzeichnen, bzw. die Mitarbeit beim IPCC gekündigt hatten.

„It is perhaps relevant to note that several IPCC scientists and reviewers have, since 1995, resigned from the IPCC, on similar grounds.”
[„Vielleicht ist es relevant zu beachten, dass einige IPCC-Wissenschaftler und Kritiker, die seit 1995 das IPCC verließen, dies auf ähnlicher Grundlagen taten.“]

So mussten auf die Schnelle genügend Unterzeichner gesucht werden, die dem Papier den gewünschten Anstrich der Wahrhaftigkeit durch Unterzeichnung mehrerer Tausend Wissenschaftler geben sollten. Dazu wurde das Folgende veranlasst:

In Kassel gab es damals ein Klimainstitut (Center for Environmental Systems Research University of Kassel); dessen Chef Prof. Joseph Alcamo von UNO, UNEP und IPCC ausgesucht wurde, die Interessen dieser Organisationen bezüglich Klima in Deutschland (Vorbereitung gigantischer Geschäfte) wahrzunehmen. Seinen in Kyoto wartenden Assistenten gab Prof. Alcamo am 9. Okt. 1997 zur Beschaffung der entsprechenden Unterschriften unter den gefälschten IPCC-Bericht folgenden Auftrag, den ich Ihnen hier komplett zur Kenntnis bringe:

From: Joseph Alcamo
To: m.hulme@uea.ac.ukRob.Swart@rivm.nl
Subject: Timing, Distribution of the Statement
Date: Thu, 9 Oct 1997 18:52:33 0100
Reply-to: alcamo@usf.uni-kassel.de
Mike, Rob,
Sounds like you guys have been busy doing good things for the cause. I would like to weigh in on two important questions–Distribution for Endorsements. I am very strongly in favor of as wide and rapid a distribution as possible for endorsements. I think the only thing that counts is numbers. The media is going to say “1000 scientists signed” or “1500 signed”. No one is going to check if it is 600 with PhDs versus 2000 without. They will mention the prominent ones, but that is a different story. Conclusion – Forget the screening, forget asking them about their last publication (most will ignore you.) Get those names!
Timing — I feel strongly that the week of 24 November is too late.

We wanted to announce the Statement in the period when there was a sag in related news, but in the week before Kyoto we should expect that we will have to crowd out many other articles about climate.
If the Statement comes out just a few days before Kyoto I am afraid that the delegates who we want to influence will not have any time to pay attention to it. We should give them a few weeks to hear about it. 3. If Greenpeace is having an event the week before, we should have it a week before them so that they and other NGOs can further spread the word about the Statement. On the other hand, it wouldn’t be so bad to release the Statement in the same week, but on a different day. The media might enjoy hearing the message from two very different directions.

Conclusion — I suggest the week of 10 November, or the week of 17. November at the latest.
Mike — I have no organized email list that could begin to compete with the list you can get from the Dutch. But I am still willing to send you what I have, if you wish.
Best wishes,
Joe Alcamo
—————————————————-
Prof. Dr. Joseph Alcamo, Director
Center for Environmental Systems Research
University of Kassel
Kurt Wolters Strasse 3
D-34109 Kassel
Germany
Phone: +49 561 804 3898
Fax: +49 561 804 3176
climateaudit.org/2009/11/19/cru-correspondence/#comment-202421

[Klingt, als wärt ihr damit beschäftigt gewesen, gute Dinge für die Sache zu tun. Ich möchte zwei wichtige Fragen abwägen – die Verteilung der Endorsements. Ich bin sehr stark für eine möglichst breite und schnelle Verteilung der Befürwortungen. Ich denke, das Einzige, was zählt, sind Zahlen. Die Medien werden sagen: „1000 Wissenschaftler unterzeichnet“ oder „1500 unterzeichnet“. Niemand wird überprüfen, ob es 600 mit PhDs gegenüber 2000 ohne ist. Sie werden die Prominenten erwähnen, aber das ist eine andere Geschichte. Fazit – Vergessen Sie das Screening, vergessen Sie, sie nach ihrer letzten Veröffentlichung zu fragen (die meisten werden Sie ignorieren.) Erhalten Sie diese Namen!
Zeitplan – Ich bin der festen Überzeugung, dass die Woche des 24. November zu spät ist.

Wir wollten die Erklärung in dem Zeitraum ankündigen, in dem es einen Rückgang der damit verbundenen Nachrichten gab, aber in der Woche vor Kyoto sollten wir erwarten, dass wir viele andere Artikel über das Klima verdrängen müssen.
Wenn die Erklärung nur wenige Tage vor Kyoto veröffentlicht wird, fürchte ich, dass die Delegierten, auf die wir Einfluss nehmen wollen, keine Zeit haben werden, sich damit zu befassen. Wir sollten ihnen ein paar Wochen Zeit geben, um davon zu erfahren. 3. Wenn Greenpeace in der Woche zuvor eine Veranstaltung veranstaltet hat, sollten wir sie eine Woche vorher haben, damit sie und andere NRO das Wort über die Erklärung weiter verbreiten können. Auf der anderen Seite wäre es nicht so schlimm, das Statement in der gleichen Woche, aber an einem anderen Tag zu veröffentlichen. Die Medien könnten es genießen, die Botschaft aus zwei sehr unterschiedlichen Richtungen zu hören.

Fazit – Ich schlage die Woche des 10. November oder die Woche des 17. November vor. Spätestens im November.
Mike – Ich habe keine organisierte E-Mail-Liste, die anfangen könnte, mit der Liste zu konkurrieren, die du von den Niederländern bekommen kannst. Aber ich bin immer noch bereit, dir zu schicken, was ich habe, wenn du willst.] (DeepL)

Diese e-mail wurde in der Korrespondenz des englischen CRU-Institutes der Uni von East Anglia mit 100en anderen e-mails Ende November 2009 entdeckt, die die Lieferung von gefälschten Graphiken und Dokumenten an den Weltklimarat, das IPCC, sowie an die anderen mit dem IPCC zusammenarbeitenden Institute aufdeckten. Aus ihren Inhalten wurden die gefälschten Klimaberichte gefertigt, die zur Behauptung der UNO und des IPCC dienten, dass es eine Mensch-gemachte Klimakatastrophe gäbe.

und auch A.M.Erika war dabei…

…deren Manager sich aus den anglo-amerikanischen Adelshäusern der Geldaristrokratie der USA zusammenfanden, um das IPCC zu gründen und ihm 2 Aufträge zu liefern:

  1. Feststellung, dass die Erde einer Weltkatastrophe entgegengeht
  2. Feststellung, dass der Mensch der Verursacher der Katastrophe ist.

Dies alles, was Sie hier lesen, ist in Deutschland unbekannt. Die Medien hielten im Auftrage der Merkel´schen Hierarchie die Daumen drauf. Eine perfekt auf Staatsraison trainierte Presse (FAZ, Spiegel, Stern, Focus etc.) verschwieg, bzw. miniaturisierte diese Fakten den Bürgern gegenüber.
Auftraggeber: Kanzlerin Angela Merkel, die 1997 in Kyoto als Bundesumweltministerin ihre alten Bekannten aus dem Hause Rockefeller, von UNO und UNEP und IPCC begrüßen konnte, ehe sie das gefälschte Kyoto-Protokoll unterschrieb und die Wünsche der eben benannten Personen und deren Organisationen erfüllte.

 

Merkel erhielt am 7. Juni dieses Jahres in den USA aus der Hand des US-Präsidenten die „Presidential Medal of Freedom“, eine der höchsten zivilen Auszeichnungen der USA.
Wer darf auf Verleihung dieses Ordens hoffen?
Vergeben wird sie an Personen, die besonders verdienstvolle Leistungen in erster Linie
„zur Sicherheit oder nationalen Interessen der Vereinigten Staaten
“ erbracht haben…“

 

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ml:

Dann gab es noch die Reaktion vom damals noch schlechtesten US-Präsidenten überhaupt, George W. Bush – von der Überwachungsradikalisierung über einen Krieg mit gefälschten Begründungen
[Das war mal eine Verschwörungstheorie !]
bis hin zu Guantanamo. 9/11 ist in der Ära der sozialen Medien aber auch die wichtigste Einstiegsdroge für Verschwörungstheoretiker.

Verschwörungstheorien können Menschen radikalisieren, weil sie Weltbilder erzeugen, in denen Gefahr droht von einer geheimen, kleinen, supermächtigen Gruppe, gegen die man sich wehren muss. Vielleicht sogar mit allen Mitteln.
Deshalb [wegen aller Mittel oder weil die kleinen und geheimen immer die Juden sind oder ?]
können alle Verschwörungstheorien auch antisemitisch
[Wow Antisemitismuskeule schon so früh]
gewendet werden, stets schwingt die kleine Gruppe der bösen Manipulatoren in der Erzählung mit.

Antisemitismusforscher Samuel Salzborn sieht mit 9/11 eine epochale Veränderung des Judenhasses, wie in seinem neuen Buch deutlich wird. 9/11 ist der vergiftete Brunnen des 21. Jahrhunderts.
[Ok, habe ich nicht gelesen – aber ich hätte 9/11 jetzt mit Islamistenhass und nicht Israelitenhass verknüpft]

Es gibt beim Verschwörungsglauben wichtige graduelle Unterschiede. In vielen westlichen Industrieländern gibt es Zahlen, nach denen zwischen 50 und 60 Prozent der Bevölkerung an mindestens eine Verschwörungstheorie glauben. Einige Fachleute gehen sogar davon aus, dass alle von uns Aspekte solcher Mythen verinnerlicht haben, ohne es zu ahnen.
[Wir sind alle schuldig! Fühlt euch schlecht und misstraut euren eigenen Gefühlen und Einschätzungen!]

Aber inzwischen lässt sich gut abschätzen, wie man nicht bloß ein paar Vermutungen mit sich herumträgt – sondern tief und zehrend in Verschwörungssphären gerät. Und warum es meist sehr schwierig und nicht selten unmöglich ist, Menschen aus solchen Sümpfen der Wirrnis zu befreien.
[zehrende Sümpfe der Wirrnis, here be dragoons]

1. Phase – Sinnsuche

Es beginnt auffällig oft mit persönlichen Krisen. Vorne dabei Klassiker wie zerbrochene Partnerschaften, Jobverlust, Familienkonflikte, aber auch das Ende einer Lebensphase und die Unsicherheit vor einer neuen. Die Anfälligkeit für Verschwörungstheorien, so beschreibt es eine im März 2017 veröffentlichte Studie, basiert auf dem Gefühl einer sozialen Ausgeschlossenheit, im Extremfall Einsamkeit. Um sich dagegen selbst zu helfen, machen sich Menschen in dieser Phase auf Sinnsuche, ob bewusst oder unbewusst.
[Jupp, wer gerade in der familiären und beruflichen Tretmühle hängt, hat nicht unbedingt Zeit, noch eine dritte oder vierte Quelle zu recherchieren.]

2. Phase – Einstieg

Diese Sinnsuche mit Krisenhintergrund muss als Zeit der intellektuellen Verletzlichkeit begriffen werden.
[muss begriffen werden – schreibe niemals dogmatisch]

Es handelt sich auch um die Phase im Leben von Menschen, wo sie anfälliger für Sekten oder eine Drogensucht sind. Hier spielt die Allgegenwart von Verschwörungstheorien im Netz eine Rolle: Ob bei Google, Facebook oder YouTube, unverfängliche Suchstichworte etwa nach dem Begriff „Wahrheit“ reichen aus, um zu Verschwörungsinhalten zu gelangen.
[Leute mit zu viel Zeit sind böse. dafür gibt es die ISO 9000 – und die ersten Treffer von Google zu irgendwas unspezifischen sind mainstream, Wörterbuch oder Porno, bei Wahrheit bekomme ich anonym Wikipedia, Duden und irgendwas Philosophisches.]

Hier entfaltet 9/11 seine Kraft, weil es ein ikonisches Weltereignis ist, das alle kennen. Der Einstieg kann auch direkt erfolgen, zum Beispiel, weil ein Bekannter einen Inhalt per WhatsApp zuschickt. Chats und Messenger spielen bei der Verbreitung entsprechender Inhalte eine wesentliche Rolle.
[Misstraut euren Bekannten!]

3. Phase – Neugier

„Die Wahrheit über 9/11“ – wer möchte die nicht kennen? Gerade, wo noch immer nicht alle Akten und Fakten auf dem Tisch liegen? Das ist zwar bei fast allen Vorgängen so, die die nationale Sicherheit von Staaten betreffen, aber die Neugier siegt hier über die Differenzierung.
[Ja, die geheimen Absprachen bei Gestaltung von Verkehrskreiseln – jeder Kommunalpolitiker weiss, dass es sie gibt, aber wer daran glaubt ist auch schon ein Verschwörungstheoretiker – sind absolut genauso wichtig wie 9/11.]

[.. hier lasse ich mal was weg, damit ich den Artikel nicht klaue .. ]

4. Phase – Zweifel 

Formulierungen wie „Zweifel an der offiziellen Version“ bauen geschickt zwei Ebenen auf: eine Fassade und die vermeintlich ganz andere Wahrheit dahinter. Deshalb ist 9/11 so dankbar – hier ist kaum bestreitbar, dass die Öffentlichkeit nicht jedes Detail kennt, weil etwa zur Attacke auf das Pentagon Akten unter Verschluss sind. Hört sich dramatisch an, aber faktisch sind alle Akten einer Administration zunächst nicht öffentlich, vom Pankower Bürgeramt ebenso wie vom Verteidigungsministerium.
[Zweifel werden grundsätzlich von den Russen gesäht. Zweifel sind böse. Glaubt der Zeitung!]

[.. wieder was weggelassen..]

Weil aber der Mensch offenbar nur über einen gewissen Vorrat an Skepsis verfügt, wird dieser in der Auseinandersetzung mit der „offiziellen Version“ aufgebraucht – und es bleibt nichts mehr übrig für die neuen, spannenden Behauptungen.
[Diese wird man eher noch kritischer betrachten, weil es meistens mehrere davon gibt. Wer 1984 gelesen hat, weiss woher mindestens eine davon kommt…]

5. Phase – Gutgläubigkeit

Hier beginnen die konkreten Verschwörungserzählungen zu wirken, denn der Mensch neigt dazu, zu glauben, was andere ihm erzählen.
[Gut, dass die meisten das bei der „Mainstreampresse“ nicht tun.]

[ .. Auslassung ..]

6. Phase – Narrative Verstärkung

YouTube ist der Vatikan der Verschwörungstheorie. Das liegt auch daran, dass Filme eine lineare, wenig interaktive Erzählstruktur haben und das Publikum deshalb gezwungen ist, der gesamten Geschichte zu folgen.
[Dann ist das Internet der größte Fortschritt gegenüber dem Fernsehen, das diese Eigenschaft ja gar nicht hat.]

[…]

Wenn man Menschen Geschichten und Erkenntnisse über das Altern erzählt, beginnen sie nachweislich, sich seniorenhafter zu bewegen, also langsamer und vorsichtiger.
[Kind, schon dich, damit Du im Alter noch fit bist ?!?]

7. Phase – Algorithmische Verstärkung

Seit 2015 ist „Autoplay“ bei YouTube Grundeinstellung, die Plattform spielt also die Empfehlungen immer weiter von allein ab.
[Gut, dass mein Fernsehen das nicht macht.]

Guillaume Chaslot war einer der Programmierer, die den Empfehlungsalgorithmus von YouTube mit erschaffen haben. Vor allem durch seine Aussagen wissen wir, dass YouTube das „Engagement“ als Hauptkriterium für die Empfehlungen nutzt. Engagement wird unter anderem berechnet aus den Daten bisheriger Sehdauer, Reaktionen wie Likes oder Shares und Kommentaren zu einem Video.
[Es verstärkt also den Mainstream.]

Daraus hat sich ein fataler Mechanismus entwickelt – denn Verschwörungstheoretiker sind die perfekten YouTube-Nutzer. Wenn sie einmal angebissen haben, schauen sie stunden- oder tagelang Videos, liken und verbreiten die neue Kunde im sozialen Umfeld und diskutieren mit anderen Verschwörungstheoretikern darüber.
[Diskussion böse !, Youtube böse !, Lest Druckpresse!]

Mehr Engagement geht nicht, daher berechnet der YouTube-Algorithmus, wie möglichst viele Leute in diese Richtung gezogen werden können.
[Der Algorithmus nimmt „Engagement“ als Kriterium, er versucht nicht dieses (in werbeunrelevanten) Bereichen zu verstärken, das würde die eigene Messung zerstören.]

So ist YouTube zu einer „Radikalisierungmaschine“ geworden, wie Technosoziologin Zeynep Tufekci schrieb.
[Dann muss das wohl stimmen.]

8. Phase – Erleuchtung und Belohnung

Irgendwann im Verlauf der Verstärkungen stellt sich das Gefühl ein, man habe eine Erkenntnis erlangt. Eine welterschütternde Erkenntnis, zum Beispiel, wie 9/11 angeblich wirklich war.
[Ich kenne keine VT-Seite, die behauptet, sicher zu wissen was an 9/11 wirklich war. Aber Zweifel sind ja auch schon böse.]

[…]

9. Phase – Soziale Verstärkung

[…]
Die soziale Verstärkung entsteht auch dadurch, dass endlich das Ausgangsproblem der Einsamkeit und Ausgrenzung gelöst scheint. Es fühlt sich gut an, zur kleinen, feinen Gruppe der „Wissenden“ zu gehören. Also dazuzugehören. Die Hilfsmission in eigener Sache war erfolgreich!
[Ja, Bekannte mit wechselnen Nicknames sind mir die allerliebsten, ihre Methodik, die Logik ihrer Aussagen und die Wahl ihrer Quellen sind da echt nebensächlich.]

10. Phase – Anerkennungsreize

Fast nirgends bekommt man so schnell Anerkennung wie in Verschwörungszirkeln.
[Die Atlantikbrücke nimmt auch die letzen Menschen mit offenen Armen auf.]

Es reicht, die Verschwörungstheorien zu bestätigen oder nur Zweifel an den „offiziellen Versionen“ zu äußern.
[Zweifel !]

Allerdings wird die Anerkennung umgehend entzogen, wenn man gegenläufige Argumente äußert.
[Das würde an einem deutschen Stammtisch nie passieren!]

Das ist ein kleinteiliger, sozialer Prozess, der auf der Bühne von Social Media geschieht, etwa in Facebook-Gruppen. Teilnehmer lernen schnell und intuitiv, welche Verhaltensweise ihnen Anerkennung bringt und welche nicht. Positiv wird etwa gesehen, wenn man „neue Erkenntnisse“ beiträgt – auch zu anderen Verschwörungen.
[Neu=Böse]

11. Phase – Abwehr und Immunisierung

[…]
Verschwörungstheoretiker möchten ihr soziales Umfeld an ihrer Welterkenntnis teilhaben lassen. Aber weil sie meist nur Kopfschütteln, Mitleid oder Spott ernten, grenzen sie sich noch stärker ab.
[Alle VT ler sind Flat Earther!]

Das mögliche Korrektiv des eigenen sozialen Umfelds wird abgekoppelt. Irgendwann gibt es Anerkennung fast nur noch in der eigenen Gruppe – ein weiterer Verstärkungseffekt.
[und loner !]

12. Phase – Persönlichkeitsumbau

Schließlich folgt der manchmal unumkehrbare Sturz in die Verschwörungsgalaxie. Die Zugehörigkeit zur Gruppe und die Ablehnung durch „Unwissende“ im früheren Umfeld hat Auswirkungen auf die Persönlichkeit.
[Gut dass die Auswirkungen nicht beschriebe werden. Ich mag Wasser. Das ist bestimmt so eine Auswirkung. Bitte helft mir.]

Dazu kommt, dass Verschwörungstheorien wie 9/11 nachweislich bewirken, dass man sehr viel leichter an andere Verschwörungstheorien glaubt.
[Wer einmal lügt..]

Letzter Stand [03. 09.2019]: Wissenschaftler der University of Alaska Fairbanks bestätigen die Sprengung von WTC 7

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mjk:

schrieb am 07.09.2019 um 19:54 Uhr

Bedrohung durch den Iran – Wenn der Nachbar heimlich Tunnel gräbt

 

https://www.n-tv.de/politik/Wenn-der-Nachbar-heimlich-Tunnel-graebt-article21257863.html

Eigentlich wirkt das Bild unterhalb vorgenannter Überschrift nicht einmal gar so bedrohlich. Gut ausbetonierte Trittstufen – etwa 1,30 m breit plus/minus und offensichtlich penibel mit der Wasserwaage ausgegossen. Die zwei- bis zweieinhalb Meter hohen Wände ebenso wie die Decke überaus grobflächig wie mit einer großen Schaufel in den sichtbar fetten, gelbgrauen Lehm- allenfalls Lössboden gekratzt, der Ort des Geschehens gut ausgeleuchtet. gut Halogen oder LED ausgeleuchtet.

Dieses Bild hätte Frauke N. – derzeit Tel Aviv – mal besser weggelassen, dann hätte sie gewiß glaubwürdiger geklungen und vielleicht mehr dabei erreicht, ihre Leser hinters Licht zu führen. Aber so? Eine zweite große Gefahr also, die die Terror-Ayatollahs neben der Atombombe jetzt auch noch in den Pfoten haben, um demnächst die einzige Demokratie in middle east über die Klippe zu kippen. Ein bibelfester Leser könnte auf die Idee kommen, dass die Grabungen etwas mit Jericho zu tun haben könnten. Zwar ist deren story allerdings total viceversa, „im Buch Josua ist Jericho die erste Stadt, die von den Israeliten nach der Überquerung des Jordans eingenommen wird“ (Zitat aus bibelwissenschaft.de). Aber die in vielerlei gepanzerten Denkstuben reichlich zusammengetriebenen Weisen aus dem Abendland sind schließlich bekannt dafür, dass sie gerne allerlei Nektar aus allerlei Büchern der Altervorderen ziehen, immer wieder dort aufgefundene vermeintliche Kuckuckseier ihren aktuellen Krähen ins Nest zu legen.

Auch in dem hier besprochenen Traktat dauert es dann auch nicht allzu lange bis eine der meistüblichsten Verdächtigen zur weiteren Erhellung des „Sachverhalts“ auftauchen darf. Wenn Frauke N. vermeldet „Der Fels ist so hart, der Tunnel so tief – draußen hörte man nicht einen Laut davon.“ so bezieht sie sich bestimmt auf den ihr beigestellten Experten. Und der darf dann auch gleich Laut geben: „Mit Bohrern in den Fels getriebene Tunnel, die eine Grenze unterqueren, und moderne Forschungsstätten, in denen Wissenschaftler Uran anreichern – zwei Wege, sich militärisch zu rüsten, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Für den Politologen Gil Murciano gehören sie trotzdem zusammen.“ Eben Genannter fährt umgehend fort: Fakt ist, dass der Iran seine Machtposition im Nahen Osten seitdem enorm ausgebaut hat.“ sagt Murciano, der für die Stiftung Wissenschaft und Politik forscht. Na also, da ist sie also doch. Gestatten, die SWP.

Später einmal – wann genau ist noch ungewiß – wird die SWP mal kaum mehr als etwas anderes als eine kriminelle Vereinigung durchgehen. Wahrscheinlich erst dann, wenn wir genau wissen, was uns anno 2012 mit ihrem „paper“ zum „The Day After – Supporting a Democratic Transition in Syria“ unterjubeln wollte und – leider, leider – nicht umsetzen konnte. Wer heute schon mehr wissen will, der schaue mal da: https://www.imi-online.de/2013/10/31/die-swp-im-krieg/. Nun gut, da geht es ja um Syrien, um den Schlächter Assad und seine Schergen. Aber dieser Drops ist zwischenzeitlich so ziemlich gelutscht. Da heißt es jetzt, sich nach anderen Lagerstätten für Kuckuckseier umzuschauen.

Frauke N. weiß auch da schon mehr dazu, sie spricht aus dem Nähkästchen:. „So antwortete Benjamin Netanjahu vor seinem letzten Treffen mit Angela Merkel auf die Frage, über was er denn mit der Kanzlerin sprechen wolle: „‚Über den Iran und über den Iran’…Was nicht etwa eine Wiederholung sein sollte, sondern Israels Ministerpräsident bezog sich tatsächlich auf zwei Bedrohungen: Iran als potenzielle Nuklearmacht und Iran als Tunnel grabender Gegner in der Nachbarschaft.“ Wie gut zu wissen, dass wir derzeit in der Endphase des Wahlkampfs für BINRI, den ewigen König der Juden sind? Nehme an, dass der Spuk hinterher noch kein Ende gefunden haben wird, im Gegenteil. Dieser Brandbeschleuniger-Artikel – mit freundlicher Unterstützung der SWP – wird nicht der Letzte gewesen sein. Der IMKI – der imperiale militärische Komplex – wird es schon richten.

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https://publikumsrat.blog/2019/09/07/propagandameldungen-vom-07-september-2019/#comment-33470


mjk:

schrieb am 06.09.2019 um 12:17 Uhr

Was heute wichtig ist – IM LAND DER TOTALEN KONTROLLE

Allmählich bleibt mir wirklich nichts anderes mehr über, als mich doch gezielt auf einen gewissen Florian Harms einzuschiessen, den derzeitigen Chefredakteur von der Online-Tröte der Liz Mohn. Das war er auch schon früher bei Spiegel-Online, wo er sich die ersten Karriere-Sporen verdiente. Etwas überraschend dann doch eine andere Wiki-Meldung: „Seit 1. September 2017 … Geschäftsführer der Ströer News Publishing GmbH.“ War da nicht was? Genau, der blaubehaarte Anti-Blaue Rezzo, es grünt so grün wenn Rezzos Blüten blühen, wie sich schnell herausstellte ein waschechter Ströer-Bube! Bleiben wir bei Harms, konstatiere: aus dem wird noch mal was!

Erst neulich Ende August hatte ich ihn hier das letzte Mal im Fadenkreuz, hinsichtlich seines Ergusses über den Hitler-Stalin-Pakt und dessen aktuellen Bezug zur aktuellen Russen-Bedrohung des friedlichen, wertebasierten Westens (man gucke hier unter Deutsche Debatten und Realitätsverweigerung). Geschichtsklitterung at it’s best! Heute Morgen – unermüdlich wie er ist – ist er schon gemeinsam mit unserer Ost-Rom-Kaiserin – der irre West-Rom-Kaiser ist ja absolut zu nichts zu gebrauchen – schon längst in Peking gelandet. Wie spruch einst König Silberzunge Kurt Georg kurz vor seinem Abschied aus dem Kanzleramt vor fünfzig Jahren: Ich sage nur China, China, China! Angst wollte er seinen Schäflein damals damit machen, Angst vor der Bedrohung aus dem fernen Osten. Florian H. wandelt nun auf seinen Spuren.

Schon die Überschrift sagt alles: „Was heute wichtig ist – IM LAND DER TOTALEN KONTROLLE“
https://www.t-online.de/nachrichten/id_86398624/merkels-china-reise-im-land-der-totalen-kontrolle-ende-des-handelkriegs-.html
Eigentlich hätte das Folgende gereicht, mehr breaking news geht eigentlich nicht:
„Angela Merkel ist auf heikler Mission in China. Gleich nach der Ankunft in Peking hat sie mit Ministerpräsident Li Keqiang gefrühstückt, vor der Großen Halle des Volkes die militärischen Ehren abgenommen (im Sitzen), nun leiht sie deutschen und chinesischen Unternehmern ihr Ohr, bevor sie Staatspräsident Xi Jinping zum Gespräch in kleiner Runde trifft – der wichtigste Termin der Reise. Niemand in China hat mehr Macht als der Mann mit der eingefrorenen Mimik und dem strategischen Geschick, vielleicht ist er sogar schon mächtiger als der Lautsprecher in Washington.“

Gezittert hat sie also nicht, das ist doch schon mal was. Sonst hätte der stoische Panda-Bär Xi – stehend neben ihr – ja glauben müssen, das ist wegen ihm. Ihr Ohr leiht sie anschließend – das linke oder doch das rechte? – im Beipack mitgeführten Premiumsunternehmern und deren Partnern aus dem großen Reich hinter der großen Mauer. Die Kanzlerin habe sich viel vorgenommen, verlautbart Florian H. dann. Zwar beherrschen die Hongkonger Umtriebe und der Handelsstreit mit dem tumben Tanzbär im Oval Office die Schlagzeilen. „…aber ein anderes Problem bereitet vielen Firmenbossen noch mehr Kopfzerbrechen: China entwickelt sich zur globalen Digitaldiktatur – und deutsche Unternehmen werden dabei am Nasenring durch den Cyberspace geführt.“

Donnerwetter: globale Digitaldiktatur! Sowas gibt es im Marktflecken der Weltenführerin bislang ja noch nicht. Dabei wäre doch eine – wenn auch nur schmalspurige – Digitalisierung bestimmt schon lange angeraten gewesen bei dem großen Reibach namens „Cum-Ex“. Sagt doch jeder Psychiater: Wir können nicht, heißt: wir wollen nicht! Dabei wäre es doch so einfach gewesen, die ganzen räuberischen Akte (immerhin mutmaßlich 32 Milliarden Euronen) aus den der NSA lückenlos und flächendeckend zur Verfügung gestellten Transaktionssätzen herauszufischen. Seltsam, auf anderen „Einsatzgebieten“ von Rasterfahndungen funzt es ja auch, bei – warum auch immer – in Ungnade gefallenenen Personen. Nur beispielsweise: Edathy oder aktuell Metzelder lassen schön grüssen.

Schau an, auch der Herr Harms am Nasenring des RSHA: „Dazu gehört die harte Zensur: Automatische Filter und Heerscharen von Zensoren tilgen rund um die Uhr alles aus Foren, Websites, sozialen Netzwerken, was dem Kurs der Kommunistischen Partei entgegensteht.“

Irgendwie kommt mir vorgenannte Auflistung doch irgendwie bekannt vor. Und das muß auch nicht unbedingt dem Kurs einer Kommunistischen Partei entgegenstehen. Wir können auch anders. Und sowas wie das „Überwachungssystem der Sozialpunkte“, das im kommenden Jahr auf alle ausländischen Unternehmen in China ausgeweitet werden soll, brauchen wir hier doch gar nicht. Der Markt, die Märkte, die Unternehmen von ganz groß bis – sagen wir mal – notgedrungenermaßen mittelgroß sind doch längst sakrosankt, die sind immer nur die Guten. Wo es anderweitig existenzgefährdende Milliardenstrafen setzt, kann hierzulande forsch voran gehandelt werden. Zum Wohle des Profits, Diesel, Glyphosat etc. pp.

Und weiter geht’s bei Harmsens. „Schon jetzt interessieren sich chinesische Behörden auffällig für das Privatleben deutscher Arbeitnehmer.“ So so! Und wie war das damals beim Co-Piloten, von dem zuerst vor allen anderen die New York Times – wohl dank eines geeigneten Zustupfs aus Fort Meade – berichten konnte, er sei doch am Tag des „Ausflugs“ krankgeschrieben gewesen, der gelbe Urlaubsschein läge vor? Recht hat er schon, der Florian mit seinem Schlußsatz: „George Orwells Dystopie ist ein Kindergarten im Vergleich zu dem globalen Schnüffelsystem…“. Nur bezüglich seinem Zusatz „…das in China gerade errichtet wird“ sollte er noch mal in sich gehen.

Und dann kommt es doch noch: „Und was macht die Bundesregierung? Sie macht gute Miene zum bösen Spiel. Die Kanzlerin will Herrn Xi heute auf das Sozialpunktesystem ebenso ansprechen wie auf die Polizeigewalt in Hongkong.“ Zu Hongkong gibt es dann noch ein tränenmelkendes Foto. Ein arg zugerichteter „Demonstrant“! Warum nur erinnert mich sein Bild an jenen älteren Herrn, der vor Jahren zu Stuttgart den Polizeihorden des Machthabers Mappus in die Hände fiel und fast sein ganzes Augenlicht verlieren mußte.

Genug, Florian und meine Wenigkeit kommen doch mal zum Ende. Das Pamphlet kulminiert zum Ende in schiere Propaganda, in Marketing, in Promotion. Da hat wohl Liz beim letzten Kaffeekränzchen die Backen arg aufgeblasen und viel versprochen. „In einer Welt, in der sich jeder Donald, Boris oder Wladimir als Supermann brüstet, aber mehr Schaden als Nutzen anrichtet, behält die Bundeskanzlerin den kühlen Kopf für die Realitäten.“ Und ein Absatz weiter dann das noch „Was ist langfristig besser für ein Land: ein Prahlhans, der Luftschlösser verspricht, aber Freund und Feind verprellt, Konflikte schürt, verbrannte Erde hinterlässt? Oder eine Taktikerin, die den Radius des Machbaren auslotet, sorgsam einen Schritt vor den anderen setzt, statt Supersprüchen lieber Sätze sagt, die zwar nicht glänzen, aber vielleicht nachhallen?“

Eigentlich hätte jetzt nur noch das Abspielen des Kinderlieds La-Le-lu zum Einschlafen gefehlt. Können wir jetzt nicht beruhigt wegknacken, wo unsere Mutti sich so um uns sorgt? Hoch lebe die Kaiserin, die Führerin von Ost-Rom 2.0!

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mjk:

schrieb am 27.08.2019 um 11:36 Uhr

August 1939 – 80 Jahre Hitler-Stalin-Pakt

 

Kein Jubiläum dieser Tage kommt den NATO-Planern von Barbarossa 2.0 mehr gelegen als dieses. Der glorreiche Sieg „unserer“ heutigen „Freunde“ aus dem Westen über die Nazis – wer war das überhaupt – klar, der wurde neulich an der normannischen Küste gefeiert, dürfte die Feier doch für die letzten Veteranen auch die allerletzte Gelegenheit gewesen sein, ordenbekränzt „for krauts killing“ aufzutauchen. So besonders dienlich war die Landung dort allerdings noch nie, dem „Russen“ die Berechtigung für den Siegerkranz in seinem „großen vaterländischen Krieg“ abspenstig zu machen. Da hilft der Pakt zwischen Teufel und Beelzebub dann doch eher, den heutigen Zerberus im Kreml anzupinkeln.

„Der Pakt ging als Bündnis des Bösen in die Geschichte ein: Zum 80. Mal jährt sich am heutigen Freitag der Abschluss des Hitler-Stalin-Pakts. Um freie Hand beim Einfall in Polen zu haben, hatte Nazi-Deutschland mit der Sowjetunion einen Nichtangriffsvertrag geschlossen.“ https://www.spiegel.de/politik/ausland/hitler-stalin-pakt-polen-rumaenien-baltische-staaten-erinnern-an-opfer-a-1283295.html

Vom Tagesspiegel reicht die Überschrift: „Die Sowjetunion hatte die Wahl – und entschied sich für Hitler“. https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/80-jahre-hitler-stalin-pakt-die-sowjetunion-hatte-die-wahl-und-entschied-sich-fuer-hitler/24887142.html und landet dann auch flugs bei Putin. Ist damit aber nicht allein.

„Russlands Präsident Wladimir Putin verteidigt den Vertrag sogar: Er habe den damaligen Sicherheitsinteressen gedient, sagt er – und verschweigt damit, dass der Vertrag der letzte Schritt zum Zweiten Weltkrieg war.“ https://www.n-tv.de/politik/Wie-es-zum-Hitler-Stalin-Pakt-kam-article21224096.html

Kampf gegen Manipulation historischer Tatsachen – so lautet nicht nur ein Untertitel im Beitrag des Spiegel, der Heilige Sankt Relotius lässt grüßen. In einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister von Polen, den drei Baltenstaaten und Rumänien zum Jahrestag wird in das gleiche Horn geblasen: „Gegen Desinformation und Manipulation“. So das ZDF, auf Geheiß der dpa (https://www.zdf.de/nachrichten/heute/-schmerz-und-ungerechtigkeit–erinnern-an-hitler-stalin-pakt-100.html)

Und die ARD? Die hatte ihr Pulver zum Thema eigentlich bereits im Januar per arte verschossen (https://programm.ard.de/TV/arte/der-hitler-stalin-pakt/eid_287241088160915).

Das mit der „Manipulation historischer Tatsachen“, nun, diesen Kaugummi kleben so gut wie alle transatlantische Schreiberlinge dem „Russen“ an den Hosenboden. keine „Verlautbarung“ kommt ohne aus, da ist nichts, rein garnichts mehr „mutmaßlich“, nichts mehr „nicht unstrittig“. Klar wie Bohnensuppe aus der Gulaschkanone: der „Russe“ ist Mitschuld am letzten „Weltkrieg“ wenn nicht der eigentliche Übeltäter, das Leid, die von ihm erbrachten Opfer keiner Erwähnung wert. Und der Pole, der Balte hat natürlich allen Grund, gehörig Angst zu schieben vor dem „Iwan“, der könnte ja tatsächlich wieder kommen. Und so dient die gerade erlebte Propaganda-Walze natürlich vor allem dazu, die Notwendigkeit der bevorstehenden NATO-Vorwärtsverteidigung tränenmelkend zu unterfüttern. Nur das Angriffsziel ist noch strittig, Beringstrasse oder Wladiwostok?

 

Und dann kam noch das, total NATO-inkompatibel:

The Hitler-Stalin Pact of August 23, 1939: Myth and Reality
[Der Hitler-Stalin-Pakt vom 23. August 1939: Mythos und Wirklichkeit]

„The notion that the Hitler-Stalin Pact triggered the Second World War is worse than a myth, it is an outright lie. The opposite is true: the pact was precondition for the happy outcome of the Armageddon of 1939-1945, that is, the defeat of Nazi Germany.“
[Die Vorstellung, dass der Hitler-Stalin-Pakt den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hat, ist schlimmer als ein Mythos, es ist eine glatte Lüge. Das Gegenteil ist wahr: Der Pakt war die Voraussetzung für den glücklichen Ausgang des Armageddon von 1939-1945, die Niederlage Nazi-Deutschlands.]

Der Artikel ist lang, sehr lang. Zumal er nicht erst am Tag des Ereignisses einsetzt und nicht nur eine einseitige „Sichtweise“ zulässt, manches Überraschende – bisher auch tunlichst unter der Decke Gehaltenes – darf zutage treten. Will jetzt nicht zu viel verraten. Einfach mal so richtig schlau machen!

Kurzfassung:

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https://publikumsrat.blog/2019/08/27/propagandameldungen-vom-27-august-2019/#comment-32438


mjk:

T-Online lässt es heute krachen. Von Beginn an und erst recht nach Beendigung der nervenzerfetzenden Lektüre stellten sich seltsame Gedanken wenn nicht Gefühle bei mir ein.

So ganz unrecht hat der Florian, Harms die Edelschreibe eigentlich gar nicht. Zumindest in Teilen drängt sich einem der Eindruck auf, er hätte die letzten Tage mal kurz auf dem Propagandamelder vorbeigeschaut. Und sein Resumée – Zitat: „Man kann es sich in seinem Weltanschauungsstübchen gemütlich machen und die Vorhänge zuziehen, damit man die wirklich großen Probleme nicht sehen muss.“ – dürfte zumindest auf den Großteil der hier immer noch lebenden hier Gezeugten zutreffen. Falsch liegt er auch nicht mit seinem „Alle mal aufwachen, bitte!“, ob er allerdings auch daran gedacht, dass in aller Regel nach dem „Aufwachen“ auch das „Aufstehen“ kommen sollte, eher wohl müßte?

Klar, wir können, wir müssen wohl davon ausgehen, dass der gute Mann mit seinem „Erguss“ genau das um 180° Gewendete erreichen wollte, von dem was hier so abgeht. Aber trotzdem: wie kam denn die totale Realitätsverweigerung zustande, wer hat sie bestellt, wer sie gefördert und ohne Unterlass gefordert: Fördern und Fordern, nur eben anders.

Vierzehn Jahre Nickercken auf der Schlafcoach mit Frau Merkel-Mikado, nur einmal kurz alle Fenster aufgerissen, damit frische Luft hereinkommen konnte, was sie allerdings auch schaffte. Eine große Kanzlerin sei sie, so hieß und heißt es allerorten, seit gut 13 Jahren und gefühlt ein Paar zerquetschten dazu. Sowieso, alle schwarzen Kanzler sind groß, abgesehen von König Silberzunge mutmaßlich, nicht zu vergessen der in Ungnade gefallene Schöpfer des Wirtschaftswunders. Immerhin, zusammen brachten sie auch sieben Jahre auf die Waage. Groß war auch Helmut, von dem einst Soze Wehner blaffte, Kohl bläht und treibt schwarze Dämpfe ins Gehirn. Dieser große Kanzler wollte auch was schaffen, die geistig-moralische Wende nämlich, als er zu seiner sechzehnjährigen Amtszeit antrat. Mit verdammt viel Glück verschaffte ihm der Weltenherrscher ad personam Amigo Bush der Ältere nebst seinem thinktank der Centralen Intelligenz Agentur die Gelegenheit zu einem Gesangsvortrag – gemeinsam mit Willy und anderen – auf dem Balkon des Roten Rathauses. Und schon war er der Einheitskanzler, für ewige Zeiten, die eine Wende durch eine andere ersetzt. Was im Land von Bush I. einst der Wilde Westen war, war der Wilde Osten. Was für Jagdgründe für die Treuhand und die mit dem großen Sparstrumpf, rückgeführte Wigwams zuhauf, selbst Skalps wurden reichlich eingefahren. Blühende Zeiten!

Kumuliert stehen wir also bei 14+16+7, also 37 Jahre Aufenthalt im Schlaflabor. Da fehlen nur noch die zwölf Jahre vom Eisernen Kanzler Konrad, ein Meister seines Fachs. Konnte er doch die Knappen, jedenfalls die die übrig geblieben waren und das waren derer reichlich, von seinen Vorgänger so gut wie unversehrt ins vierte Reich rüberschleppen. Nun gut, einige die es besonders tüchtig getrieben hatten, hatte man aufgeknüpft, meistens galt aber der gute alte Grundsatz: die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Und selbst das war noch zu toppen. Man stellte sie auch noch ein, damit sie in Justiz, Verwaltung und Regierungsapparat für ihre restlichen Jahrzehnte ihre skills einbringen konnten bei der Verfolgung ihrer eigenen Untaten.
Deswegen hören wir bis heute immer noch was für ein toller Hecht der Konrad gewesen sei. Dass er – ob auf Anweisung der neuen Freunde von overseas oder nicht, egal – mit seinem unermüdlichen Bemühen, Brüder und Schwestern im Osten bei denen im Westen madig zu machen, ihnen vierzig Jahre Aufenthalt im Reservat übergebraten hat? Wo gehobelt wird, fallen Späne, wird sich der aus Adenau gesagt haben.

Da wären noch ein paar Jährchen dazwischen? Nun, die Goldenen Zwanziger sind es zwar nicht gewesen bzw. geworden unter (?) einem sozialdemokratischen Kanzler, man bedenke aber, dass sich in diesen Jahren wenigstens ab und an etwas bewegt, etwas gerührt hat. Weswegen der politisch Aufmerksame im Rückblick auf die Idee kommen könnte, dass die schwarze Staatspartei ihrer beiden Fehltritte überdrüssig, die nächsten Male den Sozen die Schmutzarbeit der nicht mehr aufschiebbaren „Reformen“ überließ, man konnte dann ja immer wieder „basta“ sagen, wenn es zuviel wurde und ein geeignete(r) Kandidat(in) reif zur Übernahme war. Jeder, der nicht zur Elite gehört denkt jetzt natürlich angewidert an Agenda 2010 und Hartz IV, stimmt. Aber so schlecht ist die Strecke „sozialdemokratischer Reformen“ in dem genannten kurzen Zeitfenster auch wieder nicht, man denke nur an die Abschaffung von so manchem Überflüssigen, Ladenschusszeiten bspw. oder das Arbeitsverbot von Ehefrauen ohne Ehegattengenehmigung. Auch das Schleifen des Schwulenparagraphen kam gerade noch rechtzeitig und selbst die erste Nutzanwendung übernahmen die von der SPD, obwohl Schwarzgelb schon stärker danach gelechzt hatte, damit der Karriere weiterhin nichts mehr im Wege stand. Genug, auch wenn es noch mehrere solcher Schwänke zum Erzählen gäbe.

Und jetzt stehen wir heuer also da, wo auch die meisten Wildwestfilme enden, der Held reitet in die untergehende Sonne, dem Betrachter schon das eingezogene Genick darbietend. Dass er darob neulich ins Zittern kam war bisher allerdings noch nicht vogekommen. Aber immerhin, die Heldin hat es geschafft, dass so etwas wie in den letzten Sechz’gern mit Ludwig oder Kurt nicht mehr vorkommen kann. Und Rös’chen und s’Annegretsche sind nicht mal böse. Also geht doch!Wie es die Sozen geschafft haben, keinesfalls als Notnagel zur Verfügung zu stehen dieses Mal, alle Achtung. Etwas Bess’res als den Tod finden wir allemal, werden sie sich gedacht haben und wenn es die Fünf-Prozent-Hürde sein sollte. Ob allerdings eine Habock und ein Baerbeck so nach- und ganzheitlich die Arbeit zur vollsten Zufriedenheit – wie die Sozen immer – übernehmen werden können, ist so unstrittig nicht.

Ob dem, was Helmut vom Saumagen anno 1991 noch mit schlappen sechzehn Milliarden (Dollars, nicht wie er angenommen hatte D-Mark, damals hieß das noch was bei einem Umrechnungskurs vom drei- bis vierfachen) verhindern konnte, die Teilnahme am Wüstensturm nämlich ganz in der Nähe vom heutigen Hormuz, was Geeerd mit einem derben Basta 2003 wegbügelte, die Teilnahme am grünen Himmel über Bagdad nebst Aufknüpfen des Schurken Saddam, ein Robert H. entgehen kann, den Ayatollahs in Isfahan den Turban vom Kopf zu ziehen nämlich, darf bezweifelt werden, stimmt, auch das wäre nämlich eine absolute Realitätsverweigerung. Ein Imperator mag es nicht, wenn Vasallen aufwachen, schon gar nicht wenn sie aufstehen. Statthalter in Ost-Rom haben zu kuschen, sonst nichts.

Was daran jetzt Propagandameldung war? Nun, ab und an muß auch mal über die Folgen einer permanenten und exzessiven Propaganda gesprochen werden. Sonst begreift das schlafende Volk nie, warum es zu schlafen hat!

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